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In der aktuellen Ausgabe (10/2003) stellt Runner's World im alljährlichen
Herbstlaufschuhtest 29 Laufschuhe vor. Alle Laufschuhe
werden übersichtlich mit Foto, kurzem Text zum jeweiligen Modell, einem
Kurz-Urteil, einer Klasseneinteilung und den technischen Daten
vorgestellt. Darüber hinaus werden 10 Punkte zum Thema Laufschuhe aufgeführt und 13
Fachbegriffe im Laufschuhlexikon erklärt. Im Abschnitt "Der passende
Laufschuh" ist eine Empfehlung "Welcher Schuh bei welchem Fußtyp" zu finden.
"Der größte Laufschuhtest der Welt". So steht es im Test-Info geschrieben.
Bei keinem anderen Laufschuhtest sind so viele (nämlich rund 200 Testläufer)
mit den Laufschuhen unterwegs. Perfekte Voraussetzungen für einen guten
Test. Doch wie sieht das Ergebnis aus? Ist der Test
auch die beste Einkaufshilfe für den Läufer und Schuhkäufer? Oder ist der
Test eher eine Übersicht bzw. reine Produktvorstellung? Auch dieses Mal wird
der Test auf Laufschuhkauf.de kritisch beleuchtet: Wie hilfreich ist der
Test? Was ist gut? Was ist weniger gut?
Auf 3 Seiten werden 10 Punkte zum Thema Laufschuhe aufgeführt. Themen
sind: Warum spezielle Laufschuhe?, Warum gibt es so viele unterschiedliche
Laufschuhe?, Welche Rolle spielt das Körpergewicht bei der Auswahl des
Schuhes?, Wie lassen sich Laufschuhe unterscheiden?, Welche Rolle spielen
Dämpfungs- und Stabilitätselemente in der Mittelsohle?, Wie viele Laufschuhe
sollte ein Läufer besitzen?, Wie lange hält ein Laufschuh?, Was ist bei
Obermaterial und Schnürung zu beachten?, Wie teuer sollten Laufschuhe sein?
und Was ist bei der Passform eines Laufschuhs zu beachten? Die Punkte sind
informativ und gut geschrieben, gehen allerdings wenig in die Tiefe.
Im Laufschuhlexikon werden die wichtigsten Fachbegriffe aus der Welt der
Laufschuhe erläutert. So werden z.B. die Klassiker Überpronation und
Supination erklärt. Hier könnte Runner's World ruhig ausführlicher werden
und mehr Begriffe erläutern. Hingegen bedürfen Begriffe wie Rück- und Vorfuß
nicht unbedingt der Erläuterung.
Die unterschiedlichen Fußformen bzw. -fehlstellungen
werden im Abschnitt "Der passende Laufschuh" erläutert. Dieser Abschnitt ist
jedes Jahr der gleiche und wird dadurch auch nicht besser. V. a. in diesem
äußerst wichtigen Punkt für den Rat suchenden Leser sind zahlreiche
Schwachpunkt zu finden. Die Einteilungen
in die Laufschuhklassen werden alleine aufgrund des Fußtyps vorgenommen.
Sicherlich ist der Fußtyp ein wesentliches Einteilungskriterium nur eben
nicht das alles allein entscheidende. Der Test zur Bestimmung des Fußtyps "den
nassen Fuß auf einen wassersaugenden Untergrund stellen", macht wenig Sinn.
Dabei erfolgt, wenn überhaupt, eine Bestimmung der statischen Verhältnisse.
