Laufschuh Neuheiten FS 2016

August ist traditionell der Monat in dem alle Laufschuhmarken ihre Neuheiten, Trends und Updates für die kommende Frühjahr/Sommersaison vorgestellt haben. FS 2016 beginnt dann bereits Mitte November 2015 mit der Auslieferung der ersten Modelle. Im Februar 2016 sind dann nahezu alle neuen Laufschuhe der kommenden Frühjahr/Sommersaison am Markt. Was es an Neuheiten, Veränderungen, Updates und Trends bei den Laufschuhen FS 2016 gibt? Ich habe im folgenden Artikel „Laufschuh Neuheiten FS 2016“ für euch hinter die Kulissen geblickt.


Überblick Laufschuh Neuheiten / Laufschuhtrends FS 2016


Quo vadis Laufschuhmarken FS 2016?

Wie immer machen die einzelnen Laufschuhmarken viel Tam-Tam um die neuen Modelle für das kommende Frühjahr. Die Zahl der wirklich neuen Modelle ist aber wie zumeist überschaubar. Viele Modelle sind lediglich Updates und Überarbeitungen bestehender Modelle. Darüber hinaus laufen rund 40 % der Modelle aus der Saison Herbst/Winter 2015 wenn überhaupt dann lediglich farblich verändert durch. Doch schauen wir im Detail was die einzelnen Marken für F/S 2016 im Köcher haben.

Adidas bringt gestützten 100 % Boost Laufschuh

Boost ist inzwischen bei Adidas das neue Adiprene und als Zwischensohlen- und Dämpfungsmaterial in nahezu jedem ernsthaft zum Laufen geeigneten Straßenlaufschuh von Adidas verbaut. Nachdem im Frühjahr mit dem Ultra Boost der erste Laufschuh vorgestellt wurde der über eine Mittelsohle aus 100 % Boostmaterial verfügt, folgt in FS 2016 die erste gestützte Variante mit 100 % Boost in der Zwischensohle. Sein Name: Adidas Ultra Boost ST. Genau genommen ersetzt der Ultra Boost ST aber nur das nicht mehr im Sortiment befindliche Modell Adistar Boost. Die UVP wird wie die des Adistar Boost bei 179,95 € liegen.

Neben ein paar Farbupdates und Überarbeitungen bestehender Modelle kommt dann im Februar mit dem Modell Pure Boost X noch ein ganz neuer, reiner Damenlaufschuh zu einer UVP von 119,95 € auf den Markt. Besonderheit am neutral aufgebauten Pure Boost X ist die Passform. Der Schaft ist nur im Rück- und Vorfußbereich mit der Zwischensohle verbunden. Der im Mittelfuß nicht aufliegende Schaft soll wie ein Socken sitzen und sich durch die „Freiheit“ in diesem stark beanspruchten Bereich flexibler an die Laufbewegung anpassen als das bei herkömmlichen Laufschuhen der Fall ist. Wie bei Boost gewohnt versucht Adidas den Schuh auch über die Optik einer breiteren Zielgruppe zuzuführen. Zielgruppe sind jüngere Läuferinnen, die weniger ambitioniert trainieren (u. a. kürzere Strecken) und die gesteigerten  Wert auf die Optik des Schuhs legen. Dieser Ansatz optisch andere Laufschuhe für die jüngere Zielgruppe zu machen zieht sich wie ein roter Faden durch die Sortimente der Laufschuhmarken in der kommenden Frühjahr-/Sommersaison. Ob das funktioniert werden die Läufer(innen) mit den Füßen abstimmen.

Asics launcht Meta und FuzeX Serie

Ganz neu und exklusiv launcht die Marke aus dem japanischen Kobe im Dezember die Meta Series. Die zunächst aus einem Damen- und einem Herren-Laufschuh bestehende neue High-End und Top-Produktlinie vertreibt Asics im Dezember mit einer Handvoll Händler und im Februar mit einer etwas erweiterten aber nach wie vor kleinen Auswahl von Händlern. Der wohl in schwarz/gold gehaltene Laufschuh soll viele bekannte und einige neu entwickelte Asics Technologien beinhalten und als absolutes Statementprodukt Asics Kernkompetenz im Laufschuhbau unterstreichen. Ein Statement ist auf jeden Fall der Preis. Mit einer unverbindlichen Verkaufspreisempfehlung (UVP) von 250,- € wird er der aktuell teuerste Laufschuh auf dem deutschen Markt sein.

