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So lässt sich kurz und knapp der aktuelle Laufschuhtest der Fachzeitschrift
Runners World zusammenfassen. Wieder einmal ist der Test unkritisch und
inhaltlich nicht übermäßig fundiert.
In der aktuellen Ausgabe (04/2005) stellt Runner's World im alljährlichen
Frühjahreslaufschuhtest 41 neue Laufschuhe vor. In dem 18seitigen Artikel
wird zunächst auf zwei Seiten auf den Runner's World Laufschuhtest
(Vorgehensweise u. ä) eingegangen. Eine "Entschuldigung" für den
unkritischen Test wird dort gleich mitgeliefert. Zitat: "Manchmal werden
wir gefragt, warum unsere Testurteile überwiegend positiv ausfallen. Dazu
lässt sich sagen: Alle Schuhe, die wir vorstellen, entsprechen grundsätzlich
den Anforderungen an einen funktionellen Laufschuh. Bei Modellen, die dies
nicht gewährleisten, nehmen wir Rücksprache mit den Herstellern und weisen
sie auf die Mängel hin. Diese Modelle kommen erst gar nicht in die
Vorstellung." Trotz allem soll es Modelle geben, bei denen den
Testläufern negative Dinge aufgefallen sind. Oder sind die amerikanischen
Tester so schmerzfrei? :-/ Interessant und lesenswert ist der zweiseitige
Vorschaltartikel "Wie viel Stabilität braucht ein Laufschuh?" in
dem dieses zunehmend sensiblere Thema gut aufbereitet wird. Allerdings
findet sich das dort Geschriebene nur ansatzweise im Laufschuhtest wieder.
Sehr gelungen ist die Aufmachung des Tests. Sehr gut aufgebaut,
schöne Fotos und eine übersichtliche Seitengestaltung lassen den Test auf
den ersten Blick sehr hochwertig erscheinen. Beim Blick auf den Inhalt
kommen allerdings die Schwächen zu Tage.
Die unterschiedlichen Fußformen bzw. -fehlstellungen
wurden dieses Mal den einzelnen Laufschuhklassen zugeordnet und dort
erklärt. Inhaltlich wurden sie im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert.
Die Qualität dieser Abschnitte ist genauso schwach wie in den Jahren zuvor.
Um sich selbst als Läufer in eine der fünf Laufschuhklassen einzuordnen wird
empfohlen alleine den Fußtyp als Kriterium zugrunde zu legen. Der Fußtyp ist
aber nur eines von vielen Einflusskriterien auf die Auswahl der Laufschuhe.
In das Bild passt, dass RW weiterhin Stabilschuhe für Läufer mit natürlicher
Pronation empfiehlt.
Im Laufschuhtest ist die Modellverteilung innerhalb der einzelnen
Laufschuhklassen sehr gut. In
allen Laufschuhklassen wurden ausreichend viele Modelle getestet. Neben 18 Stabilschuhen
wurden 14 Neutrallaufschuhe, sechs Lightweighttrainer und drei
Bewegungskontrollschuhe vorgestellt. Gut ist die Herstellerverteilung
der getesteten Modelle. Neben vier Modellen von Adidas (G.F.F. Revenge,
Adistar Cushion, Supernova Cushion, Supernova Competition), vier von Asics
(Gel Kayano XI, GT 2100, Gel DS Trainer X, Gel Landreth), einem von Bär
(Performance), drei von Brooks (Trance NXR, Glycerin 3, Axiom), einem von
Diadora (Mythos Axeler), drei von Fila (Flow Sanctuary, Flow Providence,
Flow Reckoning), zwei von Karhu (Wire AP, Ypsilon), drei von Mizuno (Wave
Inspire, Wave Nirvana, Wave Rider VIII), fünf von New Balance (1050, 854,
718, 844, 766), drei von Nike (Air Max Moto III, Air Perseus 2, Air Zoom
Elite), einem von Pearl Izumi (Float), vier von Puma (Complete Tenos,
Complete Theron, Complete Phasis II, Complete Phylas), drei von Reebok
(Premier Road Plus II, Premier Ultra II, Premier Road Lite III), zwei von
Rykä (Acend, N-Gage) ist eines von Saucony (3D Grid Triumph 2) im Test zu
finden. Fraglich ist, ob so manches Modell unbedingt in den Laufschuhtest
aufgenommen werden sollte. Schuhe wie ein Fila Flow Reckoning oder ein Pearl
Izumi Float sind zum Beispiel nur äußerst schwer erhältlich. Die Modellzahl
der einzelnen Hersteller repräsentiert zudem nicht die Verteilung und
Bedeutung der Marken auf dem deutschen Markt. Aber das kann natürlich
positiv gesehen werden. So erlangen auch Hersteller, die eher unbekannt sind
etwas mehr Bekanntheit.
