Mit dem Brooks Ghost Trail startet der Laufschuhkauf.de Laufschuhtest Frühjahr / Sommer 2026. Mal wieder eine Neuheit der Laufschuhschmiede aus Seattle. Ich freue mich darauf.
Viel Spaß mit meinem Testbericht!
Inhaltsverzeichnis
Produktbeschreibung von Brooks zu seinem Topseller im Trailgewand
Zahlen, Daten, Fakten zum Brooks Ghost Trail
Änderungen zum Vorgängermodell
Testbericht und Kommentar
Zielgruppe des Brooks Ghost Trail
Produktbeschreibung von Brooks zu seinem Topseller im Trailgewand
„Ghost Trail – Mit unserem neuen Ghost Trail-Schuh für Damen / Herren kannst du dich ganz bequem ins Gelände wagen. Dank des soften Schaums und der Traktion in jedem Gelände kannst du dich getrost sowohl auf Trails als auch Straßen bewegen.
- Jahrelanges Vertrauen – Bewährter Komfort: Genieße das Trage- und Laufgefühl im Ghost – seit langem ein Favorit unter Läufer*innen – einem Schuh, der für die Entdeckungsreise auf den Trails entwickelt wurde. Mit Stickstoff-injizierter Dämpfung für softe Landungen.
- Schnapp ihn dir und los geht’s – Traktion auf jedem Untergrund: Die flexible Laufsohle enthält TrailTack Green Rubber, das für eine gute Traktion auf nassen und trockenen Oberflächen entwickelt wurde. Das 3 mm Profil der Laufsohle erleichtert dir das Laufen im Gelände voller Selbstvertrauen.
- Bequem und langlebig – Sicherer Halt: Das softe, atmungsaktive Obermaterial aus Air Mesh sorgt für Komfort und Sicherheit. Mit einer 3D gedruckten Schicht in der Zehenkappe und im Schmutzfang – zum Schutz im Gelände gedacht.“
Doch schauen wir genauer ins Detail was der Brooks Ghost Trail kann. Was nicht. Wie er sich beim Laufen bewährt und für wen er geeignet ist.
Zahlen, Daten, Fakten zum Brooks Ghost Trail
- Artikelnummer: 110475 1D 004
- Preis: 150,- €
- Kategorie: Trail- / Geländelaufschuhe
- Geschlecht: Als Damen- und Herrenmodell erhältlich.
- erhältliche Größen (US): Damen 5 – 12, 13; Herren 7 – 13, 14, 15
- verschiedene Weiten erhältlich: nein
- Gewicht: 297 g (US 9), 358 g (US 13)
- Sprengung: 8 mm
- Bauhöhe: 25:17 mm zuzüglich Außensohle
- Leisten: gerade
- Zwischensohle: Zwischensohle aus DNA LOFT V3, keine separaten Dämpfungskissen im Vor- und Rückfußbereich
- Pronationsstütze: nein
- Passform: normal weit geschnitten
- Herstellungsland: Vietnam
- Nachhaltigkeit: CO2-neutraler Laufschuh (neben ressourcenschonenderer Produktion und mehr recycelten Materialien werden auch Kompensationszahlungen geleistet, siehe im Detail im Testbericht zum Ghost 14), 59 % recycelte Materialien im Obermaterial, TrailTack Gummisohle aus 25 % recycelten Materialien
- Vergleichsmodelle anderer Marken: Saucony Ride TR 2
- Sonstiges: Der Topseller der amerikanischen Laufschuhschmiede im Trailgewand
Änderungen zum Vorgängermodell
Der Brooks Ghost Trail ist seit Oktober 2025 ganz neu auf dem deutschen Markt, d.h. es ist kein Vorgängermodell vorhanden.
Testbericht und Kommentar
Gravel Laufschuhe, d.h. Straßenlaufschuhe mit Traileignung werden als ein neuer Trend in der Laufschuhbranche gefeiert. Besonders Salomon versucht damit sein sehr auf das Thema Trail begrenztes Portfolio zu erweitern und so aus der Trailnische herauszukommen. Aber auch andere Marken wie Asics oder Saucony bieten schon länger erfolgreiche Straßenlaufschuhe als TR Version an. Wenig überraschend bringt Brooks auch seinen absoluten Topseller, den Ghost in trailiger Variante auf den Markt.
Bauweise, Ausstattung & Laufgefühl
Das Prinzip für Brooks bei der Entwicklung seines ersten Gravelschuhs war denkbar einfach: Nimm deinen besten Laufschuh und mache eine Trailversion daraus. Dafür hat die amerikanische Laufschuhschmiede, dem Ghost, seinem Erfolgsmodell für die Straße, neben einer griffigen mit 3 mm Stollen versehenen Außensohle auch einen robusteren Schaft spendiert.
