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Zumindest für den ein oder anderen Laufschuhhersteller ist das Ergebnis des
Laufschuhtests der Stiftung Warentest vernichtend. So schneiden nicht nur
die Modelle der "Billiganbieter" Reno und Deichmann schlecht ab, sondern
auch die Markenhersteller Reebok und New Balance belegen mit ihren
getesteten Modellen hintere Plätze. Doch macht es Sinn Laufschuhe wie
Kindersitze, Digitalkameras oder Klimageräte zu testen? Wie ist die
Aussagekraft dieses Tests einzuschätzen.
Im Einleitungstext bzw. im den Test begleitenden Text werden ausführlich
die einzelnen Bewertungskategorien und die Vorgehensweise beim Testen vorgestellt. Dabei wird auch jeweils auf
die Testsieger bei den einzelnen Punkten eingegangen. Das große Manko des
Tests ist, dass es einen Testsieger und eine Reihenfolge der Laufschuhe in
der Bewertung gibt. Der Nike Air Zoom Elite ist der beste Laufschuh - Das
ist das Ergebnis des Tests. Die Frage ist nur für wen er der beste Laufschuh
ist. Für alle Läufer oder doch nur für die 70 - 90 kg schweren
Freizeit-Testläufer? Die Antwort auf diese Frage bleibt der Test schuldig.
Dadurch verleitet der Test sicherlich den ein oder anderen Laufschuhlaien
dazu ähnlich wie bei Staubsaugern, Digitalkameras usw. nach dem Testergebnis
seine Schuhe auszuwählen. An keiner Stelle erfolgt ein Hinweis darauf, dass Laufschuhe in Kategorien
eingeteilt werden und diese Kategorien eine grobe vor allem aber sinnvolle
Orientierung für die Auswahl vorgeben.
Auf zwei Seiten sind die Testberichte der 16 Laufschuhe zu finden. Alle Modelle werden mit Foto, dem Preis, dem
Schuhgewicht
und einer Bewertung in den Kriterien Biomechanik, orthopädische Beurteilung,
Laufpraxis und Haltbarkeit vorgestellt.
Die Modellverteilung im Laufschuhtest ist der Zielgruppe der weniger
wettkampf-/leistungsorientierten Läufer angepasst. Im Test finden sich keine
Wettkampfschuhe und mit dem Nike Air Zoom Elite sowie dem Saucony Grid
Swerve lediglich zwei Lightweighttrainer. Neben drei Stabilschuhen werden
zehn Neutrallaufschuhe und ein Trailschuh im Test vorgestellt.
Fraglich ist allerdings, ob die Modellverteilung die tatsächliche
Bedarfsstruktur der Läufer widerspiegelt. Der größere Anteil der Läufer
gehört nicht zur Gruppe der Neutralfußläufer und benötigt demnach andere als
die vorgestellten Schuhe. In diesem Punkt geht der Test an der Zielgruppe
vorbei.
Die Herstellerverteilung der getesteten Modelle ist bei der niedrigen
Anzahl an Modellen in Ordnung. 16 (Laufschuh-)Modelle von
elf verschiedenen Herstellern sind im Test zu finden. Fraglich ist nur
ob Hersteller wie Reebok oder Saucony nicht überrepräsentiert und Brooks und
New Balance nicht unterrepräsentiert sind. Neben
zwei
Modellen von Adidas (Adistar Cushion, Response Cushion),
zwei von Asics (Gel Kayano XI, Gel 1100, einem von Brooks (Glycerin), einem
von Deichmann (Victory), einem von Fila (Flow Sanctuary), einem von
New Balance (1023), zwei von Nike (Air Zoom Elite, Air Perseus), einem von Puma (Complete
Phasis II), zwei von Reebok
(Premier Ultra II, Premier Cushioning), einem von Reno (Tec One) sind zwei Modelle von Saucony (Grid
Swerve, Grid Aura TR 6) im Test zu finden. Für die Zielgruppe
wäre es sicherlich besser gewesen auf bekanntere Modelle als die teilweise vorgestellten
"Exoten" zu setzen. Selbst bei den Markenherstellern wurden
teilweise relativ unbekannte Modelle getestet und die "Renner" gar nicht im
Test aufgeführt. Immerhin wurden, passend für die Zielgruppe, auch Modelle von
Reno und Deichmann getestet. Ein auch auf dieser Seite immer mal wieder
angefragtes Thema. Die Modellzahl hätte durchaus größer sein können.
Wie vom ersten Test vor zwei Jahren gewohnt sind Empfehlungen der Schuhe für die einzelnen Zielgruppen
nur ansatzweise vorhanden. Es werden nur teilweise Einschränkungen bezüglich
des Körpergewichts, des Abrollverhaltens oder des Einsatzbereichs gemacht.
Die Stützfunktion wird zum entscheidenden Kriterium hochstilisiert. Das
dieses Kriterium für einen Neutralfußläufer weniger interessant ist, findet
keine Berücksichtigung. So ist der Neutrallaufschuh Brooks Glycerin auch
nicht dazu gedacht eine deutliche Überpronation zu stützen und erhält wenig
überraschend bei diesem Punkt lediglich eine "Drei". "Bei wem der Knöchel stärker nach
innen abknickt (Überpronation), der braucht deshalb stützende Schuhe, die
dem Fuß Halt geben. Besonders gut dabei im Test: die Adidas-Modelle und der
Nike Air Perseus." Bei den getesteten Adidas Modellen handelt es sich um
die Neutrallaufschuhe Response und Adistar Cushion. Sicherlich sind diese
Schuhe für Neutrallaufschuhe stabil, aber eine deutliche Überpronation
stützen auch diese Schuhe nicht, weshalb sie für diese Zielgruppe nicht
bestens geeignet sind. Im Test wird trotz allem das Modell Adidas Adistar Cushion als "am besten stützender Schuh für Überpronierer"
beschrieben. Leider wird auch nicht danach differenziert wie gut es der
jeweilige Schuh schafft die Pronationsgeschwindigkeit zu reduzieren, sondern
lediglich das übergeordnete Kriterium Stützfunktion angeführt. Eine
Reduktion der Pronationsgeschwindigkeit wäre ein Kriterium, dass für alle
Schuhe erstrebenswert ist während die mediale Stabilität des Schuhs doch
sehr stark mit der Laufschuhkategorie zusammenhängt.