Asics Gel Cumulus 17 W (c) Laufschuhkauf.de Asics Gel Nimbus 18 (c) Laufschuhkauf.de Asics GT1000 4 (c) Laufschuhkauf.de Asics GT2000 4 (c) Laufschuhkauf.de

Ebenfalls eine absolute Neuentwicklung ist die FuzeX Serie. Diese neue Laufschuhlinie enthält jeweils 2 Damen- und 2 Herrenmodelle und soll im Februar 2016 auf den deutschen Markt kommen. Das Modell FuzeX kommt zu einer UVP von 130,- € während die technisch abgespeckte Variante FuzeX Lyte 100,- € kosten soll. Beide Modelle sind neutral aufgebaut und erinnern optisch ein wenig an die „Natural Running Linie“ von Asics. Die Zielgruppe ist wie beim Adidas Pure Boost X jüngere Läufer die den Schuh nicht unbedingt nur zum Laufen nutzen. Wobei es asicstypisch natürlich so ist, dass der Schuh zu 100 % als technischer Laufschuh konzipiert ist. Für die Zielgruppe passend gibt es beide Modelle jeweils in zahlreichen Farbvarianten.

Traditionell bekommen die gestützten Schuhe der Japaner für die FS Saison die Updates. Nachdem der Gel Kayano 22 aber bereits im Oktober 2015 sein vorgezogendes Update erhalten hat und sich optisch sehr stark an den Gel Nimbus 17 anlehnt, stehen im Dezember v. a. die Updates der Modelle GT 3000 4, GT 2000 4 und GT 1000 4 im Fokus. Wie von Asics gewohnt werden Technologien aus den Topmodellen Nimbus und Kayano nach und nach in die günstigeren Vertreter der jeweiligen Kategorie runtergebrochen. So auch bei den GTs. Hauptveränderungen betreffen hier den Schaft und damit die Passform die weiter optimiert wurde.

Wie aus der Saison Frühjahr/Sommer 2015 gewohnt erhält der Gel Nimbus sein Update wieder vorgezogen im März und ist dann als Gel Nimbus 18 bereits im 18. Jahr am Markt. Das die UVP des Gel Cumulus 17 auf 140,- € hochgeht (vorher 130,- €) war zu erwarten gewesen. Etwas überraschend ist nur der Zeitpunkt. Im Sommer 2015 hätte Asics die Preiserhöhung mit einem Update verbinden können. So wird ein Laufschuh im Preis erhöht, der lediglich eine neue Farbe bekommt. In der Goretex-Variante bleibt der Schuh sogar 1:1 gleich und steigt im Preis um 10,- € auf 150,- €. Ebenfalls technisch gleich wird die UVP des Gel Pulse 7 auf 120,- € erhöht (vorher 110,- €). Die Überarbeitungen von Gel DS Trainer 21 und Gel Noosa Tri 11 steigen im Preis ebenfalls um jeweils 10,- €.

Asics Gel DS Trainer 21 (c) Laufschuhkauf.deAsics Gel DS Trainer 21 Neutral (c) Laufschuhkauf.de

Asics 33 DFA 2 W (c) Laufschuhkauf.de  Asics Gel Noosa Tri 11 (c) Laufschuhkauf.de

 

 

 

 

 

