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In der aktuellen Ausgabe (04/2003) stellt Triathlon 26 Laufschuhe vor. Darüber hinaus
werden von Matthias Marquardt sehr ausführliche Tipps zum Laufschuhkauf
gegeben. Alle Laufschuhe werden übersichtlich mit Foto, einer
Klasseneinteilung, technischen Daten und einem
Erklärungstext mit Fazit
vorgestellt. Ein schön aufgemachter, gut gegliederter Artikel. Besonders
interessant ist der Test v.a. für diejenigen, die weniger
Bewegungskontroll- und Stabilschuhe suchen, sondern Schuhe für schnelle
Trainingseinheiten und Wettkämpfe. Der Test spricht hauptsächlich die
Zielgruppe der ambitionierten Läufer bzw. Triathleten an.
Doch wollen wir auch diesen Test kritisch betrachten. Wie hilfreich ist der Test und der
begleitende Artikel? Wo liegen Schwachpunkte?
Äußerst positiv für die Qualität des Testes ist, dass sich Triathlon mit
Matthias Marquardt ein ausgesprochenen Schuh-Spezialisten
"gesichert" hat. Dies zeigt sich nicht nur in den fundierten Tipps zum
Laufschuhkauf, sondern auch im Test selbst. Matthias Marquardt (lange Zeit
bei der Zeitschrift RUNNING als Laufschuhtester aktiv) ist bekannt
dafür, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und dadurch hebt sich der Test
von der Masse ab. So weist Matthias Marquardt auf die Probleme mancher als
"Innovationen" gepriesene Herstellersysteme hin und prangert die teilweise
laienhaften Beratungen im Laufschuhhandel an.
Die Tipps zum Laufschuhkauf sind an den
motion quest Test
der Firma currex angelehnt. Dabei handelt es sich um einen Test, der
aufgrund weniger biomechanischer Zusammenhänge schnell und einfach einen
Überblick über mögliche Schuhalternativen gibt. Problematisch dabei ist nur,
dass das Ergebnis auch hierbei von der Beobachtungsgabe bzw. dem Wissen des
jeweiligen "Testers" abhängig ist. Leider wurde auf eine komplette
Darstellung des Testes verzichtet (aus Vereinfachungsgründen?). Das hätte
die Schuhauswahl zwar nicht unbedingt vereinfacht, dafür aber den Leser
weiter für das Thema sensibilisiert. Die wichtigsten Punkte werden aber
deutlich in den Vordergrund gestellt: Es muss immer das Gesamtbild der
Verhältnisse über die Schuhwahl entscheiden und nicht nur das Einknicken im
Sprunggelenk. Schön das auch mit der weit verbreiteten Annahme "Je mehr
Dämpfung desto besser" aufgeräumt wird. Auch bei den Stützsystemen spricht
Marquardt Klartext und vertritt die sich immer weiter durchsetzende These
"Lieber etwas zu wenig, als zuviel Stabilität". Hinweise auf Weitensysteme
der Hersteller, die sich mehr und mehr durchsetzen, sowie ein Abschnitt zur
Spreizfußproblematik, der am weitesten verbreiteten Fußfehlstellung, runden
die Tipps ab.
Im Vorwort zum Laufschuhtest werden die einzelnen Laufschuhklassen
vorgestellt. Dabei werden die Klassen eindeutig und leicht verständlich
beschrieben. Hervorzuheben ist die Tatsache, dass auch nach geeigneten
Schuhen für Supinierer und Vorfußläufer gesucht wurde. Welcher andere
Laufschuhtest weißt diese Schuhe besonders aus?
Im Laufschuhtest selbst werden 26 aktuelle Laufschuhe vorgestellt.
Darunter sind folgende 7 Stabilschuhe zu finden: Adidas Supernova Control,
Asics GT 2080, Brooks Adrenalin GTS 4, Fila FGT 1000, Puma Extol II, Puma
Complete Peerless II, Reebok Premier Road DMX. Es folgen 7
Lightweighttrainer (Adidas Supernova Competition, Asics Gel DS Trainer VIII,
Brooks Burn, Fila Flow, New Balance 770, Nike Air Skylon, Saucony Grid Azura)
gefolgt von 7 Neutrallaufschuhen (Asics Gel Cumulus IV, Diadora Mythos 280,
New Balance 751, Nike Air Pegasus 2002, Reebok Premier Lite, Rykä Sole Ride,
Saucony Grid Trigon). Für Supinierer als empfehlenswert getestet wurden die
2 Modelle Adidas Response Competition und der Asics-Klassiker Gel Tiger. 3
Wettkampfschuhe (New Balance 731, Nike Triax TC II, Puma Promt II) runden
den Test ab. Sicherlich lässt sich über die Einordnung des ein oder anderen
Schuhes in die jeweilige Laufschuhklasse streiten (z.B. könnte man den Puma
Complete Peerless auch als Bewegungskontrollschuh einordnen), aber die
meisten Modelle sind sehr trennscharf einsortiert. Klare Abstufungen bei der
Stärke der Pronationsstütze unterstützen diesen Punkt genauso wie das Fazit,
dass klare Zielgruppen definiert. So wird z.B. ein Asics GT 2080 nicht als
Pauschalempfehlung vorstellt, sondern gegenüber weniger stabilen Modelle
abgegrenzt. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit hätte man das Fazit
teilweise in die tabellarische Vorstellung der Schuhe integrieren können.
Kleines aber feines Detail ist die Angabe des Schuhgewichts bei Größe US 11,
d.h. Euro 45. Damit ist das Gewicht dem Schuh den MAN letztlich trägt näher
als bei Größe 42. Allerdings können Frauen mit der Gewichtsangabe in Größe
45 relativ wenig anfangen.
Kritische Anmerkungen dürfen bei einem Marquardt-Test nicht fehlen.
Deshalb verwundert es auch nicht, dass z.B. der Fila FGT 1000 mit seiner
Pronationsstütze im Vorfuß nicht ganz so gut wegkommt. Darüber hinaus
erfolgen (teilweise) Beurteilungen der Schuhe und nicht nur reine
Produktvorstellungen wie man sie häufig findet. Deshalb ist hier ist die
Bezeichnung Test angebracht, auch wenn nicht 1000 Läufer mit den Schuhen
unterwegs waren. Kritische Anmerkungen und klare Abgrenzungen helfen mir als
Käufer mehr als reine Lobeshymnen, die ich auch in jedem Herstellerkatalog
bzw. -flyer lesen kann.
Fazit: Ein sehr gelungener Laufschuhtest, der deutlich die
Handschrift von Autor Matthias Marquardt trägt. Der Leserschaft des Magazins
entsprechend wurde der Fokus vorwiegend auf leichte Trainings- und
Wettkampfschuhe gelegt. Problematisch könnte da höchstens noch deren
Erhältlichkeit werden ;-) |

In der aktuellen Ausgabe
(04/2003) stellt Triathlon
26 Laufschuhe vor.
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