Laufschuhtest Fusstrainer HW 2012

Folgende Modelle wurden in der Saison Herbst/Winter 2012 bei den Fusstrainern / Natural Running Schuhen getestet und sind im Laufschuhtest Fusstrainer HW 2012 zu finden:

Folgende Modelle wurden nicht bzw. lediglich farblich verändert und sind im Laufschuhtest Frühjahr/Sommer 2012 zu finden:

  • Brooks Pure Connect
  • Brooks Pure Flow
  • Brooks Pure Cadence
  • Brooks Pure Grit
Legende:

OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt  geeignet; X = ungeeignet

 

Hersteller und Name des Schuhs Mizuno Be
Mizuno Be Men (c) Mizuno  Mizuno Be Men Sohle  (c) Mizuno
Preis 110,- €  
Gewicht 200 g (US 9), 221 g (US 13)  
Herrenmodell ja
Damenmodell ja
Zielgruppe Gewicht
leichtgewichtig OOOO  
normalgewichtig OOOO
schwergewichtig X
Zielgruppe Abrollverhalten
Unterpronierer/Supinierer OO  
Neutralfußläufer OOOO
leichte Überpronierer OO
mittelstarke Überpronierer X
starke Überpronierer X
Pronationsstütze
Rückfuß nein
Mittelfuß nein
Vorfuß nein
Dämpfung
Rückfuß nein Zwischensohle aus AP+, keine separaten Dämpfungskissen
Vorfuß nein
Leisten
gebogen ja  
gerade  
Laufuntergrund
Asphalt / Beton OOOO  
Feld / Wald OO
Trail X
verschiedene Weiten erhältlich nein
erhältliche Größen (US) Damen 6 – 11
Herren
7 – 13, 14
Passform normal weit geschnitten
Änderungen zum Vorgängermodell Ganz neu auf dem Markt, d.h. kein Vorgängermodell vorhanden.
Besonderheiten Mizunos Antwort im Bereich der Natural Running Schuhkonzepte. Für Damen und Herren jeweils in 3 bzw. 2 Farbvarianten erhältlich.
Testbericht und Kommentar Laufschuh? Trainingsgerät oder Freizeitschuh? Das ist beim Mizuno Be die Frage. Mizuno empfiehlt den Be ausdrücklich nur für die Freizeit und nicht zum Laufen. Da werden sicher auch Überlegungen bezüglich Regressansprüchen und Haftungsfragen bei Problemen mit dem Schuh eine Rolle spielen denn rein vom Aufbau funktioniert der Be auch beim Laufen. Er hat zwar mit 6 mm eine im Vergleich zu Schuhen der Natural Running / Fußtrainer-Kategorie durchschnittliche Sprengung aber die Bauhöhe ist mit 9:3 mm sehr niedrig. Zudem ist die Zwischensohle die keine separaten Dämpfungskissen beinhaltet mizunotypisch eher straff gedämpft wenn bei der dünnen Zwischensohle überhaupt von Dämpfung gesprochen werden kann. Das führt dazu, dass das Laufen über die Ferse mit dem Be nicht wirklich Spaß macht und er einen flachen Mittel-/Vorfußaufsatz schon fast erzwingt. Die Rückmeldung vom Untergrund ist top. Der Schuh sehr direkt. Die Flexibilität und die Torsionsfähigkeit sind sehr hoch. Das niedrige Gewicht und der anschmiegsame Schaft runden den guten Gesamteindruck ab. Für viele Läufer wird der Be trotzdem “nur” ein Alltagstrainingsschuh/Trainingsgerät für die Freizeit beim normalen Gehen sein. Geübtere Läufer können den Schuh gut zum Training der Fußmuskulatur im Rahmen einer Laufschule-/Lauf-ABC-Einheit nutzen. Die wenigen Läufer die es gewohnt sind regelmässig mit Schuhen wie Vibram Five Fingers u. ä. ihre Dauerläufe zu absolvieren könnten dies auf kurzen Strecken auch mit dem Be probieren. Eine langsame Gewöhnung an den Schuh macht in jedem Fall Sinn. Gerade schlecht trainierte (v. a. überpronierende) Läufer werden ansonsten schnell ihre Wadenmuskulatur/Achillessehne unangenehm spüren und gehen zudem ein allgemein höheres Verletzungsrisiko ein. Am besten werden leichte bis nicht zu schwere Läufer mit einigermaßen neutralem Abrollverhalten mit dem Mizuno Be (auch beim Laufen) zurechtkommen. Die Absenkung in der Zwischensohle (Waraji Vertiefung) ist zu Beginn deutlich spürbar. Das gibt sich aber nach kurzer Zeit des Laufens/Gehens mit dem Mizuno Be. Vergleichsmodelle: INOV8 Bare-X-Lite 150, Saucony Hattori LC (wobei beide genannten Modelle eine 0 mm Sprengung haben). Weitere Infos zum Thema Mizuno Be findest du im Mizuno Be Themen Test Special.

