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In der aktuellen Ausgabe (04/2004) stellt Runner's World im alljährlichen
Frühjahreslaufschuhtest 33 Laufschuhe vor. In dem 16-seitigen Artikel
wird zunächst auf drei Seiten auf den Runner's World Laufschuhtest
(Vorgehensweise u. ä) eingegangen. Dann folgt der alljährliche Abschnitt
"Den Fußtyp bestimmen - So finden Sie den richtigen Laufschuh", gefolgt vom
Laufschuhlexikon. Die restlichen zehn Seiten sind dem eigentlichen
Laufschuhtest vorbehalten.
"Der größte Laufschuhtest der Welt" wird jetzt noch größer
angelegt. Inzwischen sind für Runner's World im Testzentrum in Austin
(Texas/USA) 360 Testläufer unterwegs. Bei keinem anderen Laufschuhtest sind
nur annähernd so viele Testläufer
mit den Laufschuhen unterwegs. Perfekte Voraussetzungen für den besten aller
Tests. Wird dem Leser wirklich "optimal geholfen, den für ihn richtigen
Schuh herauszufiltern bzw. die Auswahl zu erleichtern", wie es das erklärte
Ziel des Tests ist? Auch dieses Mal wird
der Test auf Laufschuhkauf.de kritisch beleuchtet: Wie hilfreich ist der
Test wirklich? Ist er die versprochene Einkaufshilfe?
Die ersten drei Seiten sind der Vorstellung des Laufschuhtests von
Runner's World gewidmet. In diesem ersten Abschnitt wird darauf eingegangen,
dass inzwischen 360 Testläufer für Runner's World mit den Laufschuhen
unterwegs sind. Eine imposante Zahl! Die Testläufer haben eine
Gemeinsamkeit: Sie laufen mindestens 30 km die Woche. Ansonsten finden sich
alle Läuferschichten: 17 - 75 Jahre, leichte - schwere Läufer (50 - 120
Kilogramm Körpergewicht), ambitioniert - freizeitorientiert, .... Eine gute
Mischung. Einen Monat laufen die Tester (pro Schuh mindestens fünf Tester)
mit den Schuhen und geben dann ihren Bericht ab. Sicherlich werden die
Modelle immer passend zum Läufertyp vergeben, aber es überrascht doch ein
wenig, dass kaum Kritik an den Modellen kommt. Nach Informationen aus dem
Fachhandel gibt es jedes Jahr Schuhe, die in der neuen Version
"verschlimmbessert" wurden. Genau diese Punkte müssten doch auch den vielen
Testläufern auffallen. Im neuen Testcenter in East Lansing (Michigan/USA)
können die Schuhe jetzt sogar zusätzlich noch maschinell getestet werden. So
lässt sich dort bspw. testen, wie flexibel, wie stark gedämpft oder wie
stabil ein Laufschuh ist. Zudem sind exaktere Aussagen darüber möglich, wie
lange ein Laufschuh hält. Gerade diese Aussagen wären natürlich nicht nur
für die Industrie, sondern auch für die Läufer interessant. Ebenso verhält
es sich mit den Schuhen, die aufgrund von "Mängeln" nicht in den Test
aufgenommen wurden. Hier wären die Namen interessant. Diese werden leider
nicht genannt. Schön und gut wenn auf solche Testvoraussetzungen
zurückgegriffen werden kann, perfekt wenn diese auch (in größerem Maße) in
den Test einfließen würden.
Die unterschiedlichen Fußformen bzw. -fehlstellungen
werden im Abschnitt "Den Fußtyp bestimmen - So finden Sie den
passenden Laufschuh" erläutert. Dieser Wegweiser zum passenden Laufschuh
ist jedes Jahr der gleiche und jedes Jahr DER Schwachpunkt des Tests. Die Einteilungen
in die Laufschuhklassen werden alleine aufgrund des Fußtyps vorgenommen.
Sicherlich ist der Fußtyp ein wesentliches Einteilungskriterium nur eben
nicht das alles allein entscheidende. Der Test zur Bestimmung des Fußtyps "den
nassen Fuß auf einen wassersaugenden Untergrund stellen", macht wenig Sinn.
Dabei erfolgt, wenn überhaupt, eine Bestimmung der statischen Verhältnisse.
Viel wichtiger sind aber die dynamischen Verhältnisse, d.h. das Verhalten
von Fuß und Beinachse unter Bewegung. So muss ein Senkfuß nicht unbedingt
mit einer Überpronation einhergehen. Die Schuhempfehlung für Normalfußläufer
bleibt wie jedes Jahr widersprüchlich. Der Normalfuß wird als "Fuß mit
normalem Fußgewölbe und natürlicher Pronation" beschrieben. Dies entspricht
dem Verständnis des Neutralfußes auf Laufschuhkauf.de. Fraglich
ist die Empfehlung, bei solch einem Fuß einen Stabilschuh, d.h. einen
Schuh mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Pronationsstütze zu
tragen. Ein neutraler Fuß (= Normalfuß) mit natürlicher Pronation benötigt
keinen Schuh mit einer Pronationsstütze. Es sei denn der im Rückfuß viel zu
hoch gebaute Laufschuh sorgt für den (un)nötigen Kipphebel unter dem Fuß. Mit einem Stabilschuh wird
der natürliche Dämpfungsmechanismus
des Körpers wegkorrigiert und der Fuß in eine unnatürliche Abrollbewegung
gedrückt. Hier müsste die Empfehlung lauten: "Wählen Sie Schuhe der
Kategorie Dämpfung." Das ein Senkfuß nicht unbedingt und zwangsläufig eine
Überpronation nach sich zieht, ist sicher kein Geheimnis. Trotzdem geht der
Text davon aus und empfiehlt Laufschuhe, die Fehlstellungen korrigieren.
