Mit dem Geländelaufschuh / Trailschuh / Maximalschuh Hoka Speedgoat 7 bleiben wir im Laufschuhkauf.de Laufschuhtest FS 2027 auf dem Trail. Maximal gedämpft bleibt es auch bei der aktuellen Auflage des Hoka Klassikers.
Seine 4. Auflage war zugleich mein erster Hoka Laufschuh hier im Test. Dieser konnte mich damals nicht wirklich überzeugen. Mit der 5. Auflage wurde es deutlich besser. Die 6. Auflage war eher ein Rückschritt für mich. Umso gespannter war ich auf die 7. Auflage.
Viel Spaß mit meinem Testbericht!
Inhaltsverzeichnis
Das schreibt Hoka zu seinem Ultrarunner fürs Gelände
Zahlen, Daten, Fakten zum Hoka Speedgoat 7
Änderungen zum Vorgängermodell
Testbericht und Kommentar
Zielgruppe des Hoka Speedgoat 7
Das schreibt Hoka zu seinem Ultrarenner fürs Gelände
„Speedgoat 7 – Reaktionsfähiges Laufgefühl mit gutem Halt auf anspruchsvollem Terrain.
Der GOAT ist jetzt noch reaktionsfähiger als je zuvor und macht seinem Namen mit einer neuen SCF-Zwischensohle und mehr Energierückgabe alle Ehre. Bei diesem Update haben wir an alles gedacht: Natürlich hat der Schuh immer noch die verlässliche Passform und den zuverlässigen Grip. Die Fersenmanschette ist jetzt aber noch bequemer, und eine Gamaschenbefestigung schützt vor Steinen und Geröll. Vollgepackt mit neuen Technologien, sichert sich der Speedgoat spätestens jetzt seinen Kultstatus als Allrounder für die längsten Trails.
Das ist neu: Schaumstoff mit Super-Critical-Foaming-Verfahren an der Zwischensohle, eine bequemere Fersenmanschette, Gamaschenbefestigung und eine überarbeitete Stollenausrichtung sind nur einige der Upgrades dieses Schuhs.
Doch schauen wir genauer ins Detail was der Hoka Speedgoat 7 kann. Was nicht. Wie er sich beim Laufen bewährt und für wen er geeignet ist.
Zahlen, Daten, Fakten zum Hoka Speedgoat 7
- Artikelnummer: 1171928 – KWN
- Preis: 165,- €
- Kategorie: Trail- / Geländelaufschuhe
- Geschlecht: Als Damen- und Herrenmodell erhältlich.
- erhältliche Größen (US): Damen 5 – 11, 12; Herren 7 – 13, 14, 15
- verschiedene Weiten erhältlich: ja, je 2 (regulär und breit), Damen B (= normal), D (= breit); Herren D (= normal), 2E (= breit)
- Gewicht: 275 g (US 9), 327 g (US 13)
- Sprengung: 5 mm
- Bauhöhe: 37,3:33,3 mm (Herren), 35,8:31,9 mm (Damen)
- Leisten: gerade
- Zwischensohle: Super Critical Foam-Mittelsohle, keine separaten Dämpfungskissen im Vor- und Rückfußbereich
- Pronationsstütze: nein
- Passform: normal weit geschnitten
- Herstellungsland: Vietnam
- Nachhaltigkeit: k. A.
- Vergleichsmodelle anderer Marken: Asics Gel Trabuco Max 5, Brooks Caldera 8, Saucony Xodus Ultra 5
- Sonstiges: Für Damen und Herren in zahlreichen Farben erhältlich. Ab der Saison HW 2026 auch mit wind- und wasserdichtem Goretex-Schaft erhältlich.
Änderungen zum Vorgängermodell
Nachfolger des Hoka Speedgoat 6. Folgende Neuerungen weist der Hoka Speedgoat 7 auf:
Auf den ersten Blick wirkt das Update aufgrund zahlreicher optischer Veränderungen sehr aufwendig. Im Detail sind die Neuerungen dann aber doch nicht so extrem.