Viel wichtiger sind aber die dynamischen Verhältnisse, d.h. das Verhalten
von Fuß und Beinachse unter Bewegung. So muss ein Senkfuß nicht unbedingt
mit einer Überpronation einhergehen. Die Schuhempfehlung für Normalfußläufer
bleibt wie jedes Jahr widersprüchlich. Der Normalfuß wird als Fuß mit
normalem Fußgewölbe und natürlicher Pronation beschrieben. Dies entspricht
dem Verständnis des Neutralfußes auf Laufschuhkauf.de. Fraglich
ist die Empfehlung, bei solch einem Fuß einen Stabilschuh, d.h. einen
Schuh mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Pronationsstütze zu
tragen. Ein neutraler Fuß (= Normalfuß) mit natürlicher Pronation benötigt
keinen Schuh mit einer Pronationsstütze. Es sei denn der im Rückfuß viel zu
hoch gebaute Laufschuh sorgt für den (un)nötigen Kipphebel unter dem Fuß. Mit einem Stabilschuh wird
der natürliche Dämpfungsmechanismus
des Körpers wegkorrigiert und der Fuß in eine unnatürliche Abrollbewegung
gedrückt. Hier müsste die Empfehlung lauten: "Wählen Sie Schuhe der
Kategorie Dämpfung." Das ein Senkfuß nicht unbedingt und zwangsläufig eine
Überpronation nach sich zieht ist sicher kein Geheimnis. Trotzdem geht der
Text davon aus und empfiehlt Laufschuhe, die Fehlstellungen korrigieren.
Diese Laufschuhe sind dann allerdings Bewegungskontrollschuhe. Leichtgewichtige Überpronierer sind mit Stabilschuhen sicherlich gut
bedient. Selbst die meisten mittel- und schwergewichtigen Läufer mit einer
Überpronation kommen meist mit Stabilschuhen gut zurecht und benötigen keine
Bewegungskontrollschuhe wie unter dem Text "Senkfuß" empfohlen
wird. Die Praxis zeigt
auch, dass die Zahl von 75 % Überpronierer etwas hoch gegriffen ist. Die
Tatsache das man auch über den Vorfuß laufen kann (und auch etwas andere
Schuhe tragen sollte), bleibt an dieser Stelle ohne jede Erwähnung.
Im Laufschuhtest wurde die Modellverteilung erheblich verbessert.
Neben 11 Stabilschuhen werden 6 Neutrallaufschuhe, 8 Lightweighttrainer/Wettkampfschuhe
und 4 Bewegungskontrollschuhe vorgestellt. Die Zahl der pronationsgestützten
Modelle wurde zugunsten der Lightweighttrainer/Wettkampfschuhe reduziert. Die Klasse Lightweighttrainer/Wettkampfschuhe
ist allerdings fast schon überrepräsentiert, wenn man bedenkt, wer mit diesen Schuhen laufen
kann. Einige Schuhe sind zudem nur schwer auf dem deutschen Markt
erhältlich. 9 Geländelaufschuhe werden in der Novemberausgabe vorgestellt.
Sehr gut ist die Herstellerverteilung der getesteten Modelle. So sind
neben 4 Modellen von Adidas (Calibrate, Climacool Response Cushion,
Competition, Response Control), 4 von Asics (Gel Cumulus V, Gel Foundation
Plus, Gel Nimbus, Verdict DS II), 3 von Brooks
(Adrenalin GTS, Racer ST, Trance NXS), 1 von Etonic (Streetfighter ICO), 1 von Fila (Flow
K3), 3 von Mizuno (Wave Legend II, Wave Maverick 2, Wave Precision), 2
von New Balance (752, 765), 4 von Nike (Air Kantara II, Air Storm Current, Air Structure Triax 7, Air
Zoom Elite), 2 von Puma (Complete Meditation, Complete Finisher Racing), 2 von Reebok (Premier
FSM, Premier Road Light) und 3 von Saucony (Grid Shadow 8, Grid 3D Triumph,
Grid Vision) zu finden. Die Modelle Brooks Adrenaline GTS 4 und Etonic
Streetfighter waren aber schon im Frühjahrestest zu finden und wurden nicht
überarbeitet.
