Nike Free – Eine laufende Erfolgsgeschichte?

Nike Free Run+ 2 ist meistverkauftester Laufschuh in Deutschland

Generationen des Nike Free 5.0Momentan rangiert der Nike Free Run+ 2 auf Platz 1 der GfK Top Ten der meistverkauftesten Laufschuhe in Deutschland und hat damit sogar Marktführer Asics von seinem Stammplatz vertrieben. Nebenbei hat sich auch noch das Modell Free 3.0 auf Platz 5 in die Asics Domäne gemischt. Außer dem Salomon XA Pro 3D tauchen in der Top Ten Liste der GfK ansonsten nur Asics Schuhe auf. Und auch in der Hitliste aller Sportschuhe die auch Outdoor- und Lifestyleschuhe enthält belegt der Free Run+ 2 den zweiten Platz. Der nächste Laufschuh (Asics GT 2160) taucht hier auf Platz 9 auf. Für die Top Ten Liste der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) melden die „großen“ Händler die Laufschuhe vertreiben ihre Abverkaufszahlen. Demnach kein ganz unbedeutendes Ranking was die Stückzahlen im Laufschuhmarkt anbelangt.

Beim Lesen dieser Zeilen wird sich euch die Frage stellen ob denn inzwischen jeder mit Nike Free läuft? In diesem Punkt hilft dann die Nachfrage beim Händler vor Ort. In Laufspezialistengeschäften werden zwischen 5 und 10 % der verkauften Nike Free zum Laufen verwendet. In großen Sporthäusern und/oder Filialketten sind es eher weniger als 5 %. Demnach profitiert Nike momentan erheblich davon, dass sich der Schuh als Freizeitschuh durchsetzt wie kaum ein anderer Schuh am Markt. Nike trägt diesem Trend mit immer neuen Farben Rechnung. Neben der hohen Bequemlichkeit die der Schuh nachweislich hat sieht er in den Augen vieler Betrachter auch noch gut aus. Da der Schuh inzwischen nicht nur bei den Läufern sondern auch bei den Jugendlichen angesagt ist überraschen die Verkaufszahlen nicht mehr. Als bequemer Freizeitschuh, als „cooler“ Sneaker, als Schuh für Städtetouren, als Schuh zum Zeigen der Laufaffinität oder eben als Natural Running Schuh. Der Nike Free hat viele Einsatzgebiete und Zielgruppen erobert.

Der „Natural Running Trend“ der momentan überall propagiert wird hat demnach eher geringen Anteil am Erfolg. Der Erfolg des Nike Free treibt aber alle anderen Laufschuhhersteller an sich dem Thema zu widmen. So überrascht es kaum, dass fast alle Hersteller 2011/2012 mit Konzepten in dieser Richtung an den Markt gehen bzw. gegangen sind. Mal mit relativ plumpen Abwandlungen des Nike Free wie bei Reebok Flex oder eben mit eigenem Konzept wie Brooks Pure Project oder Saucony Zweitschuh.


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Forschung, Entwicklung und Geschichte des Nike Free

Im Sommer 2002 startete Nike in seinem Forschungslabor in Portland (Oregon) eine umfangreiche Biomechanik-Studie zum Thema Vorteile des Barfusslaufens. Ergebnisse waren unter anderem, dass sich die biomechanischen Abläufe beim Barfusslaufen und beim Laufen in herkömmlichen Laufschuhen stark voneinander unterscheiden. Beim Barfusslaufen erfolgt der Fußaufsatz flacher (nahezu waagrecht) wodurch sich die Aufprallkräfte besser auf den kompletten Fuß verteilen. Dies widerum hat zur Folge, dass mehr Muskeln an Fuß und Unterschenkel zum Einsatz kommen was dazu führt, dass diese gekräftigt werden. Auch die Muskulatur an den Zehen muss (und kann!) beim Barfusslaufen deutlich mehr arbeiten als in Laufschuhen und die Abrollbewegung ist effizienter. Diese entscheidenden Erkenntnisse wurden als Grundlage für die Entwicklung des Nike Free verwendet. Damit war der Nike Free im Sommer 2004 der erste offizielle Natural Running Laufschuh/Fußtrainer. Zumindest verkaufte der Marketingspezialist Nike seine Storry so.

