Mizuno Be Special

Mit der „Activation-Linie“ Mizuno Be präsentieren die Japaner in der Saison Herbst/Winter 2012 ihre Antwort auf die Natural Running Konzepte der großen Laufschuhhersteller. Der dem Mizuno Be zugrundeliegende Ansatz ist nicht gänzlich neu aber etwas anders als der der meisten anderen Hersteller.

Im Mizuno Be Special werden folgende Punkte im Detail geklärt:

Was ist Mizuno Be?

Nachdem mit Nike, Saucony, Brooks, Asics und Adidas alle großen Laufschuhhersteller mehr oder weniger erfolgreich Natural Running Laufschuhkonzepte am Markt platziert haben hat Mizuno für Herbst/Winter 2012 einen Teil seiner Antwort auf den Markt gebracht: Mizuno Be. Der 2. Teil der Antwort der Japaner folgt im Frühjahr/Sommer 2013 mit der Mizuno Evo Serie.

„Trage diese Schuhe, wenn du nicht läufst um deine Leistung zu verbessern, wenn du läufst.“ – Dieser Satz von der deutschen Mizuno Webseite verdeutlicht wo Mizuno den Einsatzbereich des Schuhs sieht. Der Mizuno Be ist als Trainingsgerät für den Alltag konzipiert und nicht zum Laufen gedacht. Dies geht auch aus dem Flyer der dem Schuh beiliegt hervor: „Wichtige Informationen. Diese Schuhe wurden für den alltäglichen Gebrauch entwickelt. Für das normale Gehen oder auch die Nutzung im Fitnessstudio, ausgenommen jegliche Laufaktivitäten. Be Schuhe sind nicht zum Laufen oder Joggen geeignet.“ Das er trotzdem als Fußtrainer auch zu mehr als dem Gehen in der Freizeit taugt dazu weiter unten mehr. Ziel des Einsatzes des Mizuno Be ist die Muskelaktivierung, das Training der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur sowie eine Verbesserung der Koordination.

japanische Waraji Sandale (c) MizunoDem Fußtrainer von Mizuno stand die japanische Waraji Sandale Modell. Die Besonderheit der aus Pflanzenfasern wie z. B. Hanf gefertigten Sandalen war, dass sie kürzer als der Fuß waren, d.h. die Zehen vorne überstanden. Die Zehen mussten dadurch mehr arbeiten was v. a. die untere Beinmuskulatur sowie die Fußmuskulatur stärker aktivierte. Mizuno hat beim Be die Einlegesohle auf Höhe der Mittelfußknochen abgesenkt. Dadurch wird der Aktivierungseffekt der Waraji Sandale nachgeahmt. Die Zehen haben so ähnlich wie beim Barfußlaufen viel Bewegungsfreiheit. Gerade die an der Fußhebung (Dorsalextension) und Fußstreckung (Plantarflexion) beteiligten Muskeln sowie die tiefliegenden Muskeln an der Fußunterseite die die Fußstatik stabilisieren und die Pronationsbewegung kontrollieren werden dadurch stärker gefordert und trainiert.

Aufbau des Mizuno Be

Mizuno Be Technologien (c) Mizuno

Folgende Technologien/Merkmale machen den Mizuno Be aus:

1. Natürlicher Leisten

Der Leisten ist dem menschlichen Fuß nachempfunden und ermöglicht dank der weiten Zehenbox den Zehen eine natürliche Bewegungsfreiheit. Die Fersenpartie ist stark abgerundet und flach gehalten. Dadurch wird ein flacherer Fußaufsatz unterstützt und ähnlich wie beim Barfußlaufen der Bodenkontakt und damit der Kraftansatzpunkt näher zum Mittelpunkt der Ferse (nach vorne) verschoben. Ein zentraler Vorteil davon ist die bessere Verteilung der Belastungsspitzen.

2. DFC Fersenkappe

Die Fersenkappe des Mizuno Be ist dem Fettkissen des Fußes unterhalb der Ferse nachempfunden und unterstützt so die natürliche Dämpfung des Fußes. Die Fersenkappe des Be ist allerdings wie oben auf dem linken Bild zu sehen flach gehalten und deutlich reduziert gegenüber herkömmlichen Fersenkappen. Besondere Stabilität ist dadurch nicht zu erwarten.

3. Activation Zwischensohle

Die Zwischensohle des Mizuno Fußtrainers besteht aus AP+ wie es auch in den meisten Mizuno Laufschuhen zum Einsatz kommt. Die Bauweise ist mit 9:3 mm sehr flach. Die Sprengung mit 6 mm niedrig.

4. Fußabdruck Aussensohle

Auf die flache Zwischensohle wurde auch nur eine dünne Karbongummiaußensohle aufgebracht. Diese ist durchgängig bis zu den Mittelfußknochen, auf Höhe der Waraji Vertiefung unterbrochen und dann nochmal wie bei einem Fußabdruck als einzelne Pads unter jedem der 5 Zehen eingesetzt.