Die Empfehlungen sind wie auch schon im Frühjahreslaufschuhtest
besser und trennscharfer als in der Vergangenheit. Die Punkteverteilung bei
den Kategorien Fußtyp und Körpergewicht schränken die Aussagekraft
allerdings wieder ein. "Jeder Schuh ist für fast jeden geeignet" so könnte
man die teilweise unlogische Einordnung der Schuhe an dieser Stelle
zusammenfassen (auch wenn der Empfehlungstext die Punkteverteilung zumindest teilweise
relativiert). Wettkampfschuhe sind für den schweren, überpronierenden Läufer nicht (als ausreichend) zu empfehlen. Genauso wenig
macht eine Pauschalempfehlung eines Schuhes für Läufer aller Gewichtsklassen Sinn.
Darüber hinaus sind Schuhe mit superstabiler Pronationsstütze Supinierern nur zu
empfehlen, wenn man ihnen schaden will ;-)
Die Klasseneinteilung der Laufschuhe ist in sich stimmig.
Zu Beginn des Tests wird zwar geschrieben, dass nur Laufschuhe in den Test
aufgenommen wurden, die mit mindestens befriedigend getestet wurden,
allerdings wären doch gerade auch die anderen (schlechten) Modelle
interessant. Die Frage dabei bleibt allerdings, welche Schuhe das sein
sollen :-/ Kritische Töne und Passformprobleme müssten bei der riesigen
Anzahl an Testläufern doch fallen. Aber die Runner's World Testläufer
scheinen genügsam zu sein. Im Test sind kaum Hinweise auf Schwachpunkte der
Schuhe zu finden. Nach Informationen aus dem Fachhandel gibt es jedes Jahr
Schuhe, die in der neuen Version "verschlimmbessert" wurden. Genau diese
Punkte müssten doch auch den vielen Testläufern auffallen.
Kleine Fehler wie z.B. die Angabe, dass es den Puma Complete
Meditation, den Puma Complete Finisher Racing und den Brooks Racer ST auch
als Damenlaufschuh gibt (alles Unisex-Modelle bzw. Herrenmodelle, die es
auch in kleinen Größen gibt) sind zwar nicht tragisch, trüben aber etwas das
Bild.
Fazit: Der Test wird immer besser und ist diesen Herbst u. U. sogar
der beste Test der Lauffachzeitschriften ("Schau mer mal was Running so
macht ..."). Als
Einkaufshilfe ist er aber u. a. aufgrund der nicht trennscharfen
Empfehlungen (Punkteverteilung)
auch dieses Mal nur eingeschränkt geeignet. Der Abschnitt "Der passende
Laufschuh" hilft dem Käufer bei der Eingrenzung der für ihn geeigneten
Modelle nicht wirklich weiter, da nur ein Faktor (Fußtyp) von vielen
berücksichtigt wird. Außer Frage steht allerdings, dass der Test einen guten
Überblick der am Markt erhältlichen Schuhe gibt. Wenn man ergänzend den
Frühjahreslaufschuhtest dazu nimmt, hat man (fast) alle wichtigen Modelle im
Test. Etwas mehr Mut zur Kritik und Hinweise zu Passformschwächen würden den
Test weiter aufwerten.
Hinweis: Die
10
Punke zum Thema Laufschuhe sowie
9
Testberichte der 29 getesteten Laufschuhe aus dem Runner's World
Laufschuhtest findet Ihr inzwischen auf der
RW
Homepage.
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Kurzbewertung Runner's World Laufschuhtest |
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Allgemein |
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Layout |
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Übersichtlichkeit |
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Einleitungstext |
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Laufschuhlexikon |
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Laufschuhtest |
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Herstellerverteilung |
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Modellverteilung |
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Klasseneinteilung der Laufschuhe |
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Zielgruppen-Empfehlung |
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Produktbeschreibung |
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Modellkritik |
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Der Test ist als Einkaufshilfe ... |
eingeschränkt geeignet |
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Legende
O = mangelhaft, OO =
ausreichend, OOO = befriedigend, OOOO = gut, OOOOO = sehr gut |
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In der
aktuellen Ausgabe
(10/2003) stellt Runner's
World
29 Laufschuhe vor.
9 Geländelaufschuhe folgen
in der November-Ausgabe. |