Leider werden nur sehr dürftige Informationen darüber gegeben,
welche Kriterien bei der Auswahl der Laufschuhe tatsächlich eine Rolle
spielen sollten. Auf den Fußtyp, die Beinachse, die Ganglinie, den Laufstil, usw.
wird gar nicht eingegangen. Lediglich zwei Möglichkeiten des Abrollens (Überpronation
und Supination) werden kurz angerissen. Dafür erfährt der Leser, wessen
Sohle nach 2000 Laufkilometern im Dauerbiegetest bricht. Äußerst fraglich
ist nur, ob Laufschuhe wirklich so lange gelaufen werden sollten (allgemeine
Empfehlungen: 800 - 1200 km) und dieses Kriterium dann überhaupt noch eine
(so große) Rolle spielen sollte. Zudem bleibt ebenfalls kritisch zu
hinterfragen, ob die Abnutzung im Einzelfall mit solchen Tests wirklich
"nachgestellt" werden kann. Das Abrollverhalten des menschlichen Fußes
besitzt nicht die Kontinuität einer Maschine. Ähnlich kritisch ist der
Abriebtest des Fersenfutters zu sehen. Ist doch gerade dieser Punkt sehr
individuell durch den Fuß-/Fersenaufbau bestimmt.
Eine Klasseneinteilung der Laufschuhe findet nicht statt.
Alle Schuhe werden auf die gleichen Testkriterien geprüft, unabhängig von
der Laufschuhkategorie, der sie angehören. In diesem Punkt werden Äpfel mit
Birnen verglichen. Ein Asics Gel Kayano hat eine komplett andere Zielgruppe
als ein Brooks Glycerin und ist deshalb z. B. im Punkt Stützfunktion (Pronationskontrolle)
mit diesem sinnvoller Weise auch nicht zu vergleichen. Die Produktbeschreibungen sind
sehr kurz, nur eingeschränkt informativ, dafür aber noch einigermaßen
aussagekräftig. Immerhin kann der Stiftung Warentest nicht vorgeworfen
werden, dass sie die Hersteller (bzw. einige) verschont. Die Reebok-Modelle
bspw. werden schonungslos beschrieben: "Relativ schwerer Schuh. Stützt
Fuß am schlechtesten, deshalb für Überpronierer ungeeignet." So lautet
der Kurzkommentar zum Modell Premier Ultra. Allerdings richtet sich
auch das Modell Premier Ultra nicht unbedingt an Überpronierer.
Tiefergehende Informationen zum Praxistest auf der 8,5 km langen Teststrecke
werden leider nicht gegeben, wären aber sicherlich interessant gewesen.
Der Text "So läuft es am besten" gehört zwar zu den besseren
Inhalten, bietet aber auch weiteres Verbesserungspotential für die Zukunft.
So werden in diesem Text Tipps zum Laufschuhkauf mit Tipps zum Laufeinstieg
vermischt. Interessanter wäre es für den Leser an dieser Stelle Tipps an die
Hand zu bekommen, wie, wo, warum er am besten seine Laufschuhe kauft. Wie er
eine gute von einer schlechten Beratung unterscheidet usw.
Der Text "Wie viel Dämpfung ist genug" fasst kurz und knapp ein viel
diskutiertes Thema zusammen. Denn in Fachkreisen wird schon länger darüber
gestritten, ob nicht ein Zuviel an Dämpfung ebenfalls schädlich ist.
Fazit: Wie auch schon beim ersten Mal ist der Laufschuhtest der
Stiftung Warentest ein Test der eher Verwirrung als Aufklärung schafft. Die
Schwächen vom ersten Test wurden größtenteils beibehalten. Den ultimativen
Laufschuh und den ultimativen Laufschuhtest gibt es nicht. Demnach ist auch
der Test der Stiftung Warentest nur ein Test unter vielen und sicherlich
auch nicht der Test, der in Deutschland Maßstäbe setzt. Unter Umständen kann
er dem versierten Leser als Ergänzung zu anderen Tests dienen. Der Laie wird
dazu verleitet den Testsieger zu kaufen. Leider bekommt die Zielgruppe des
Tests keinen Leitfaden für den Einkauf des wichtigsten
Ausrüstungsgegenstandes an die Hand. Der Test ist als Einkaufshilfe daher
nur sehr eingeschränkt geeignet.
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Kurzbewertung Stiftung Warentest Laufschuhtest |
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Allgemein |
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Layout |
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Übersichtlichkeit |
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Einleitungs-/Begleittext |
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Laufschuhtest |
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Herstellerverteilung |
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Modellverteilung |
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Klasseneinteilung der Laufschuhe |
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Zielgruppen-Empfehlung |
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Produktbeschreibung |
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Modellkritik |
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Text So läuft es am besten |
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Text Wie viel Dämpfung ist genug? |
OOOOO |
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Der Test ist als Einkaufshilfe ... |
... sehr eingeschränkt geeignet. |
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Legende
O = mangelhaft, OO =
ausreichend, OOO = befriedigend, OOOO = gut, OOOOO = sehr gut
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In der aktuellen Ausgabe
(06/2005) stellt Stiftung Warentest
16 Laufschuhe vor.
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