Neue Kategorisierung bei Brooks

Wie die meisten Laufschuhmarken hat sich auch Brooks aufgemacht das in den Augen einiger Experten überholte Kategorisierungssystem mit den traditionellen Laufschuhklassen zu überarbeiten. Ziel war ein einfacheres und für den Läufer leicht nachvollziehbares System. Ob das gelungen ist könnt ihr nach der kurzen Vorstellung selbst entscheiden. In einer Matrix teilt Brooks die Schuhe jetzt in mehreren Dimensionen auf. In der ersten Dimension (Wähle aus, wie dein Körper laufen möchte.) wird zwischen Support (= gestützte Schuhe) und Neutral (ungestützte Schuhe) unterschieden. In der 2. Dimension (Entscheide wie du laufen möchtest.) kommen das Laufgefühl und die Dämpfung ins Spiel. Hier soll der Läufer beim Laufgefühl zwischen „float“ (mehr Schuh) und „feel“ (weniger Schuh) sowie zwischen den Dämpfungsausprägungen „responsive“ (reaktive, direkte Dämpfung) und „plush“ (softe Dämpfung) wählen. Daraus ergibt sich dann das Lauferlebnis das der Läufer mit dem Schuh haben wird. Hier wird von Brooks unterteilt in „cushion me“ (weich und schützend z. B. Brooks Glycerin 13), „energize me“ (federnd z. B. Brooks Launch 3), „propel me“ (schnell z. B. Brooks Racer ST 5) und „connect me“ (leicht, flexibel und natürlich z. B. Brooks Pure Flow 5). Die 3. Dimension teilt die Schuhe dann auf in eine erweiterte/verstärkte Erfahrung („amplified experience“ z. B. Brooks Transcend 3) und in eine ausgewogene Erfahrung („balanced experience“ z. B. Brooks Adrenaline GTS 16). Kurzfristig ist die neue Kategorisierung bei Brooks bereits seit ein paar Wochen mit dem Launch des neuen Webshops auf der neu gestalteten Brooks Webseite umgesetzt. Dort findet ihr einen Laufschuhberater der das Konzept klarer werden lässt.

Natürlich gibt es auch bei den Amerikanern für FS 2016 neue Schuhe. Allerdings kommt der einzige komplett neue Schuh erst im Mai 2016 auf den deutschen Markt. Neuro wird der neue, neutral aufgebaute, sehr flexible im Wettkampfbereich eingeordnete Laufschuh heißen. Dabei führt Brooks einige komplett neu entwickelte Technologien ein. Brookytypisch kosmetische Updates bekommen die Modelle Ravenna 7, Adrenaline GTS 16 und Vapor 3. Deutlicher überarbeitet werden die Modelle Transcend 3 und die Pure Linie. Der Transcend wird in seiner 3. Auflage deutlich flexibler und v. a. auch leichter als sein Vorgänger. In der Pure Serie ist für das Modell Pure Connect nach seiner 4. Auflage Schluß. Der Schuh wird in FS 2016 nicht mehr angeboten. Die Modelle Pure Flow und Pure Cadence hingegen bekommen für ihre 5. Auflage eine Komplettüberarbeitung von Schaft über Außen- und Zwischensohle. Die Neutrallaufschuhe Glycerin 13 und Ghost 8 sowie Dyad 8 und Aduro 3 erhalten lediglich Farbupdates bzw. laufen unverändert durch.

Brooks Transcend 3 W (c) Laufschuhkauf.de

Brooks Pure Flow 5 (c) Laufschuhkauf.de

Brooks Launch 3 (c) Laufschuhkauf.de

Brooks Cascadia 11 W (c) Laufschuhkauf.de

Hoka One One wird flach

Ja ihr habt richtig gelesen. In FS 2016 wird es gleich 3 Modelle vom französischen Label Hoka One One geben die im Wettkampfsegment angesiedelt sind und entgegen der typischen Hoka Philosophie deutlich flacher/bodennaher und flexibler aufgebaut sind.

Neben dem Speed Trainer und dem Rocket Trainer ist mit dem Carbon Rocket auch ein reinrassiger Wettkampfschuh im Sortiment. Während der Speed Trainer und der Rocket Trainer mit der „klassischen“ Hoka One One Sprengung von 4,5 mm (Bauhöhe 24,5:20 mm) bzw. 4 mm (Bauhöhe 22:18 mm) daher kommen hat der Carbon Rocket lediglich 1 mm Sprengung (Bauhöhe 20:19 mm). Alle 3 neuen Schuhe wiegen in Referenzgröße US 9 unter 200 g. Die neu entwickelte Race Rocker Technologie kommt in allen 3 Modellen zum Einsatz. Der Carbon Rocket hat zudem eine in die Zwischensohle integrierte Carbonplatte die für eine bessere Kraftübertragung sorgen soll. Die Preise sind bei den Racern wie von Hoka gewohnt eher im mittleren bis höheren Preissegment zu finden. Der Rocket Trainer soll 130,- €, der Speed Trainer 150,- € und der Carbon Rocket 180,- € kosten.

Aber alle bisherigen Hoka Fans können aufatmen: Die beliebten Modelle mit den im Rückfuß bis zu 36 mm hohen Zwischensohlen wird es natürlich weiterhin geben.

