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21 Seiten Laufschuhtest angereichert mit Tipps zum Laufschuhkauf und
5 Seiten Laufsockentest findet man u.a. in der aktuellen Ausgabe der
Zeitschrift RUNNING. Zuerst werden die Tester vorgestellt und der
Abrollvorgang des Fußes beschrieben. Dann gibt es Tipps zum Laufschuhkauf
von Stephane Franke und ein kleines Lexikon mit den wichtigsten Begriffen
aus der Welt der Laufschuhe. 7 Seiten umfasst alleine der Laufschuhtest für
die Herrenlaufschuhe. Mal etwas anderes ist die Beleuchtung der
Marketingaktivitäten der Hersteller, was auf 3 Seiten erfolgt. 2 Seiten
Vorbericht für den Frauenlaufschuhtest und 4 Seiten Vorstellung von
Frauenlaufschuhen runden das Thema Laufschuhe ab. Zu guter Letzt werden,
nach einem 2-seitigen Vorbericht, auf 3 Seiten Laufsocken vorgestellt. Sehr
aufwendig und umfassend wird der wichtigste Ausrüstungsgegenstand des
Läufers betrachtet. Fast alle Informationen sind gut gegliedert und einfach
und leicht verständlich gehalten.
Aber wie sieht es mit der Qualität des Testes aus? Hat die Masse der
Informationen auch Klasse?
Als erstes werden die Testläufer bzw. verantwortlichen Fachleute
des Laufschuhtestes vorgestellt. Neben Kristina da Fonseca-Wollheim,
die die Frauenlaufschuhe getestet hat, haben Chefredakteur Jens Bodemer,
Oliver Nixdorf (Personalentwicklung Runner's Point) und Pit Jenniches
(Inhaber des Lauffachgeschäftes "City-Sport"-Lauflädle) die Herrenlaufschuhe
unter die Füße genommen. Im Einleitungstext werden ein paar Worte zu
aktuellen Entwicklungen in der Laufschuhbranche gegeben. Allerdings ohne in
die Tiefe zu gehen, was man nach der Ankündigung im letzten Heft hätte
erwarten können. Die Beschreibung des Wunderwerkes Fuß und dessen
Abrollbewegung runden den ersten Teil informativ ab.
Im 2. Teil gibt Stephane Franke Tipps zum Laufschuhkauf. Die Tipps
kratzen aber lediglich an der Oberfläche. Sicherlich sollte man das Thema
nicht überdramatisieren, etwas mehr Gehalt wäre hier jedoch angebracht. Die
Fußform und -fehlstellungen als alleiniges, orthopädisches
Beurteilungskriterium für die Laufschuhwahl zugrunde zu legen ist nicht mehr
up-to-date. Da war die Zeitschrift RUNNING im Herbst letzten Jahres schon
einen Schritt weiter, als Matthias Marquardt zusammen mit Björn Gustafsson
ausführlich die orthopädischen Bestimmungsfaktoren erläuterte. Im Lexikon
werden 7 wichtige Begriffe aus der Welt der Laufschuhe vorgestellt. Darunter
sind neben den Standardbegriffen Pronation, Überpronation, Supination auch
die folgenden Punkte erklärt: Stabilschuh, Lightweightmodell,
Wettkampfschuhe, Marathonschuhe, Lebensdauer von Laufschuhen und zu guter
Letzt die Schuhpflege.
Im ersten Teil des Laufschuhtestes werden 26 Herrenmodelle
vorgestellt. Folgende Modelle wurden getestet: Cairo, Supernova Cushion,
Adistar Control (alle Adidas), Gel Kayano IX, Gel 1080 H2O, GT
2080 (alle Asics), Vapor V, Adrenaline GTS, Glycerin (alle Brooks), 2050 (Avia),
Arrow (Karhu), 855, 830 (alle New Balance), Air Skylon, Air Structure Triax
7, Air Kantara (alle Nike), Complete Peerless II, Abound, Extol II (alle
Puma), SGT 1000 (Fila), Push (Pearl Izumi), Grid Omni 3, 3D Grid Hurricane 5
(alle Saucony), Premier Lite, Premier Road, Premier Control (alle Reebok).
Im Frauenlaufschuhtest wurden zusätzlich der Puma Prevail II, der
Rykä Eclipse Trainer, der Adidas Brevard, der New Balance 764 und 716 sowie
der Saucony Grid Trigon Responsive getestet. Fraglich erscheint mir die
Sinnhaftigkeit der Trennung der beiden Testteile. Sicherlich benötigen
Frauen andere Laufschuhe als Männer, was auch sehr ausführlich und fundiert
auf 2 Seiten zur Einleitung des Frauenlaufschuhtestes dargestellt
wird (sehr lesenswerter Abschnitt nicht nur für Frauen). Aber ein Großteil
der Schuhe ist damit doppelt im Heft vertreten, ohne besondere
Zusatzinformationen bläht diese Aufteilung den Test unnötig auf.
