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Laufschuhtest Brooks Caldera

 

Weiter geht es im Laufschuhkauf.de Laufschuhtest FS 2017 mit dem Geländelaufschuh / Trailschuh Brooks Caldera.

Das schreibt Brooks zu seinem neuen Komforttrailschuh:

„Begrüße den brandneuen Caldera in der Trail-Familie von Brooks. Mit seiner Energierückfuhr vermittelt er ein flexibles Lauferlebnis. Dazu kommt seine Stabilität – sie sorgt dafür, dass du dich in schwierigem Gelände auch dann wohlfühlst, wenn du müde wirst. Kleine Extras, wie eine Gamaschenöse lassen dich nicht lange überlegen – wenn es ins Gelände geht, greifst du zum Caldera.“

Doch schauen wir genauer ins Detail was der Brooks Caldera kann. Was nicht. Wie er sich beim Laufen bewährt und für wen er geeignet ist.

 

Legende: OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt geeignet; X = ungeeignet

 

Hersteller und Name des Schuhs Brooks Caldera (Art.-Nr. 110242 1D 676)
Brooks Caldera Men Außenseite  (c) Brooks Brooks Caldera Men Innenseite  (c) Brooks Brooks Caldera Men Außensohle  (c) Brooks
HINWEIS: Zum Vergrößern der Bilder auf das jeweilige Bild klicken.
Preis 140,- €
Gewicht 281 g (US 9), 345 g (US 13)
Herrenmodell ja
Damenmodell ja
Zielgruppe Gewicht
leichtgewichtig OO
normalgewichtig OOOO
schwergewichtig OOO
Zielgruppe Abrollverhalten
Unterpronierer/Supinierer OOOO
Neutralfußläufer OOOO
leichte Überpronierer O
mittelstarke Überpronierer X
starke Überpronierer X
Pronationsstütze
Rückfuß nein
Mittelfuß nein
Vorfuß nein
Dämpfung
Rückfuß nein BioMoGo DNA Zwischensohle, keine separaten Dämpfungskissen
Vorfuß nein
Leisten
gebogen ja
gerade
Laufuntergrund
Asphalt / Beton OO
Feld / Wald OOOO
Trail OOO
verschiedene Weiten erhältlich nein
erhältliche Größen (US) Damen 5 – 11, 12
Herren
7 – 13, 14, 15
Sprengung 4 mm (24:20 mm)
Passform eher breit geschnitten
Änderungen zum Vorgängermodell Komplett neu auf dem Markt, d.h. kein Vorgängermodell vorhanden.
Besonderheiten Brooks Antwort auf Hoka. Für Damen und Herren jeweils in 2 Farbvarianten erhältlich. Das Design soll von der Seite aus betrachtet einen Sonnenaufgang über einer Caldera widerspiegeln. Eine Caldera ist ein durch Explosion oder Einsturz entstandener kesselartiger Vulkankrater.
Testbericht und Kommentar Die Trailrunningfamilie bei Brooks bekommt nochmal Nachwuchs. Nach dem Erfolgsmodell Cascadia, das es seit Herbst/Winter 2016 auch mit wind- und wasserdichtem Goretex-Schaft gibt, dem Natural Running Schuh Pure Grit 5, dem gestützten Adrenaline ASR 13 und dem im Herbst gelaunchten neuen Trailracer Mazama, bringt die Laufschuhschmiede aus Seattle mit dem Caldera einen weiteren komplett neuen Trailrunningschuh auf den Markt. Der Caldera ist bei Brooks in der Energize Kategorie einsortiert. Soll heißen er bietet viel Komfort und soll energierückführend sein.