Die dafür empfohlenen Laufschuhe sind Bewegungskontrollschuhe. Leichtgewichtige Überpronierer sind mit Stabilschuhen sicherlich gut
bedient. Selbst die meisten mittel- und schwergewichtigen Läufer mit einer
Überpronation kommen meist mit Stabilschuhen gut zurecht und benötigen keine
Bewegungskontrollschuhe wie unter dem Text "Senkfuß" empfohlen wird. Die
hohe Zahl von 75 % Überpronierern ist kritisch zu hinterfragen. Abgesehen
davon ergeben 75 % Überpronierer, 25 % Normalfußläufer und 5 %
Unterpronierer zusammen 105 % ;-) Die Tatsache das man auch über den Vorfuß
laufen kann (und dementsprechend u. U. andere Schuhe tragen sollte), bleibt
an dieser Stelle ohne jede Erwähnung.
Im Laufschuhlexikon werden die wichtigsten Fachbegriffe aus der Welt der
Laufschuhe erläutert. So werden z.B. die Klassiker Überpronation und
Supination erklärt. Hier könnte Runner's World ausführlicher werden
(was in früheren Jahren auch schon der Fall war) und mehr Begriffe erläutern. Hingegen bedürfen Begriffe wie Rück- und Vorfuß
nicht unbedingt der Erläuterung.
Im Laufschuhtest ist die Modellverteilung dieses Mal (fast)
optimal.
Eine große Modellzahl in allen Laufschuhklassen wurde gestestet. Im
Gegensatz zu früher sind die Bewegungskontrollschuhe aber fast
unterrepräsentiert. Auch ist es fraglich, ob so manches Modell
unbedingt in einen Laufschuhtest aufgenommen werden sollte. Neben 14 Stabilschuhen werden
10 Neutrallaufschuhe, 5 Lightweighttrainer, 1 Bewegungskontrollschuh und 3
Geländelaufschuhe vorgestellt. In Bezugnahme auf die 75 % Überpronierer
wären es aber eindeutig zuviel Neutrallaufschuhe. Einige Schuhe sind nur schwer auf dem deutschen Markt
erhältlich und erfordern einigen Suchaufwand. 8 Lightweighttrainer/Wettkampfschuhe werden in der
ab 16.04.2004 erhältlichen Maiausgabe vorgestellt.
Sehr gut ist die Herstellerverteilung der getesteten Modelle. Neben 3 Modellen von Adidas (Supernova
Cushion, Supernova Trail, Universal), 4 von Asics (Gel DS Trainer IX, Gel
Kayano X, Gel 1090 H2O, GT 2090), 3 von Brooks
(Adrenalin GTS 4, Radius, Epiphany), 1 von Columbia (Titanium Reflex), 1 von
Diadora (Mythos 300 D.A.2), 1 von Etonic (Delta LC), 1 von Fila (Flow
K4), 1 von Merrell (Stormfront Goretex), 3 von Mizuno (Wave Maverick 3, Wave
Mercury 4, Wave Rider 7), 3
von New Balance (815, 900, 1221), 3 von Nike (Air Pegasus 2004, Air Perseus, Air
Shox FSM), 1 von Pearl Izumi (Vital), 3 von Puma (Complete Heras, Complete
Phasis, Complete Tenos), 2 von Reebok (Premiere Road 2, Premiere Ultra) sind 3 von Saucony (Grid
Fastwitch Endurance, 3D Grid Hurricane 6, 3D Grid Triumph) im Test zu finden.
Die Empfehlungen für die einzelnen Zielgruppen sind, wie bereits im Herbstlaufschuhtest,
besser und trennschärfer als in der Vergangenheit. Trotz allem bleibt die Punkteverteilung bei
den Kategorien Fußtyp und Körpergewicht der große Schwachpunkt. "Jeder Schuh ist für fast jeden
irgendwie geeignet" so könnte
die teilweise unlogische Einordnung der Schuhe an dieser Stelle
zusammenfasst werden (auch wenn der Empfehlungstext die Punkteverteilung zumindest teilweise
relativiert). Genauso wenig
macht eine Pauschalempfehlung eines Schuhes für Läufer aller Gewichtsklassen Sinn.