Hoka One One Clifton 2 (c) Laufschuhkauf.de

Hoka One One Carbon Rocket (c) Laufschuhkauf.de

Mizuno bringt Neuheiten mit und ohne Wave Platte

In den letzten Saisons ist das Sortiment der gestützten Laufschuhe bei den Japanern mit dem Runbird als Markenzeichen doch relativ schmal geworden. Das lag auch an der Herausnahme des Wave Elixier. Mit dem Wave Catalyst bringt Mizuno in FS 2016 einen würdigen Nachfolger. Mit 10 mm Sprengung  bei einer Bauhöhe von 20:10 mm und 270 g in Referenzgröße US 9 ist er das gestützte Pendant zum Wave Sayonara. Der getützte Lightweighttrainer soll zu einer UVP von 135,- € angeboten werden.

Ebenfalls ganz neu und ohne jede Historie bei Mizuno ist der Synchro MX. Rein optisch erinnert der Synchro etwas an den Lunarglide von Nike. Mizunotypisch leicht wiegt der Schuh nur 280 g in US 9. Die Sprengung ist mit 12 mm bei einer Bauhöhe von 25:13 mm traditionell. Wenig überraschend ist auch, dass der neutral gehaltene Laufschuh die neue U4icX Zwischensohle hat. Etwas überraschend ist dann schon eher der Preis von „nur“ 110,- € und richtig überraschend ist, dass der Synchro keine Wave Platte hat. Die Zielgruppe des Schuhs habe ich in diesem Artikel schon ein paar Mal bei andern Marken erwähnt: Der jüngere, weniger ambitionierte Läufer der den Schuh u. U. nicht nur zum Laufen nutzt und dem eine cleane Optik wichtig ist. Dazu passend gibt es den Mizuno Synchro MX für Damen und Herren jeweils in 3 Farbvarianten.

Im Wettkampfschuhbereich nimmt Mizuno den Wave Universe ersatzlos aus dem Programm. Einer der leichtesten Wettkampfschuhe auf dem deutschen Markt hatte wohl einfach eine zu kleine Zielgruppe. Der Wave Hitogami 3 geht dafür mit neuem Obermaterial und neuem Design in die nächste Runde.

Mizuno Wave Hitogami 3 (c) Laufschuhkauf.de   Mizuno Wave Rider 19 (c) Laufschuhkauf.de

Mizuno Wave Catalyst (c) Laufschuhkauf.de

Mizuno Wave Inspire 12 (c) Laufschuhkauf.de

Updates im Schaft haben die Modelle Wave Rider 19 und Wave Inspire 12 bekommen. Beide Schuhe wurden in der UVP um je 5,- € auf 145,- € bzw. 140,- € angehoben. Preisherhöhungen gibt es noch weitere. Der Sayonara 3 geht um 5,- € auf 130,- € hoch, der Wave Enigma um 10,- € auf 170,- €, der Wave Hitogami 3 soll statt 115,- € 125,- € kosten und der Wave Aero 14 130,- € und damit 5,- € mehr als sein Vorgänger. Ebenfalls um 10,- € in der UVP steigt der Wave Paradox 2 auf nunmehr 160,- €. Die Preiserhöhungen der lifestyleorientierten Modelle Wave Prophecy 5 um 20,- € auf 240,- € und Wave Creation 17 um 10,- € auf 190,- € hingegen dürften die wenigsten Läufer interessieren.

Nike bringt neue Frees

Der zwischenzeitliche Marktführer aus den USA leidet momentan unter dem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach dem Freizeitlaufschuh Nike Free. Um dem entgegen zu wirken hat sich die Marke aus Portland auf alte Stärken des Dauerrenners konzentriert und ihm eine cleanere Optik mit einer klareren Designsprache für die Updates die in Q2, d.h. im März auf den Markt kommen, verpasst. Ebenfalls neu ist die Einteilung der Free Modelle. Die bisherige Skala fällt weg und die Modelle bekommen wieder richtige Namen. Etwas überraschend und unverständlich, da sich das Konzept meiner Meinung gut etabliert hatte und leicht verständlich war. Als vorgezogene Markteinführung kommt bereits im November 2015 mit dem Free Distance ein Modell auf den Markt das auf der alten Skala wohl einer 7.0/8.0 entspräche, d.h. einer Konbination aus Nike Free und Nike Pegasus. Das Modell 5.0 heißt dann wie schon einmal vor 2 Jahren Free Run und kommt mit einer sehr aufgeräumten Optik in zahlreichen Farben. Der Free Flyknit 4.0 wird durch den Free Run Flyknit, einem Laufschuh mit einer 5.0er Plattform aber eben dem gestrickten Obermaterial, ersetzt. Der Free 3.0 Flyknit wird vom Markt genommen. Quasi als Ersatz kommt der Free Run Motion Flyknit auf den Markt. Die etwas gewöhnungsbedürftige Optik aufgrund des gestrickten Schafts bleibt den beiden letztgenannten erhalten.