Interessanter wäre für die Leserinnen eine Vorstellung von Laufschuhen
gewesen, die es eben nicht auch als Herrenmodell gibt. Der Test für die
Frauenlaufschuhe ist zudem etwas schlichter vom Inhalt gehalten. Ob man da
Frauen weniger Interesse oder Involvement unterstellt :-/ Unverständlich ist
für mich zudem die Tatsache, warum bei den Frauen in leichte, mittelschwere
und schwere Läuferinnen unterschieden wurde und bei den Herrenmodellen
lediglich in leichte und schwere Läufer. Darüber hinaus fehlt eine
Definition der Gewichtsklassen. Dadurch lässt sich dieses Kriterium nicht
beurteilen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass man zumindest teilweise
Schuhe ganz klar als ungeeignet für bestimmte Läufertypen erklärt. Dies ist
eine der häufigsten Schwächen der Laufschuhtests. Die Aussage "Jeder Schuh
ist für jeden Läufer noch irgendwie geeignet" hilft mit als Käufer nicht
weiter.
Eine Einteilung in Laufschuhklassen erfolgt nicht. Zur leichteren
Orientierung und v.a. als Einkaufshilfe wäre das aber äußerst sinnvoll
gewesen. Haarsträubend sind die Zuordnungen mancher Schuhe zu den Fußtypen
(mangels Laufschuhklassen). Auszugsweise einige Beispiele: So wird der
neutrale Laufschuh Adidas Supernova Cushion für Überpronierer als geeignet
eingeordnet. Die gleiche Wertung erhält der Brooks Vapor, der über eine
Pronationsstütze verfügt. Das passt nicht. Auch der neutrale
Lightweighttrainer NB 830 ist sicherlich kein Schuh für Überpronierer
(zumindest nicht ohne Einlage) auch wenn er im Test als ein solcher
dargestellt wird. Das der Nike Air Kantara im Vorfuß schlechter wie der Air
Structure Triax gedämpft ist und zudem für Supinierer noch bedingt geeignet
ist, halte ich ebenfalls für ein Gerücht. Empfehlungen wie die des Adidas
Adistar Control für alle Fußtypen kennt man eigentlich nur von Zeitschriften
wie Fit for fun. Ein Schuh mit einer durchgehenden 2. Zwischensohlenhärte
und einer ins Dämpfungssystem intergrierten Pronationsstütze (konvexes
Element), der teilweise sogar als Bewegungskontrollschuh angeboten wird, ist
für den Neutralfußläufer und Supinierer alles andere als geeignet.
Widersprüche wie das Testergebnis für den GT 2080, der bei den Männern
richtig als für Supinierer ungeeignet eingeteilt wird und bei den Frauen als
bedingt geeignet, hinterlassen ein konfuses Bild. Da ist es schon ein
kleines Übel, dass im Herrenlaufschuhtest beispielsweise der GT 2080 als
Damenmodell abgebildet ist. Wenn man die Testteile schon trennt, dann
sollten auch die Bilder jeweils passen. Einige Rechtschreibfehler stören den
Lesefuß des Testes sowie der Berichte. Das sollte sich vermeiden lassen.
Leider plaudern Oliver Nixdorf und Pit Jenniches nicht aus ihrer
langjährigen Beratungspraxis. Beide hätten hier den Test entscheidend
aufwerten können. Immerhin erfolgen einige persönliche kritische Anmerkungen
und die Beschreibungen der Schuhe im Fazit sind (größtenteils) brauchbar.
Die Tradition der kritischen Betrachtung der Laufschuhe im
RUNNING-Laufschuhtest wurde zumindest teilweise beibehalten.
Lesenswert (zumindest für den Laufschuhinteressierten) ist der 3-seitige
Bericht über die Marketingaktivitäten der Laufschuhhersteller. Wer
liegt am Markt vorne? Wer bietet welches Sortiment an? Welche Innovationen
haben die Hersteller hervorgebracht? Wer ist Technologieführer? Wie sieht
das Sponsoring aus? ..... Antworten auf diese Fragen und weitere
Informationen findet man in diesem mal etwas anderen (Stärke von RUNNING)
Artikel.
Gut ist auch immer der alljährliche Sockentest. Auf 3 Seiten bekommt
man einen Überblick über die gängigsten Laufsocken. Und da soll noch mal
einer sagen, dass nur Falke Laufsocken machen würde.
Fazit: Ein Laufschuhtest dessen Umfang nicht über die vorhandenen
Schwächen hinwegtäuschen kann. Das "Drumherum" ist gut und informativ. Der
eigentliche Test nur durchschnittlich.
Den aktuellen Laufschuhtest der Zeitschrift
RUNNING kannst du dir
kostenlos auf der Seite
von
Runner's
Point
herunterladen.
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In der aktuellen Ausgabe
(Special 02/2003)
stellt RUNNING
32 Laufschuhe vor.
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