Laufschuhtest Brooks Range

Mit dem Trail- / Geländelaufschuh Brooks Range bleiben wir beim Laufschuhkauf.de Laufschuhtest HW 2026 auf dem Trail. Der Range ist dabei zumindest vom Namen her ein neuer Trailschuh im Brooks Sortiment. Beim genaueren Hinschauen wird allerdings klar, welcher Schuh für den Range Modell gestanden hat.

Seid gespannt.

Viel Spaß mit meinem Testbericht!


Inhaltsverzeichnis


Das schreibt Brooks zu seinem „Newcomer“

„Brooks Range – Voller Selbstvertrauen jeden Trail erkunden – dank der Stabilität durch Anpassungsfähigkeit.

  • Stabiles und anpassungsfähiges Laufgefühl: Das überarbeitete „Trail Adapt“-System nutzt einen flexiblen, beweglichen „Ballistic Rock Shield“-Schutz, der in die DNA Loft V3-Zwischensohle integriert ist und so für ein stabiles und anpassungsfähiges Laufgefühl sorgt.
  • Rundum-Traktion: Die TrailTack Green-Außensohle besteht zu 25 % aus recyceltem Material und bietet Traktion auf unterschiedlichstem Untergrund – sowohl bei Nässe als auch bei Trockenheit.
  • Komfort und Schutz: Das Modell wurde im Fersen- und Vorfußbereich mit mehr Stickstoff injiziertem DNA Loft V3 ausgestattet, während das komfortable Obermaterial aus Sandwich-Air-Mesh dank 3D-Print-Overlays zusätzlichen Schutz bietet.“

Doch schauen wir genauer ins Detail was der Brooks Range kann. Was nicht. Wie er sich beim Laufen bewährt und für wen er geeignet ist.

Brooks Range Aussenseite  (c) Brooks  Brooks Range Innenseite  (c) Brooks.  Brooks Range Aussensohle  (c) Brooks.

Zahlen, Daten, Fakten zum Range

  • Artikelnummer: 110560 1D 622
  • Preis: 130,- €
  • Kategorie: Trail- / Geländelaufschuhe
  • Geschlecht: Als Damen- und Herrenmodell erhältlich.
  • erhältliche Größen (US): Damen 5 – 12, Herren 7 – 13, 14, 15
  • verschiedene Weiten erhältlich: nein
  • Gewicht: 303 g (US 9), 367 g (US 13)
  • Sprengung: 6 mm
  • Bauhöhe: 22:16 mm (+ 5,7 mm Außensohle)
  • Leisten: gebogen
  • Zwischensohle: DNA Loft V3 Zwischensohle, keine separaten Dämpfungskissen im Vor- und Rückfußbereich
  • Pronationsstütze: nein
  • Passform: normal weit geschnitten mit geräumiger Zehenbox
  • Herstellungsland: Vietnam
  • Nachhaltigkeit: 69,6 % recycelte Materialien im Obermaterial. Das Gummi der TrailTack Green Rubber Außensohle besteht zu 25 % aus recyceltem Material (recyceltes Silikon). Der Range ist dank Kompensationszahlungen ein CO2 neutraler Laufschuh.
  • Vergleichsmodelle anderer Marken: Mizuno Neo Daichi 10, Saucony Xodus Ultra 5
  • Sonstiges: Der „alte“ Cascadia 19 mit neuem Namen und neuen Farben.

Änderungen zum Vorgängermodell

Der Brooks Range ist komplett neu auf dem deutschen Markt, d.h. es gibt kein Vorgängermodell. Zumindest nicht vom Namen her. Brooks hat es sich allerdings einfach gemacht und dem Trailklassiker Brooks Cascadia 19 einen neuen Namen verpasst. Demnach wäre inoffiziell der Brooks Cascadia 18 das Vorgängermodell. Deshalb empfehle ich auf jeden Fall auch einen Blick in den Laufschuhtest des Brooks Cascadia 19.

Im Folgenden ein paar Bilder, die zeigen, dass der Cascadia 19 einfach nur mit einem neuen Namen versehen wurde. Vorne bzw. unten ist immer der Brooks Range (rot/orange) und hinten der Brooks Cascadia 19 (lime/blau) zu sehen.

Schon auf den ersten Blick sehen beide Trailschuhe sich sehr ähnlich.

Vergleich Range Cascadia Schaft  (c) Laufschuhkauf.de

An der Fersenpartie auf der Außenseite sind die unterschiedlichen Namen zu sehen. Ansonsten sind bis auf die Farbe alle technischen Features identisch: Das großes Brooks Logo, das den Mittelfußsattel unterstützt. Die Trail Adapt Technologie, die die Anpassung des Schuhs an den Untergrund unterstützt. 