Zum Beispiel wird der weiche Nike Air Pegasus sowohl für den leichten als
auch den schweren Läufer als sehr gut bzw. gut geeignet eingestuft. Diese
Pauschalempfehlungen bezüglich des Körpergewichts finden sich bei den
meisten Schuhen, so auch bei den Lightweighttrainern. Darüber hinaus sind
Schuhe mit zweiter Zwischensohlenhärte (= Pronationsstütze) wie z. B. der
Asics Gel Kayano Unterpronierern nicht mal als ausreichend zu empfehlen (was
aber RW bei allen gestützten Modellen macht), sondern für diese Läufergruppe
einfach ungeeignet. Für Supinierer gibt es am Markt nur wenige wirklich
geeignete Modelle, aber mit den zahlreich erhältlichen Neutrallaufschuhen
kommen viele Supinierer gut zurecht.
Die Klasseneinteilung der Laufschuhe in Dämpfungs-, Stabil-,
Bewegungskontroll- sowie Trailschuhe und Lightweighttrainer ist in sich stimmig.
Die Produktbeschreibungen enthalten einige wenige Fehler. Das trübt das Bild. Die Aussage, dass das Modell Brooks Adrenaline GTS 4
verändert wurde trifft nicht zu. Laut RW soll z. B. die Außensohle
überarbeitet worden sein (u. a. mehr Flexkerben), was aber definitiv nicht
der Fall ist. Das hätte eigentlich auffallen müssen, da der Schuh bereits in
drei aufeinander folgenden Tests dabei war. Das Modell Adidas Universal ist
zwar sehr stabil und torsionssteif, hat aber keine Pronationsstütze und
demnach auch nicht die des Supernova Control, wie in der Produktbeschreibung
von RW vermerkt. Die Gewichtsangaben sind zwar ein eher unwichtiger
Teil, könnten aber zur besseren Vergleichbarkeit einheitlich auf Größe US 9
bzw. US 10 bezogen werden und nicht wie im Test auf drei verschiedene
Größen. Bei einem Schuh erfolgt die Gewichtsangabe in US 9, beim nächsten in
US 10 und beim dritten in US 9,5. Insgesamt sind die Produktbeschreibungen zwar
informativ, aber etwas knapp und v. a. die entscheidenden Punkte wie
Veränderungen zum Vorgänger, Bauweise und Passform kommen zu kurz. Die
Beschreibungen sind teilweise auch so positiv abgefasst, dass sie an
Katalogtexte der Hersteller erinnern. Wer solch einen Aufwand bei den Tests
betreibt und v. a. betreiben kann, der müsste die Laufschuhe einfach
kritischer beurteilen. Zumal sich das RW als Meinungsführer im
Laufsportmarkt eher erlauben könnte, wie ein kleineres Magazin. "Das größte
Laufmagazin der Welt" sollte auch in der Lage sein den besten Laufschuhtest
aller Fachzeitschriften abzuliefern. Ob das mit diesem Test dieses Frühjahr
gelingt, ist äußerst kritisch zu hinterfragen.
Fazit: Gemessen am Anspruch von Runner's World ist der Test nur
durchschnittlich. Verglichen mit den zahlreichen auf dem Markt erhältlichen
Tests ist er trotzdem einer der besten. Außer Frage steht, dass der Test auch dieses
Mal einen umfassenden Überblick, der am Markt erhältlichen (neuen)
Laufschuhe gibt. Allerdings wirken die Testberichte zu oft wie Katalogtexte
der Hersteller. Mehr Mut zur Kritik und eine differenziertere,
trennschärfere Einordnung bzw. Empfehlung der Laufschuhe würden seine
Eignung als Einkaufshilfe (das soll der Test laut RW sein) aufwerten. Der
Text "So finden Sie den passenden Laufschuh" geht einfach zu wenig in die
Tiefe, ist zu undifferenziert und hilft dem Läufer bei der Schuhauswahl nur
sehr bedingt weiter. Der Test ist als Einkaufshilfe nur eingeschränkt geeignet.
Hinweis: Auf der
Internetseite
von Runner's World finden Sie Teile des aktuellen
Laufschuhtests.
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Kurzbewertung Runner's World Laufschuhtest |
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Allgemein |
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Layout |
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Übersichtlichkeit |
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Einleitungstext |
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Laufschuhlexikon |
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Laufschuhtest |
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Herstellerverteilung |
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Modellverteilung |
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Klasseneinteilung der Laufschuhe |
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Zielgruppen-Empfehlung |
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Produktbeschreibung |
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Modellkritik |
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weitere Inhalte des Artikels* |
OO |
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Der Test ist als Einkaufshilfe ... |
... eingeschränkt geeignet** |
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Legende
O = mangelhaft, OO =
ausreichend, OOO = befriedigend, OOOO = gut, OOOOO = sehr gut
*Die Wertung bezieht sich auf den Artikel "Den Fußtyp bestimmen -
So finden Sie den passenden Laufschuh" |
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In der
aktuellen Ausgabe
(04/2004) stellt Runner's
World
33 Laufschuhe vor.
In der ab 16.04.2004 erhältlichen
Maiausgabe werden 8
Lightweighttrainer/Wettkampfschuhe
getestet.
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