Die Empfehlungen für die einzelnen Zielgruppen sind dieses Mal
wieder an einigen Stellen haarsträubend. Die Punkteverteilung bei
den Kategorien Fußtyp und Körpergewicht ist und bleibt auch dieses Mal einer
der großen Schwachpunkte des Tests. "Jeder Schuh ist für fast jeden
irgendwie geeignet" so könnte die teilweise unlogische Einordnung der Schuhe
an dieser Stelle zusammenfasst werden (auch wenn der Empfehlungstext die
Punkteverteilung zumindest teilweise relativiert). Pauschalempfehlungen von
Schuhen für Läufer aller Gewichtsklassen und Abrollverhalten kann es nicht
geben - aber genau das wird an einigen Stellen gemacht. Beispielsweise wird
der Mizuno Wave Rider VIII für Läufer aller Gewichtsklassen als sehr gut
geeignet empfohlen. Auch der Bewegungskontrollschuh Puma Complete Phylas
wird für leichtgewichtige Läufer noch als gut eingestuft. Des weiteren ist
es fraglich, ob ein Wettkampfschuh wie der Adidas Supernova Competition für
schwere Läufer hinsichtlich des Körpergewichtes als gut geeignet einzustufen
ist. Auch bei den Empfehlungen für unterschiedliches Abrollverhalten geht
einiges durcheinander. Zum Beispiel ist der Neutrallaufschuh Adistar Cushion
zur Innenseite hin so stabil, dass er Supinierern nicht empfohlen werden
sollte. Trotzdem erhält er im RW Test ein gut geeignet für Supinierer.
Auch wenn RW den Asics Gel Kayano XI für Normalfußläufern empfiehlt, ist der
Grenzgänger zu den Bewegungskontrollschuhen für diese Zielgruppe sicher
nicht sehr gut geeignet einzustufen. Ein Asics GT 2100 ist gerade für
Überpronierer ein sehr geeigneter Schuh und nicht wie im Test geschrieben
für Normalfußläufer. Der New Balance 1050 wird trotz der stabilen
Pronationsstütze für Überpronierer und Normalfußläufer als sehr geeignet
angesehen. Wenigstens werden Stabilschuhe mit deutlicher Pronationsstütze
nicht mehr für Supinierer empfohlen. Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt
zu den bisherigen Tests.
Die Klasseneinteilung der Laufschuhe in Dämpfungs-, Stabil-,
Bewegungskontroll- sowie Trailschuhe und Lightweighttrainer ist dieses Mal
wieder auf ähnlich durchschnittlichem Niveau wie im vergangenen Herbst. Über
einige Modelleinordnungen lässt sich sicherlich streiten. Unstrittig ist
aber, dass zum Beispiel ein Schuh wie der Nike Air Perseus kein Dämpfungsschuh sondern ein
Stabilschuh ist. Abgesehen davon ist das Modell Nike Air Max Moto III ein
Neutrallaufschuh und kein Stabilschuh. Auch die Einstufung des New Balance
als Bewegungskontrollschuh verursacht beim Leser Verwunderung. Handelt es
sich hierbei doch um einen Stabilschuh. Aus diesem Grund ist die Tatsache
wenig überraschend, dass auch die Punkteverteilungen bei der Rubrik
Kategorie (Wettkampf, Dämpfung, Stabilität und Trail) des öfteren nicht ganz
stimmig sind.
Die Produktbeschreibungen enthalten wieder einige Fehler. Das trübt
das Bild und wirkt schlecht recherchiert. Mal ein falscher Preis wie beim
Modell New Balance, dass 115,- und nicht 90,- € kostet, mal angebliche
Veränderungen am Modell, die nicht stattgefunden haben (der Brooks Glycerin
3 ist beispielsweise nicht neu, sondern wurde lediglich farblich
umgestaltet), mal ein nicht ganz richtiger Name (Premiere statt Premier im
Namen der Schuhe bei Reebok) usw. Ansonsten werden v. a. technische
Dinge beschrieben, die der Leser auch bei den Herstellern im Produktkatalog
findet. Passformhinweise kommen insgesamt zu kurz. Kritische Anmerkungen
fehlen fast ganz.
Fazit: Sicherlich ist der Runners World Laufschuhtest einer der
besseren Tests am Markt. Aber bei den Möglichkeiten und Ansprüchen die
Runners World hat ("Der größte und beste Laufschuhtest der Welt") ist der
Test einfach wenig aussagekräftig. Durch die wenig trennscharfen
Zielgruppenempfehlungen ist der Test als Einkaufshilfe auch dieses Mal nur
bedingt geeignet.
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Kurzbewertung Runner's World Laufschuhtest |
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Allgemein |
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Layout |
OOOOO |
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Übersichtlichkeit |
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Einleitungstext |
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Text "Wieviel Stabilität braucht ein
Laufschuh?" |
OOOO |
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Laufschuhtest |
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Herstellerverteilung |
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Modellverteilung |
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Klasseneinteilung der Laufschuhe |
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Zielgruppen-Empfehlung |
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Produktbeschreibung |
OOO |
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Modellkritik |
OOO |
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Der Test ist als Einkaufshilfe ... |
... eingeschränkt geeignet. |
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Legende
O = mangelhaft, OO =
ausreichend, OOO = befriedigend, OOOO = gut, OOOOO = sehr gut
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In der
aktuellen Ausgabe
(04/2005) stellt Runner's
World
41 Laufschuhe vor.
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