Vergleich Range Cascadia Aussenseite  (c) Laufschuhkauf.de

Auch die Stickstoff injizierte DNA Loft V3 Zwischensohle ist identisch.

Vergleich Range Cascadia Innenseite  (c) Laufschuhkauf.de

Auf der dick gepolsterten Zunge sind die unterschiedlichen Namen zu sehen. Die Schnürung, der Schaft, die Zehenbox und der gepolsterte Fersenkragen sind gleich.

Vergleich Range Cascadia Schaft von oben  (c) Laufschuhkauf.de

Ebenfalls baugleich ist die TrailTack Außensohle beim Range und beim Cascadia 19.

Vergleich Range Cascadia Schaft von Aussensohle  (c) Laufschuhkauf.de

Letzten Endes gibt es keinen Unterschied außer dem Namen und der unverbindlichen Verkaufspreisempfehlung. Der Brooks Range kostet mit lediglich 130,- € immerhin 20,- € weniger als der baugleiche Cascadia 19 vor einem Jahr.

Testbericht und Kommentar

Neuer Name, bekannter Schuh. Brooks bringt mit dem Range eine Neuauflage des Brooks Cascadia 19 unter neuem Namen.

Bauweise, Ausstattung & Laufgefühl

Der Brooks Range hat das bewährte Stickstoff injizierte DNA Loft V3 Dämpfungsmaterial mit einer Bauhöhe von 22:16 mm bei einer erfreulich niedrigen Sprengung von 6 mm. Für Vor- und Mittelfußläufer*innen ist er damit ebenfalls eine geeignete Option.

Trotz der etwas erhöhten Bauweise und der weicheren Dämpfung bietet der Range aber eine ausgewogene Stabilität. Diese wird durch die breite Auflagefläche, die etwas über den Schaft hochgezogene und ausgestellte Zwischensohle und die feste Fersenkappe erzielt.

Geländelaufschuh Brooks Range (c) Laufschuhkauf.de

Der Brooks Range läuft sich einerseits äußerst bequem, komfortabel und weich, ohne aber andererseits schwammig zu sein. Mit ausreichend Dynamik und Direktheit versehen ist die Rückmeldung vom Trail trotz des hohen Komforts wirklich gut. Die Flexibilität und Torsionsfähigkeit ist durch den DNA Loft V3 Schaum ebenfalls auf einem sehr guten Niveau. Wie der Cascadia 19 ist der Range ein wirklich gelungener Trailschuh.

Schaft, Passform & Schnürung

Stärke beim Komfort – Schwäche beim Schutz. So lässt sich das Obermaterial beim Brooks Range charakterisieren. Ein super komfortables, weiches Obermaterial umhüllt den Fuß auch dank der Bootie Konstruktion perfekt. Hinzu kommt die stark gepolsterte Zunge und der dick ausgekleidete Fersenbereich. Komfort auf höchstem Niveau. Der Brooks Range bietet die identische Passform wie der Cascadia 19 und diese war sehr gelungen. Der Schutz im Schaft ist hingegen nicht übermässig hoch. Nicht besonders viele Fit Print Overlays, keine höher gezogene Zwischensohle und auch der Zehenschutz gehört nicht zur stabilsten seiner Sorte.

Brooks Range schnueren  (c) Laufschuhkauf.de

Die Passform ist mittelweit mit einer geräumigen Zehenbox. Im Gegensatz zum Cascadia 19 gibt es beim Brooks Range neben der Standartweite keine zusätzlichen Weiten im Angebot. Der Größenausfall des Range ist normal. Passt bei anderen Laufschuhen von Brooks eine US 13, dann auch beim Brooks Range. Platz für die Aufnahme von orthopädische Einlagen ist im Austausch gegen die Herstellereinlegesohle ausreichend vorhanden.

Wie beim Cascadia 19 hat auch der Range die Schwäche bei der Schnürung behalten. Insbesondere die kleine Schlaufe zum Abschluss finde ich v. a. im Hinblick auf Schnürvarianten ungünstig. Des Weiteren ist die Haptik der zweilagigen Schnürsenkel wohl auch wegen deren geringer Dicke etwas fummelig. Hoffen wir mal, dass das Fersenfutter eine bessere Abriebfestigkeit bietet. Der Cascadia 19 wies hier bereits vor dem Erreichen von 500 Laufkilometern deutlichen Abrieb auf. Das habe ich im Normalfall nur sehr selten.