On mit erstem „Stabilschuh“

Die schweizer Marke On bringt zur Saison Frühjahr/Sommer 2016 mit dem Modell Cloudflyer ihren ersten Stabilschuh auf den Markt. Mit 7 mm Sprengung und knapp unter 300 g in Referenzgröße US 9 ist der Cloudflyer trotz höherer Stabilität kein Klotz am Bein. Die Clouds sind dabei wie die gesamte Plattform des Schuhs breiter als gewohnt gehalten um das für Überpronierer notwendige Maß an Stabilität zu bieten. Der Cloudflyer kommt mit einer UVP von 170,- €.

Daneben bekommt der Cloudsurfer noch ein Update des Schafts. Dieser ist optisch mit nur 2 Farben sehr clean gehalten und wirkt durch die neue Kombination von Engeniered Mesh und Synthetikoverlays moderner. Des weiteren erhalten die Clouds auf der Unterseite jetzt eine Pfeilprägung die für mehr Traktion sorgen soll.

Everrun – Saucony mit neuer Dämpfung

Saucony bringt mit Everrun für die kommende Frühjahr/Sommersaison ein neues Dämpfungsmaterial auf den Markt und verbaut dieses in unterschiedlichen „Ausprägungen“ in allen geupdateten Laufschuhen. Everrun errinnert vom Aussehen ein wenig an das Boostmaterial von Adidas und soll ähnliche Eigenschaften haben. Zum einen ist die Lebensdauer 3 x länger als bei herkömmlichem EVA (wobei das inzwischen so oder so kaum noch zum Einsatz kommt) und zum anderen soll Everrun 83 % mehr Energie zurückgeben als normales EVA. Everrun kommt in den überarbeiteten Topmodellen Triumph ISO² und Hurricane ISO² als zusätzliche Schicht direkt unterhalb der Einlegesohle und als zusätzliches Dämpfungskissen im Rückfußbereich auf der Außenseite (oberhalb des Crashpads) zum Einsatz. Der Guide 9 hat Everrun nur als Schicht unterhalb der Einlegesohle und der Kinvara 7 sowie der Peregrine 6 bekommen ein Everrun Dämpfungskissen in der Zwischensohle im Rückfußbereich.

Saucony Hurricane ISO 2 (c) Laufschuhkauf.de

Saucony Triumph ISO 2 (c) Laufschuhkauf.de

Saucony Guide 9 (c) Laufschuhkauf.de

Saucony Kinvara 7 W (c) Laufschuhkauf.de

Auch bei Saucony gehen die UVPs nach oben. Die Topmodelle Triumph ISO 2 und Hurricane ISO 2 steigen um je 10,- € auf 170,- €, der Kinvara wird um 5,- € auf 130,- € erhöht und der Guide und der Ride um 5,- bzw. 10,- € auf je 140,- €. Das Modell Omni steigt um 5,- € auf 145,- €.


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Bye, bye Natural Running – Welcome Maximalschuhe