Bei der Außensohle bleibt es bei einem großen, zusammenhängenden Stück Vibram Megagrip Gummi. Wie bisher hat es zahlreiche Aussparungen an denen die Zwischensohle frei liegt. Während es im Vorfußbereich allerdings 2 Streifen waren, sind es jetzt 6 kleinere Aussparungen. Das Crashpad im Rückfußbereich ist mittig abgetrennt. Bei der 6. Auflage war es schräg hinten außen separiert. Im hinteren Teil der Außensohle kommen mehr der nun herzförmigen Stollenelemente (beim 6er pfeilförmig) zum Einsatz, während die Zahl im Vorfußbereich leicht reduziert wurde. Die ganz kleinen Elemente entfallen. Die Stollenausrichtung wurde beim Hoka Speedgoat 7 überarbeitet.
Die spürbarste Änderung gibt es in der Zwischensohle. Hier setzen die Amerikaner beim Speedgoat 7 auf einen mit Stickstoff aufgeblasenen Schaum (SCF Foam). Dieser ist leichter, langlebiger und bietet mehr Energierückgabe als die bisherige, reine EVA Dämpfung. Die Zweifarbigkeit der Zwischensohle wird gegen eine einfarbige Ausführung getauscht. Während die Zwischensohle des Speedgoat 6 fast horizontal verlaufende Linien hatte, sind beim Speedgoat 7 rautenförmige Unterteilungen zu finden. Die einfache, perforierte Einlegesohle und die ebenfalls perforierte Topsohle wurden technisch 1:1 übernommen.
Im Schaft des Hoka Speedgoat 7 gibt es auch einige Änderungen. Die aufgeklebten Overlays sind zahlreicher und größer und nicht mehr perforiert sondern durchgängig. Im Vorfußbereich hat der SG7 einen massiveren Zehenschutz bekommen, der zudem stärker über den Vorfußbereich gezogen ist. Im Mittelfußbereich wurde ein externer Strap zu den innenliegenden Verstärkungen ergänzt. Dadurch bietet der Hoka Speedgoat 7 durch einen „richtigen“ Mittelfußsattel wieder mehr Halt. Der stretchige Mesheinsatz im Vorfußbereich bleibt erhalten, hat aber eine etwas andere Form.
Die Zunge des Speedgoat 7 bleibt der des Vorgängers sehr ähnlich, hat aber eine 2. weiter obenliegende Durchfädelschlaufe für die Schnürsenkel erhalten und ist zudem länger. Die Schnürsenkel (halbelastisch und flach) und die Schnürung (6 Ösen) bleiben unverändert. Ebenso die Bootiekonstruktion mit den sehr elastischen, perforierten Bändern.
Die Fersenpartie des Hoka Speedgoat 7 wurde ebenfalls überarbeitet. Bestehen bleibt die Wanne in der der Fuß etwas tiefer steht. Das Elfenohr wurde entfernt, die Polsterung von Schuhkragen und Fersenpartie verstärkt. Die Anziehschlaufe bleibt wie beim Vorgänger. Dazu kommt noch eine Schlaufe zur Gamaschenbefestigung.
Das Schuhgewicht pro Schuh sinkt in Referenzgröße US 9 (42,5) um lediglich 3 g. In meiner Schuhgröße US 13 (48) sind es aber immerhin 19 g pro Schuh. Hoka hat beim Speedgoat 7 das Größenspektrum jeweils bei Damen und Herren um eine Größe nach oben geschoben. So ist die 7. Auflage bei Damen bis US 12 und bei Herren bis US 15 erhältlich.
Neues Design. Der Hoka Speedgoat 7 hat an der Ferse und im Vorfußbereich reflektierende Elemente. Der Vorgänger hatte nur einen kleinen Reflektor an der Ferse. Die unverbindliche Verkaufspreisempfehlung steigt auch dieses Mal, wenn auch nur um 5,- € auf 165,- €.