Einsatzbereich & Untergrund

Der Brooks Range ist ein vielseitiger Trailallrounder. Wer nur einen Schuh fürs Gelände im Schrank haben will, der ist mit dem Newcomer von Brooks perfekt ausgestattet. Sein Einsatzbereich erstreckt sich von normalen Feld-Wald-Wiesenwegen, wurzeligen, geschotterten, felsigen, verblockten Trails bis hin zu matschigem Geläuf. Von Waldautobahnen über Singletrails bis hinauf zu alpinen, felsigen Trails kann er überzeugen. Wobei er seine Stärken auf einfacheren Trails besser ausspielen kann.

Gore-Tex Fans werden ggf. den Range GTX vermissen. Im Gegensatz zum Cascadia 19 gibt es den Range aber nicht mit wind- und wasserdichter Membran. Hierfür wäre dann der Brooks Cascadia 20 GTX oder der Brooks Divide 6 GTX eine mögliche Lösung.

Stärke in der Breite und Schwäche in der Nische das gilt auch beim Brooks Range. Bei hohen Geschwindigkeiten (zu wenig Direktheit und Bodennähe), in tiefem Geläuf (nur 4 mm Stollen) oder aber bei vielen Asphaltabschnitten (zu weicher Gummi) kommt er schnell an seine Grenzen.

Die hohe und weiche Zwischensohle des Range softet so ziemlich alle Herausforderungen des Trails weg. Durch das Trail Adapt System mit der aufgefächerten Rock Platte passt er sich gut dem Untergrund an. Das Feedback vom Untergrund ist unter Berücksichtigung des sehr hohen Komforts wirklich gelungen.

Beim Test des Brooks Cascadia 19 hatte ich noch auf ein Update mit Vibram gehofft. Das kam im Cascadia 20 bekanntlich so. Der Range behält die hauseigene TrailTack Außensohle, die mit ihren 4 mm Bergauf-Bergab-Stollen für eine Eigenentwicklung nach wie vor überraschend guten Grip und Traktion auch auf feuchtem, steinigem Untergrund bietet.

Aussensohle Brooks Range  (c) Laufschuhkauf.de

Hinsichtlich des Lauftempos ist der Brooks Range ebenfalls sehr vielseitig. Einerseits ist er sehr komfortabel und sehr bequem für lange Läufe auf dem Trail. Andererseits ist er trotzdem agil, leicht und dynamisch genug für Läufe in etwas höherem Tempo. Für richtig schnelles Tempo gibt es allerdings im Brooks Sortiment mit dem Cascadia Elite geeignetere Laufschuhe.

In meiner Rotation kommt der Brooks Range neuerdings eher wie der aus dem Sortiment genommene Caldera 8 zum Einsatz, d.h. bei eher gemächlicherem Tempo und wenn es sich auf dem Untergrund gut rollen lässt. Wenn es technischer wird und in Trailwettkämpfen größer 20 km vertraue ich inzwischen auf den neuen Brooks Cascadia 20.

Fazit

Ein cleverer Schachzug in der Sortimentsstrategie ist der amerikanischen Laufschuhschmiede mit dem Brooks Range gelungen. Brooks hat den top bewerteten „alten“ Cascadia 19 einfach unter neuem Namen und zu einem günstigeren Preis noch einmal aufgelegt. Ein Top Trailschuh mit perfektem Preis-Leistungsverhältnis. Klare Kaufempfehlung.

Zielgruppe des Brooks Range

Zielgruppe Brooks Range  (c) Laufschuhkauf.deLeichte bis nicht zu schwere Läufer*innen mit neutralem Abrollverhalten und Supinierer*innen, die einem sehr komfortablen, vielseitigen Geländelaufschuh suchen, sollten den Brooks Range probieren. Auch für Vor- und Mittelfußläufer*innen ist er eine Empfehlung. Bisherige Fans des Cascadia 19 sollten auf jeden Fall auch den Range im Blick haben zumal der Cascadia 20 wieder eine sportlichere Ausrichtung hat.

Wer den Ghost 18 von Brooks auf der Straße läuft, der hat mit dem Range eine komfortable Option für den Trail. Wenn es etwas sportlicher sein soll, dann wäre der überarbeitete Cascadia 20 von Brooks eine mögliche Lösung.

Zielgruppe Gewicht
leichtgewichtigOOO
normalgewichtigOOOO
schwergewichtigOO
Zielgruppe Abrollverhalten
Unterpronierer*innen / Supinierer*innenOOO
Neutralfußläufer*innenOOOO
leichte Überpronierer*innenO
mittelstarke Überpronierer*innenX
starke Überpronierer*innenX
Laufuntergrund
Asphalt / BetonO
Feld / WaldOOOO
TrailOOOO
Legende: OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt geeignet; X = ungeeignet

[WERBUNG] Hinweis zum Thema Werbung / Transparenz: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen. Für den Testbericht erhalte ich keine finanzielle Vergütung von den Herstellern. [WERBUNG]


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