Generationen des Nike Free 5.0Zunächst ging Nike im Sommer 2004 mit dem Free 5.0 an den Markt. Niketypisch natürlich in vielen, verschiedenen Farben. Daneben gab es noch einen Fitnessschuh in dem die Free Technologie zum Einsatz kam. Die Pressemeldung die Nike zur Markteinführung des Free (Größe: 89 kb, Dateityp: PDF) rausgab könnt ihr hier lesen. Nach und nach wurde die Free Reihe um weitere Modelle ergänzt. So gab es im Laufe der Zeit z. B. einen Free 3.0, einen Free 4.0, einen Free 5.0 Trail, einen Free 7.0 der vom Free Everyday abgelöst wurde und im vorletzten Jahr löste das Modell Run+ den Free 5.0 ab. Der Aufbau blieb bis auf den Schaft sehr ähnlich. Trotz allem tat sich der Schuh nach den Anfangserfolgen extrem schwer gegen die klassischen Ansichten im Laufschuhverkauf. Zudem kauften sich die wenigsten Läufer einen „Zweitschuh“ fürs (Koordinations- und Kraft-)Training außerhalb der normalen Laufschuhsortimente. Da v. a. in den USA das Thema nicht aufging wurde seitens Nike kurzzeitig sogar darüber nachgedacht das Free Projekt wieder einzustampfen. Im Nachhinein zum Glück für Nike startete doch der Free 2009/2010 zum kometenhaften Aufstieg durch. Momentan gibt es den Free 3.0 in seiner 3. Auflage (Zusatz V3 = Version 3) und den Free Run+ 2 (der Nachfolger des Free 5.0). Alle Infos zum Aufbau des Nike Free sowie einen Test könnt ihr in dem Artikel Nike Free Special nachlesen. Auch bei den Fitnessschuhen tummeln sich inzwischen viele Schuhe die den Zusatz Free im Namen tragen. Bereits im April 2012 soll die Free Familie erweitert und komplett überarbeitet werden.


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2 Pings

  1. […] Die Ende letzten Jahres eingeführten Natural Running Schuhe Gel Excel 33, Gel Hyper 33 und Gel Volt 33 bekamen lediglich ein Farbupdate. Asics selbst bezeichnet seine Schuhe als “die ersten wirklich laufbaren Natural Running Schuhe”. Unserer Meinung nach sind diese aber mit 10 mm Sprengung, einem Gewicht von rund 300 g und vollgestopft mit Technik (v. a. Dämpfung) zu nah an vielen Lightweighttrainern und “normalen” Trainingsschuhen. Dadurch fehlt die Differenzierung. Cumulus- und Nimbusläufer können sich jetzt überlegen einen etwas dynamischeren Schuh an Stelle ihres bisherigen Schuhs zu kaufen. Eine längere Eingewöhnungszeit wird nicht erforderlich sein. Der Trainingseffekt ist aber auch niedriger als bei vielen Modellen anderer Hersteller dieser Kategorie. Dafür entfällt die “Gefahr” beim Umstieg und die längere Gewöhnung an die Schuhe. Die Natural Kategorie erweitert Asics im Sommer 2012 um weitere 3 Modelle: Gel Attract, Gel Zaraca und Gel Scram. Letzterer deckt den Trailpart ab. Die anderen beiden sind mit 99,95 € bzw. 79,95 € der preisliche Unterbau der 33er Serie. Alle Schuhe haben eine 10 mm Sprengung und ein separates Gel Element im Rückfußbereich. Irgendwie entsteht das Gefühl Asics will damit seinen Rückstand auf Nike Free, Brooks Pure und Co. aufholen. Dann wäre es aber besser gewesen die Kollektion um minimalistischere Schuhe an Stelle von preislich und technisch abgespeckten Varianten der bereits vorhandenen Modelle auszudehnen. Vermutlich liegt diesem Sortimentsunterbau aber die Hoffnung auf “Freizeit-Umsätze” à la Nike Free zugrunde. Vergleiche hierzu den Artikel Nike Free – Eine laufende Erfolgsgeschichte?. […]

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