Der Ghost Trail baut auf dem Ghost 17 auf. So verwendet er die gleiche, mit Stickstoff „aufgeblasene“ DNA Loft V3 Zwischensohle wie sein Straßenpendant. Der Ghost Trail hat allerdings im Vorfußbereich 2 mm mehr Schaum und damit eine Mittelsohlenhöhe von 25:17 mm. Die Sprengung liegt bei 8 mm und ist damit 2 mm niedriger als beim normalen Ghost. Des Weiteren ist die Zwischensohle im Rückfußbereich an der Ferse und am Übergang in den Mittelfußbereich etwas stärker über den Schaft hochgezogen, was zu etwas mehr Stabilität führt.
Etwas einfacher ist die Einlegesohle. An Stelle der Ortholite Einlegesohle kommt bei der Trailversion des Ghost nur eine normale Schaumstoffeinlegesohle zum Einsatz. Da ich normalerweise orthopädische Einlagen in meinen Laufschuhen verwende, kommt das für mich aber nicht zum Tragen.
Der Brooks Ghost Trail läuft sich sehr komfortabel, ist aber kein ultra weiches Sofa. Von der Weichheit der Zwischensohle liegt er im Mittelfeld. Wer es weicher mag, kann bei Brooks im Trailbereich auf den Cascadia 19 und im Straßenbereich auf den Glycerin 23 zurückgreifen. Beides sind aber keine Hybridschuhe. Die Flexibilität und die Torsionsfähigkeit sind auf gutem Niveau, wobei letztere gefühlt beim Ghost 17 etwas stärker ausgeprägt ist.
Für Stabilität sorgt neben der durchgehenden, breiten Auflagefläche auch die Anordnung der TrailTack Gummipods in der Außensohle. Auf der Schuhinnenseite, direkt unterhalb des Mittelfußes sitzt eines davon. Auf der Außenseite ist diese Stelle ausgespart. Dazu kommt noch die stabile Fersenkappe, die etwas über den Schaft gezogene Zwischensohle und der feste Mittelfußsattel mit den 2 Schnürschlaufen in der Mitte der Schnürung. Durch den robusteren Aufbau wiegt der Ghost Trail in Referenzgröße US 9 (42,5) 11 g mehr als der Straßen Ghost.
Schaft, Passform & Schnürung
Der Brooks Ghost Trail hat eine sehr ähnliche Passform wie der Brooks Ghost 17. Beide verwenden ein Air Mesh im Schaft. Dieses ist allerdings beim Ghost Trail mit streifenartigen 3D Fit Print Overlays im Vorfußbereich und im unteren Bereich des Schafts verstärkt. Das macht ihn nicht nur robuster sondern schützt auch den Fuß (und natürlich den Schaft) besser vor den Widrigkeiten des Trails.
Die Passform ist typisch für den amerikanischen Laufschuhbauer: Sehr komfortabel, tolles „first fit“, eher etwas breiter geschnitten mit geräumiger Zehenbox und etwas schmalerer Passform im Mittel- und Rückfußbereich. Ansonsten punktet auch der Brooks Ghost Trail mit der vom Ghost seit Jahren bekannten, universellen Kuschelhausschuhpassform. Die Auskleidung ist üppig. Die Materialien weich. Die Zunge gut gepolstert.
Die 4 Ösen 2 Schlaufen Schnürung (der normale Ghost hat nur Ösen) mit den Schlaufen im oberen Bereich des Spanns sorgt zudem für einen gepackten, sicheren Sitz. Die Schnürsenkel sind etwas fester, flacher und nicht so elastisch wie die des Ghost 17. Das passt aber gut zur Trailvariante.
An der Ferse hat der Ghost Trail eine Anziehschlaufe, die der normale Ghost nicht hat. Jetzt würde nur noch eine Halteschlaufe für die Schnürsenkel auf der Zunge fehlen. Na ja vielleicht kommt das bei der 2. Auflage. Sehr angenehm ist auch der nach hinten weggezogene Fersenkragen. Erleichtert dieser nicht nur den Einstieg in den Ghost Trail (der Fuß gleitet förmlich in den Schuh), sondern reduziert auch Druck auf die Achillessehne. Gerade für Läufer*innen, die hier Probleme haben sicher ein zu beachtender Punkt. Nachteilig ist hierbei lediglich, dass er auf dem Trail als Schmutztrichter fungiert.
Der Größenausfall des Brooks Ghost Trail ist normal, d.h. 1 – 2 Größen größer als die Straßenschuhgröße passen i.d.R. Er fällt vergleichbar anderen Laufschuhen der Marke Brooks aus. Passt hier eine US 13, dann auch beim Ghost Trail. Platz für die Aufnahme orthopädischer Einlagen ist im Austausch gegen die Herstellereinlegesohle ausreichend vorhanden.