Optisch wirkt er zunächt relativ massiv und hoch gebaut. Unweigerlich kommt der Vergleich mit einem Hoka auf. Die Bauhöhe ist mit 24:20 mm (+ rund 3 mm Außensohle) aber gar nicht so extrem hoch. Liegt doch die Höhe im Rückfuß auf der des Neutrallaufschuhs Brooks Ghost 9. Zudem hat er mit lediglich 4 mm wie viele Maximalschuhe à la Altra und Hoka eine niedrige Sprengung. Aber ja es ist mehr „Futter“ unter dem Vorfuß. Beim Reinschlupfen und den ersten Schritten fällt direkt auf, dass er sich gar nicht so klobig und hoch anfühlt wie zu erwarten wäre. Das liegt zum einen an seinem wirklich niedrigen Gewicht. Mit lediglich 281 g in Referenzgröße US 9 wiegt er deutlich weniger als der Cascadia 12 und gerade mal so viel wie der Pure Grit 5. Zum anderen ist der Stand tiefer als es von außen betrachtet scheint.

Der Caldera ist von der Passform v. a. im Vorfußbereich relativ breit geschnitten. Ein weiteres Feature neben der starken Dämpfung das seine Eignung für lange Läufe im Gelände unterstreicht. Ist doch gerade da die Extraportion Platz sehr willkommen. Aber es ist natürlich Geschmackssache. Bei der Anprobe und beim Testen sollte der ausreichend feste Sitz entsprechend kritisch geprüft werden. Der Schaft ist nahezu nahtfrei. Die Overlays sind (fast) alle geklebt. Wie inzwischen bei Brooks gewohnt kommt die Zwischensohle ohne zusätzliche Dämpfungskissen aus. Sie gehört trotz dem Volumen eher zur festeren Sorte. Ultraweich ist sie nicht. Der Komfort ist aber mehr als ausreichend. Die breite Auflagefläche sorgt für ein gewisses Maß an Stabilität und macht den komplett neutral aufgebauten Brooks Caldera auch für Supinierer interessant. Im Schaft sind einige nützliche Trailschuhdetails verbaut die in der Vergangenheit bei Brooks eher etwas kurz kamen. Neben einer Schnürsenkelgarage, in der die flachen, halbelastischen Schnürsenkel nach dem Binden Platz finden, hat der Caldera eine Klettöse an der Ferse zum Befestigen von Gamaschen. Einen Durchtrittsschutz für Steine (wie der Mazama, Pure Grit 5 oder der Cascadia 12) hat er zwar nicht aber das ist durch das höhere Profil nicht von Nöten. Mit dem höheren Aufbau einher geht aber auch weniger Gefühl für den Untergrund. Der Caldera ist zwar nicht ausgesprochen schwammig aber direkter Bodenkontakt und höhere Geschwindigkeiten sind nicht seine Welt. Dafür aber lange Distanzen auf denen das Tempo im Normalfall so oder so langsamer ist. Ab 04:30/04:45 min./km aufwärts beginnt die Tempozone des Brooks Caldera. Auch die Torsionsfähigkeit (trotz dem Verzicht auf eine Mittelfußbrücke) und die Flexibilität leiden zu Gunsten des maximalen Komforts. Sehr technisch und mit vielen schnellen Richtungswechseln versehen sollte der Trail deshalb eher nicht sein. Wie der Mazama ist der Caldera mit einer „sticky rubber“ Außensohle ausgestattet. Diese bietet auch bei nassem und steinigem Untergrund perfekten Halt. Im tiefen, schlammigen Geläuf hingegen kommt er schnell an seine Grenzen. Dafür ist das Profil zu flach und zu wenig ausgeprägt. Die UVP ist mit 140,- € im vertretbaren Bereich. In Summe macht der Neuling Brooks Caldera eine ordentliche Figur.

Der neue Trailrunningschuh Brooks Caldera hat mittelschwere bis nicht zu schwere Läufer mit neutralen Abrollverhalten und Supinierer auf der Suche nach einem komfortablen Geländelaufschuh für längere (Ultra-)Distanzen zur Zielgruppe. Wer es direkter und schneller mag findet im Brooks Sortiment mit dem Mazama und dem Pure Grit 5 geeignetere Alternativen. Vergleichsmodelle: Hoka Speed Goat.

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Hinweis: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen.

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