Langsam aber sicher wird es dünn in den Sortimenten der großen Hersteller. Alle großen und größeren Marken reduzieren ihr Portfolio in der Klasse der Natural Running Schuhe auch in der Saison FS 2016 weiter. Adidas und Mizuno haben schon seit einigen Saisons hier nichts mehr am Start, Salomon hatte noch nie wirklich Modelle in dieser Kategorie. New Balance klinkt sich FS 2016 ebenfalls mit dem Einstellen der Minimus-Serie komplett aus. Brooks streicht das Modell Pure Connect ersatzlos, updatet aber die Modelle Pure Grit 4, Pure Flow 5 und Pure Cadence 5. Ähnlich sieht es bei Asics aus. Der 33-DFA 2 und der Gel Super J33 2 erhalten Updates. Bei Herren wird noch der 33-FA weitergeführt, der bei Damen aber aus dem Sortiment fliegt. Saucony streicht das Modell Mirage aus dem Programm und hat mit dem Kinvara 7 nur noch einen Natural Runner an der Startlinie. Die Amerikaner waren einst Vorreiter beim Thema Natural Running Schuhe und legten als einer der ersten Marken ein schlüssiges, durchgängiges Konzept für die neue Kategorie vor. Anscheinend haben aber auch hier wirtschaftliche Erfordernisse und mangelnder Absatz zum Verschlankungskurs geführt. Ein weiteres deutliches Zeichen für den sich stark abkühlenden Trend ist, dass sich Spezialistenmarken wie INOV8 oder auch Salming, die versucht hatten über das Thema Natural Running den Einstieg in den deutschen Markt zu finden, wieder vom Markt verschwinden bzw. sich im Fall von INOV8 auf die Traillinie konzentrieren. Selbst die Mutter aller Natural Running Schuhe, der Nike Free, hat nach Jahren des grenzenlosen Wachstums mit Übersättigung des Marktes zu kämpfen. Das Modell Free 3.0 wird zum Start der Frühjahr-Sommersaison 2016 eingestellt und die komplette Range optisch und vom Namen her spürbar umgebaut.

Was bleibt? Der Gegentrend zu den Maximalschuhen und die positiven Erkenntnisse und Auswirkungen im Laufschuhbau die in einer stetig wachsenden Anzahl an Modellen zu finden sein werden und sind. Natürlich ist auch der Maximalschuhtrend ein kleinerer in seiner extremen Ausprägung wie bei den Laufschuhen von Hoka One One oder Altra. Aber alleine das Aufkommen dieser beiden Marken im deutschen Laufschuhmarkt zeigt schon eine Tendenz. Davon abgesehen besinnen sich gerade wieder viele Marken auf den Komfort und die Dämpfung der Laufschuhe was oft aber nicht so krasse Ausmaße annimmt wie eben bei den Hokas.


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Neutrallaufschuhe weiter auf der Überholspur

Während die Natural Running Schuhe und die Stabilschuhe weiterhin Marktanteile verlieren legen vor allem die Neutrallaufschuhe weiter zu. Das zeigt sich nicht nur in den Ergebnissen von diversen Umfragen zum Thema Laufschuhe sondern ebenso in den Produkt Neueinführungen und im Angebot der Marken für die jeweilige Kategorie. So kommen immer mehr Neutrallaufschuhe in allen möglichen Varianten auf den Markt und die Hersteller weiten gerade diese Laufschuhklasse in ihren Sortimenten aus. Echte Neuheiten in FS 2016 sind wenig überraschend v. a. bei den Neutrallaufschuhen zu finden. So z. B. bei Adidas das Modell Pure Boost X, bei Asics die FuzeX Serie oder aber bei Mizuno der Synchro MX.


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Neue Laufschuhkategorie – Young urban runner Laufschuhe

Laufen wird vielseitiger, digitaler, cooler und v. a. jünger. Galt noch vor ein paar Jahren, dass nur derjenige ein richtiger Läufer ist, der einen Marathon laufen konnte, ist inzwischen für viele Läufer ein Wettkampf gar nicht mehr das Ziel. Vielmehr treten seit einigen Jahren ganz andere Motivationsfaktoren stärker in den Fokus: Spaß haben, Freude an der Bewegung, Wohlbefinden und Aussehen verbessern, Fitness steigern, Gewicht reduzieren, Gemeinsamkeit, „Erfolge“ mit anderen teilen, Dazugehörigkeitsgefühl, usw. Dazu passend boomen Veranstaltungsformate die eine große Zugkraft entwickeln wie Colorrun, Neonrun, Frauenläufe, Firmenläufe, Hindernisläufe, usw. bei denen der Spaß und das Erlebnis und weniger die Leistung im Vordergrund steht.