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Hersteller und Name des Schuhs Saucony ProGrid Kinvara 3
Saucony ProGrid Kinvara 3 Men  (c) Saucony  Saucony ProGrid Kinvara 3 Men Innenseite  (c) Saucony  Saucony ProGrid Kinvara 3 Men Sohle  (c) Saucony
Preis 125,- €  
Gewicht 218 g (US 9), 270 g (US 13)  
Herrenmodell ja
Damenmodell ja
Zielgruppe Gewicht
leichtgewichtig OOOO  
normalgewichtig OOOO
schwergewichtig O
Zielgruppe Abrollverhalten
Unterpronierer/Supinierer OOO  
Neutralfußläufer OOOO
leichte Überpronierer OO
mittelstarke Überpronierer X
starke Überpronierer X
Pronationsstütze
Rückfuß nein
Mittelfuß nein
Vorfuß nein
Dämpfung
Rückfuß Heel ProGrid Lite ProGrid Lite Zwischensohle
Vorfuß nein
Leisten
gebogen ja  
gerade  
Laufuntergrund
Asphalt / Beton OOOO  
Feld / Wald OOO
Trail O
verschiedene Weiten erhältlich nein
erhältliche Größen (US) Damen 5 – 12
Herren
7 – 13, 14, 15
Passform normal weit geschnitten mit breiterem Vorfußbereich, Strumpfschaft
Änderungen zum Vorgängermodell Komplette Überarbeitung des Saucony ProGrid Kinvara 2. Folgende Änderungen wurden vorgenommen: Reduzierung der Dicke des Schaftmaterials sowie Verzicht auf sämtliche Synthetikoverlays durch den Einsatz von Flexfilm (nahtfreies Material) mit dünnen aufgeklebten „Taps“, etwas höher schließender Schuhkragen im Rückfußbereich, Ersatz der 3-Schlaufen-3-Ösen-Schnürung durch eine 7-Ösen-Schnürung, überarbeitete Zwischen-Außensohlenkombination: Entfernung des Karbongummipads auf der Innenseite des Schuhs im Rückfußbereich, dafür aber mehr Karbongummi an der Schuhaußenseite im Mittelfußbereich sowie an der Schuhspitze und unter dem Großzeh => Verlängerung der Lebensdauer, Entkopplung des Rückfußbereichs bzw. des Aufsatzpunkts (= Crashpad) => Reduzierung der Pronationsgeschwindigkeit, flüssigerer Übergang beim Abrollen, Reduzierung des hinten außen im Rückfußbereich/Aufsatzbereich überstehenden Materials => Reduzierung des Kipphebels, Fußaufsatz näher unter der Ferse. Ab Herbst wird der Kinvara auch als Kinderschuh angeboten. Das Größenspektrum wurde bei Damen und Herren ausgedehnt. Preiserhöhung um 5,- €.
Besonderheiten Fußtrainer mit Wettkampfschuhqualitäten. Für Damen und Herren in je 2 Farbstellungen erhältlich. In abgespeckter Ausführung auch als Kinderschuh erhältlich.
Testbericht und Kommentar Der ProGrid Kinvara ist einer der beliebtesten Natural Running Schuhe (die auch zum Laufen genutzt werden) auf dem deutschen Markt und hat sich in seinen ersten 1,5 Jahren bereits viele Fans geschaffen. Beim durchaus gelungenen Update vom 2er auf den 3er wurden von den Amerikanern einige „Kinderkrankheiten“ der ersten beiden Auflagen eliminiert. So wurde bei der neuen Zwischen-Außensohlenkombination darauf geachtet, dass im äußeren Mittelfußbereich und im Vorfußbereich auf der Schuhinnenseite festeres Karbongummi zum Einsatz kommt. Dies verhinderte zwar eine weitere Gewichtsreduzierung aber die eingeschränkte Lebensdauer dieser Stelle beim Kinvara 2 v. a. bei Vor- und Mittelfußläufern dürfte sich damit erheblich verlängern. Ein lobenswerter Schritt! War doch die Sohle beim Vorgänger bereits nach wenigen 100 km runtergelaufen. Die Dämpfung beim aktuellen Kinvara ist gefühlt straffer als beim Vorgänger was die Wettkampftauglichkeit verbessert. Trotzdem ist er als Natural Running Schuh immer noch einer der komfortableren Sorte. Auch der „Spoiler“ im Rückfußbereich wurde entfernt und der Aufsatzbereich deutlich sichtbar segmentiert und entkoppelt was dank Beibehaltung der sehr guten Torsionsfähigkeit und Flexibilität für ein nach wie vor dynamisches Abrollverhalten sorgt. Aber auch dieses Update enthält eine Verschlimmbesserung: So dünn und leicht das neue Obermaterial des neuen Kinvara ist so wenig Halt und Anpassungsfähigkeit bietet es im Vorfußbereich. Hier sollte bei der Anprobe und auch bei den ersten Laufkilometern darauf geachtet werden das es nicht stört. In unseren Testläufen warf es nur überdurchschnittlich viele Falten ohne sich aber beim Laufen weiter bemerkbar zu machen. Nach ausreichender Gewöhnung an die niedrige 4 mm Sprengung ist der Saucony Kinvara 3 vor allem für nicht zu schwergewichtige Supinierer und Neutralfußläufer nicht nur als Fußtrainer sondern auch als Trainingsschuh eine gute Empfehlung. Auch Vor- und Mittelfußläufer dürften mit dem Schuh gut zurechtkommen. Schwerere Läufer mit stärkerer Überpronation sollten bei Saucony eher zum Modell Mirage 3 greifen. Vergleichsmodelle: Brooks Pure Flow, Nike Free Run+ 3.

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Hinweis: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der jeweilige Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen.

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