Laufschuhtest Brooks Hyperion

Weiter gehts im Laufschuhkauf.de Laufschuhtest Herbst/Winter 2016 mit dem neuen Wettkampfschuh Brooks Hyperion.

Das schreibt Brooks zu seinem neuen Racer:

„Setze mit unserem superleichten Men’s Hyperion Roadracing-Schuh neue Maßstäbe in Sachen Geschwindigkeit. Der Men’s Hyperion ist unser leichtester und schnellster Rennschuh – und dein idealer Begleiter für den Lauf zu neuen Bestzeiten, ganz egal, wie schnell du unterwegs bist. Er wurde für maximale Effizienz und Energierückgabe entwickelt und ist der Konkurrenz Lichtjahre voraus.“

Doch schauen wir genauer ins Detail was der Brooks Hyperion kann. Was nicht. Wie er sich beim Laufen bewährt und für wen er geeignet ist.

 

Legende: OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt geeignet; X = ungeeignet

 

Hersteller und Name des Schuhs Brooks Hyperion (Art.-Nr. 110234 1D 628)
Brooks Hyperion Men Außenseite  (c) Brooks Brooks Hyperion Men Innenseite  (c) Brooks Brooks Hyperion Men Außensohle  (c) Brooks
HINWEIS: Zum Vergrößern der Bilder auf das jeweilige Bild klicken.
Preis 130,- €
Gewicht 181 g (US 9), 234 g (US 13)
Herrenmodell ja
Damenmodell ja
Zielgruppe Gewicht
leichtgewichtig OOOO
normalgewichtig OOOO
schwergewichtig O
Zielgruppe Abrollverhalten
Unterpronierer/Supinierer OOO
Neutralfußläufer OOOO
leichte Überpronierer O
mittelstarke Überpronierer X
starke Überpronierer X
Pronationsstütze
Rückfuß nein
Mittelfuß nein
Vorfuß nein
Dämpfung
Rückfuß nein BioMogo DNA Zwischensohle, keine separaten Dämpfungskissen
Vorfuß nein
Leisten
gebogen ja
gerade
Laufuntergrund
Asphalt / Beton OOOO
Feld / Wald OO
Trail X
verschiedene Weiten erhältlich nein
erhältliche Größen (US) Damen 5 – 12
Herren
7 – 12, 3, 14
Sprengung 10 mm (20:10 mm)
Passform wettkampfschuhtypisch eher schmaler geschnitten
Änderungen zum Vorgängermodell Der Brooks Hyperion ist ein komplett neuer Laufschuh, d.h. es ist kein direktes Vorgängermodell vorhanden. Dafür wurde der T7 Racer aus dem Programm genommen.
Besonderheiten Rennsemmel für ambitionierte Läufer
Testbericht und Kommentar Etwas überraschend bringt Brooks zur Herbst/Wintersaison 2016 3 neue Wettkampfschuhe auf den Markt. Nach dem Prelaunch des Neuro im Mai kamen mit dem Asteria und dem Hyperion gleich 2 weitere Racer im Juni neu ins Brooks Sortiment. Brooks tat gut daran dem Quasi-Nachfolger des T7 Racers einen neuen Namen zu geben. Schließlich ist der Hyperion einfach ein anderer Schuh. Wobei es einen Hyperion bei Brooks als Lightweighttrainer auch schon Mal gab. Aber das ist gut 15 Jahre her.

Der Brooks Hyperion ist ein reinrassiger Wettkampfschuh. Neben geringem Gewicht (selbst in Größe US 13 wiegt er nur 234 g), einer flachen Gesamtbauhöhe (20:10 mm) und dem Verzicht auf zusätzliche Dämpfungskissen in der Zwischensohle bietet der Hyperion sehr gute Torsions- und Flexibilitätswerte. Diese werden neben der niedrigen Bauhöhe durch den Verzicht auf eine Mittelfußbrücke erreicht. Ebenfalls positiv nicht nur für Vor- und Mittelfußläufer ist die Anordnung der Karbongummipads in der Außensohle. Diese ziehen sich auf der Außenseite weit in den Mittelfußbereich so dass auch dort vorzeitigem Verschleiss vorgebeugt wird. Der Hyperion bietet ein bodennahes, direktes Laufgefühl. Dank der durchgehenden Auflagefläche sowie der Transition Zone im Mittelfußbereich rollt er gleichmässig und flüssig ab. Die Dämpfung ist fest und straff wie es für einen Wettkampfschuh passend ist. Die Sprengung ist mit 10 mm eher hoch aber auch der Brooks Hyperion beweist, dass die Sprengung eben nur ein Merkmal eines schnellen Schuhs ist. Wobei in diesem Punkt 2 – 4 mm weniger dem Hyperion nicht schaden würden.

Der gewebte, nahtlose Schaft vermittelt eine tolle, handschuhartige Passform. Diese ist wettkampfschuhtypisch eher schmal. Des weiteren ist die Höhe des Schafts sowohl in der Zehenbox als auch im Mittelfußbereich eher niedrig. Darauf sollten bei der Anprobe v. a. Läufer mit hohem Spann achten. Die Einlegesohle ist eingeklebt, lässt sich aber mit etwas Zug herausnehmen. Trotz allem ist der Brooks Hyperion für die Aufnahme von orthopädischen Einlagen aufgrund der niedrigen Schafthöhe nur eingeschränkt geeignet. Das Schaftmaterial ist relativ eng gewebt wodurch die Atmungsaktivität etwas leidet. Das wird auch durch die Laser Cut Löcher im Vorfußbereich auf der Oberseite und im Mittelfußbereich auf der Innenseite nicht wirklich kompensiert. Durchdacht sind die halbelastischen und flachen Schnürsenkel. Diese ermöglichen eine gute Fixierung des Schuhs und verhindern effektiv das Lösen der Schnürung während des Laufens. Im Wettkampf die sichere Variante. Mit 130,- € gehört der Hyperion in seiner Ausstattung eher zu den höherpreisigen Wettkampfschuhen.

Leichte bis mittelschwere, schnellere Läufer mit neutralem Abrollverhalten und nicht zu starke Supinierer, die einen Wettkampfschuh für Distanzen bis zum (Halb-)Marathon oder einen leichten Trainingsschuh für schnelle Einheiten suchen, finden im neuen Brooks Hyperion eine mögliche Alternative. Für die meisten Läufer wird er nur für kürzere Strecken (5 – 10 km) interessant sein und funktionieren. Auf der Bahn kann er auf längeren Strecken v. a. wenn diese nicht übermässig schnell gerannt werden (z. B. 5.000 m deutlich über 17 min.) als Spikeersatz eingesetzt werden. Vergleichsmodelle: Mizuno Wave Hitogami 3, Nike Zoom Streak 6.

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Hinweis: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen.

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