Asics FuzeX (c) Laufschuhkauf.deAsics FuzeX Lyte (c) Laufschuhkauf.de

Mizuno Synchro MX (c) Laufschuhkauf.deMizuno Synchro MX W (c) Laufschuhkauf.de

Was liegt da näher als auch Laufschuhe für diese Zielgruppe zu entwickeln? Das haben sich zumindest spätestens für FS 2016 alle größeren Laufschuhmarken auf die Fahnen geschrieben. Nike ist schon seit jeher eher die Marke, die die jüngeren Läufer anspricht und hat hier mit den Modellen Free und Lunarglide in den letzten Saisons großen Erfolg gehabt. Aber auch New Balance ist mit seiner Vazee Serie, die bereits 2015 auf den Markt gekommen ist, einer der Vorreiter für den deutschen Markt. Asics zieht mit seiner FuzeX Serie in 2016 genauso nach wie Mizuno mit dem Synchro MX oder Adidas mit den Modellen Pure Boost X und dem Pendant für die Männer Pure Boost ZG. Allen Modellen gemeinsam ist eine cleanere Optik und eine große Farbvielfalt. Technisch oft etwas abgespeckt liegen die Modelle preislich aber eher im Mittelfeld. Von daher bleibt abzuwarten wie sich die „neuen“ Modelle in der Gunst der Läufer dann tatsächlich durchsetzen – egal ob jung oder alt.


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Die nächste Preislawine rollt

In den vergangenen Saisons war es beim Thema Preiserhöhungen eher ruhig und es wurden nur vereinzelt Preiserhöhungen vorgenommen. Für FS 2016 kommt hier aber eine richtige Lawine. Fast alle Marken passen zahlreiche Modelle in der unverbindlichen Verkaufspreisempfehlung nach oben an. Gestiegene Produktionskosten und der Dollarkurs sind wohl die Hauptauslöser.

Adidas hält sich dabei vornehm zurück. Die Herzogenauracher erhöhen bei den Performancemodellen lediglich die gestützte Variante der Responselinie, den Revenge Boost auf 119,95 € (vorher 109,95 €). Bei Asics werden u. a. die Topseller Gel Cumulus 17 und Gel Pulse 7 allerdings im Gegensatz zu Adidas ohne technische Neuerung jeweils um 10,- € in der UVP erhöht. Ebenfalls 10,- € gehen die Modelle Gel Noosa Tri 11 und Gel DS Trainer nach oben. Diese wurden aber Überarbeitungen unterzogen. Brooks erhöht bei den Updates des Launch 2 und des Adrenaline GTS die UVP um die Standart 10,- € auf 120,- bzw. 140,- €.

Mizuno, die 2. japanische Marke auf dem deutschen Markt, greift ebenfalls in die Preiskiste. Die meisten Modelle die in der UVP erhöht werden bekommen zwar Updates, dafür sind aber viele Laufschuhe aus dem Sortiment von Mizuno betroffen. Die Erfolgsmodelle Rider 19 und Inspire 12 sowie Sayonara 3 sind mit + 5,- € Preiserhöhung eher moderat, die Modelle Wave Enigma 5 oder Wave Hitogami 3 mit jeweils 10,- € mehr schon wieder voll im Schnitt. New Balance als die Marke die sich in den vergangenen Saisons stark zurückgehalten hatte was das Thema Preiserhöhungen anging, zieht in der Saison Frühjahr/Sommer 2016 mit den Mitbewerbern gleich. Die meisten Modelle werden direkt um 10,- € in der UVP erhöht. So z. B. der 1260 V5 auf 170,- € (vorher 160,- €), der Fresh Foam 1080 auf 160,- € (vorher 150,- €), der 880 V6 und der 860 V6 jeweils auf 140,- € (beide vorher 130,- €). Auch die beiden bisherigen Fresh Foam Schuhe Boracay und Zante steigen im Preis um 10,- € auf 120,- bzw. 130,- €. Gleiches gilt für den Vazee Rush der von 110,- € auf 120,- € erhöht wird. Bei den Schweizern On wird das Erfolgsmodell Cloud um moderate 5,- € hochgesetzt. Saucony erhöht ebenfalls die UVP bei zahlreichen Modellen zwischen 5,- und 10,- €. Triumph ISO 2, Hurricane ISO 2 und Ride 8 werden um 10,- €, Omni 14, Guide 9 und Kinvara 7 steigen um 5,- €.

Spannend wird sein wie sich die Preiserhöhungen auf den jeweiligen Marktpreis auswirken. Dieser liegt bei Laufschuhen v. a. durch den Onlinehandel aktuell zumeist zwischen 20 und 40 % unter der unverbindlichen Verkaufspreisempfehlung der Marke. Nur bei wenigen kleinen Marken wie z. B. On oder aber sehr selektiv vertriebenen Modellen mit niedrigen Stückzahlen der großen Marken entspricht die UVP weitestgehend dem tatsächlichen Preis am Markt.


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