Einsatzbereich & Untergrund
Seine Heimat hat der Brooks Ghost Trail in gemischtem Gelände. Als Hybrid, Road to Trail, All Terrain oder neu deutsch Gravel Laufschuh hat er seine Schwächen in der Nische überzeugt aber in einfachem Gelände sowie auf festem und befestigtem Untergrund. Straße, Pflaster, Park-/Kies- und leichte Schotterwege sowie einfache, eher ebene Feld-/Wald- und Wiesenwege sind sein Haupteinsatzgebiet. Dort funktioniert er aufgrund der TrailTack Green Außensohle auch bei Nässe. Der Grip ist besser als bei reinen Straßenlaufschuhen womit er eine gute Brücke hin zu den geländetauglichen Schuhen bietet.
Schlamm und tiefes Geläuf bringen die 3 mm Stollen aber schnell an ihre Grenzen. Genauso sieht es im technischen und / oder alpinen Gelände aus. Hierfür gibt es geeignetere Laufschuhe. Aus dem Brooks Sortiment wäre z. B. der Cascadia 19 eine geeignetere Alternative für diesen Einsatzzweck.
Tempotechnisch bietet der Brooks Ghost Trail ebenfalls ein breites Spektrum, wenn gleich Fettstoffwechselläufe bis zügigere Grundlagenläufe sein Haupteinsatzgebiet sind. Bis zu einer Pace von 04:30 min./km lässt sich der Komfortschuh ordentlich laufen. Wird es schneller kommt er aufgrund fehlender Agilität, Direktheit und fehlendem Push an seine Grenzen. Ein Racingschuh ist die Trailversion des Ghost nicht. Dafür gibt es geeignetere Alternativen. Auf dem Trail bspw. aus dem Hause Brooks der Catamount 4 oder für die Straße den Brooks Hyperion 3.
Hinsichtlich der Streckenlänge gibt es keinerlei Einschränkungen. So überzeugt er von kurzen, regenerativen und mittellangen Läufen durchaus auch bei längeren Trainingsläufen.
Der Brooks Ghost Trail hat sich bei mir für Feldrunden aber auch einfache Trailrunden im Pfälzer Wald seinen Platz in meiner Rotation gesichert. Gerade wenn relativ viele befestigte Wege dabei sind, trage ich ihn lieber als einen reinen Trailschuh. Den normalen Ghost hingegen nutze ich bspw. nicht fürs Laufen im Gelände. Selbst dann nicht, wenn die Wege relativ einfach sind. Dort greife ich dann lieber zu richtigen Trailschuhen oder eben zum Brooks Ghost Trail.
Fazit
Der Brooks Ghost Trail ist eine sehr gelungene Neueinführung im Bereich der Gravel Laufschuhe. Mit griffigerer Sohle und robusterem Schaft ausgestattet kann er voll überzeugen. Fans des Straßen Ghost finden hier eine vielseitige Alternative für den Übergangsbereich zu reinen Trailschuhen.
Zielgruppe des Brooks Ghost Trail
Leichte und mittelschwere Läufer*innen mit neutralem Abrollverhalten und Supinierer*innen, die einen vielseitigen Allrounder für Straße und Gelände suchen, sollten den Brooks Ghost Trail testen.
Fersenläufer*innen sind seine Hauptzielgruppe. Vor- und Mittelfußläufer*innen werden die 8 mm Sprengung zu schätzen wissen und könnten den Ghost Trail ebenfalls in die engere Wahl nehmen.
Wer es spezieller haben will oder aber vorwiegend Straße oder Trail läuft, findet am Markt geeignetere Laufschuhe. Das Pendant für reine Straßenläufer ist der Ghost 17. Wer nur Trails läuft sollte sich den Brooks Cascadia 19 anschauen. Wer aber einen Hybridschuh sucht, der beides kann, der ist hier richtig.
| Zielgruppe Gewicht | |
| leichtgewichtig | OOOO |
| normalgewichtig | OOOO |
| schwergewichtig | OO |
| Zielgruppe Abrollverhalten | |
| Unterpronierer*innen / Supinierer*innen | OOOO |
| Neutralfußläufer*innen | OOOO |
| leichte Überpronierer*innen | O |
| mittelstarke Überpronierer*innen | X |
| starke Überpronierer*innen | X |
| Laufuntergrund | |
| Asphalt / Beton | OOOO |
| Feld / Wald | OO |
| Trail | O |
| Legende: OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt geeignet; X = ungeeignet | |
[WERBUNG] Hinweis zum Thema Werbung / Transparenz: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen. Für den Testbericht erhalte ich keine finanzielle Vergütung von den Herstellern. [WERBUNG]