5. Activation Einlegesohle

Das zentrale Element des Mizuno Be ist die Activation Einlegesohle die auf Basis der Erforschung der Waraji Sandalen entwickelt wurde. Die Innensohle wird kurz vor den Zehen auf Höhe der Mittelfußknochen flacher (Wajaji Vertiefung) und ermöglicht den Zehen dadurch völlige Bewegungsfreiheit. Die Zehen können beim Abrollen ähnlich wie beim Barfußlaufen richtig greifen. Dies aktiviert die Bein- und Fußmuskeln und erhöht die Fußstabilität.

6. Gewicht

Das Gewicht des Schuhs liegt mit 200 g in Referenzgröße US 9 (221 g in US 13) auf dem Niveau seiner Mitbewerber.

7. Schaft

Der Schaft besteht aus weichem, synthetischem Wildleder. Auf der Innenseite des Schafts sind nur wenig Nähte und das Material ist so weich, dass der Schuh auch barfuß gelaufen werden kann. Zusätzliche Mesheinsätze im Vorfußbereich sorgen für Belüftung.

Erhältliche Modelle

Der Aufbau der Be Kollektion ist schnell erklärt. Es gibt ein Modell jeweils für Damen und Herren und natürlich in verschiendenen Farben. Der Be hat eine unverbindliche Verkaufspreisempfehlung von 110,- € und wird eher selektiv, vornehmlich über Laufspezialisten vertrieben. Für die Saison Frühjahr/Sommer 2013 wird es lediglich Farbupdates des bestehenden Modells geben.

Die folgende Bilderserie zeigt die erhältliche Farbvielfalt der Mizuno Be Modelle für die Saison Herbst/Winter 2012 und Frühjahr/Sommer 2013.

Testbericht Mizuno Be

Mizuno Be Men (c) Mizuno

Allgemeine Informationen:

  • Markteinführung: Juli 2012
  • Preis: 110,- € (UVP)
  • Damen- und Herrenmodell erhältlich
  • erhältliche Größen: Damen US 6 – 11, Herren US 7 – 13, 14
  • Passform: normal weit geschnitten
  • Gewicht: US 9 200 g, US 13 221 g
  • Sprengung: 6 mm; Bauhöhe: 9:3 mm

Testbericht und Kommentar:

Laufschuh? Trainingsgerät oder Freizeitschuh? Das ist beim Mizuno Be die Frage. Mizuno empfiehlt den Be ausdrücklich nur für die Freizeit und nicht zum Laufen. Da werden sicher auch Überlegungen bezüglich Regressansprüchen und Haftungsfragen bei Problemen mit dem Schuh eine Rolle spielen denn rein vom Aufbau funktioniert der Be auch beim Laufen. Er hat zwar mit 6 mm eine im Vergleich zu Schuhen der Kategorie Fußtrainer durchschnittliche Sprengung aber die Bauhöhe ist mit 9:3 mm sehr niedrig. Zudem ist die Zwischensohle die keine separaten Dämpfungskissen beinhaltet mizunotypisch eher straff gedämpft wenn bei der dünnen Zwischensohle überhaupt von Dämpfung gesprochen werden kann. Das führt dazu, dass das Laufen über die Ferse mit dem Be nicht wirklich Spaß macht und er einen flachen Mittel-/Vorfußaufsatz schon fast erzwingt. Die Rückmeldung vom Untergrund ist top. Der Schuh sehr direkt. Die Flexibilität und die Torsionsfähigkeit sind sehr hoch. Das niedrige Gewicht und der anschmiegsame Schaft runden den guten Gesamteindruck ab.

Für viele Läufer wird der Be trotzdem „nur“ ein Alltagstrainingsschuh/Trainingsgerät für die Freizeit beim normalen Gehen sein. Geübtere Läufer können den Schuh zum Training der Fußmuskulatur im Rahmen einer Laufschule-/Lauf-ABC-Einheit nutzen. Die wenigen Läufer die es gewohnt sind regelmässig mit Schuhen wie Vibram Five Fingers u. ä. ihre Dauerläufe zu absolvieren könnten dies auf kurzen Strecken auch mit dem Be probieren. Eine langsame Gewöhnung an den Schuh macht in jedem Fall Sinn. Gerade schlecht trainierte (v. a. überpronierende) Läufer werden ansonsten schnell ihre Wadenmuskulatur/Achillessehne unangenehm spüren und gehen zudem ein allgemein höheres Verletzungsrisiko ein. Am besten werden leichte bis nicht zu schwere Läufer mit einigermaßen neutralem Abrollverhalten mit dem Mizuno Be (auch beim Laufen) zurechtkommen. Die Absenkung in der Zwischensohle (Waraji Vertiefung) ist zu Beginn deutlich spürbar. Das gibt sich aber nach kurzer Zeit des Laufens/Gehens mit dem Mizuno Be. Vergleichsmodelle: INOV8 Bare-X-Lite 150, Saucony Hattori LC (wobei beide genannten Modelle eine 0 mm Sprengung haben).Torsionsfähigkeit des Mizuno Be (c) Laufschuhkauf.deFlexibilität des Mizuno Be (c) Laufschuhkauf.de

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Links


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  1. […] seit letzten Herbst erhältlichen Fußtrainer Be wird für H/W 2013 der Schaft komplett überarbeitet. Die Meshlüftungsöffnungen im Vorfußbereich […]

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