Testbericht und Kommentar
Auf Regen folgt Sonnenschein und dann wieder Regen. So lassen sich die Veränderungen von Version 4 auf 5 auf 6 des Modells Speedgoat von Hoka zusammenfassen. Während ich die 5. Auflage sehr überzeugend fand, war sowohl Auflage 4 als auch die letzte 6. Version für mich persönlich eher schwach. V. a. die 6. Auflage war für mich eine deutliche Verschlimmbesserung zur gelungenen 5. Auflage. Aber auf Regen folgt wieder Sonnenschein. Ob das Sprichwort auch bei der 7. Auflage des Speedgoat zutrifft schauen wir uns im Folgenden näher an.
Bauweise, Ausstattung & Laufgefühl
Nachdem ich beim Vorgänger des Hoka Speegoat 7 den „Pep“ in der Zwischensohle vermisst habe, muss ich gestehen, dass mich die amerikanische Laufschuhschmiede beim Update diesbezüglich absolut überzeugt hat. Der Speedgoat 7 läuft sich komfortabler, reaktiver / lebendiger und vielleicht auch moderner als sein Vorgänger. Kein Sofa aber auch kein Stein, sondern einfach eine gute Mischung wie ich sie mir bei einem vielseitigen Trailschuh wünsche.
Dafür verantwortlich ist der neue Stickstoff injizierte Schaum (SCF Foam). Das Super‑Critical‑Foaming‑Verfahren (SCF) ist ein physikalisches Schäumungsverfahren, bei dem Stickstoff unter extrem hohem Druck und hoher Temperatur in die EVA Mittelsohle eingebracht wird. Beim Druckabfall entstehen Milliarden mikroskopisch kleiner, gleichmäßiger Zellen, die den Schaum leichter, reaktiver und langlebiger machen. Das Gute dabei: Der Unterschied ist wirklich deutlich spürbar!
Neben dem neuen Schaum trägt auch die Umgestaltung der Außensohle zu besseren Torsions- und Flexibilitätswerten bei. Beides Punkte, die bei der 6. Auflage schwach waren. Zudem wurde die Rockerbauweise etwas angepasst. Das alles führt in Summe zu einem geschmeidigeren, flüssigeren (weniger klobigen) Abrollverhalten.
Nach wie vor schluckt der Speedgoat 7 viel von dem was unter dem Fuß passiert. Das hat zum Vorteil das mit ihm nahezu überall Idealspur ist. Der hohe Komfort ist seit jeher Teil seiner DNA. Nachteilig hingegen ist, dass die Rückmeldung vom Untergrund eingeschränkt wird und es dem Speedgoat an Agilität fehlt.
Die Stabilitätswerte sind ähnlich dem des Vorgängers. Durch die breite Auflagefläche, den verstärkten Mittelfußsattel und die stabile Fersenpartie gibt er ausreichend Führung.
Schaft, Passform & Schnürung
Am Schaft hat Hoka beim Speedgoat 7 im Großen und Ganzen ebenfalls Verbesserungen erzielt. Der neu gestaltete Mittelfußsattel bietet mehr Raum und trotzdem lässt sich der Schuh fest genug an den Fuß ziehen. First Fit und Halt sind sehr gelungen. Das war eine der zentralen Schwachstellen des Vorgängers für mich. Dieser war dort zu flach. Läufer mit höherem Spann und / oder orthopädischen Einlagen kommen beim Speedgoat 7 wieder voll auf ihre Kosten und zudem leichter in den Schuh.
Ebenfalls positiv ist die etwas längere Zunge, die nicht umklappt und trotzdem weit genug unter den Schnürsenkeln herausragt. Ob sie mehr Komfort bieten könnte? Ja vermutlich würde ich eine etwas stärker gepolstetere Zunge bevorzugen. Nach wie vor unverständlich für mich ist, dass Hoka keine Verstau- oder Befestigungsmöglichkeit für die Schnürsenkel verbaut. Aber das wird sich wohl eher nicht ändern.
Der Vorfußbereich läuft relativ spitz zu. Für mich noch im Rahmen aber gerade Läufer*innen mit breiteren Füßen und auch auf langen Distanzen dürften hier mehr Platz schätzen. Das sollte bei der Anprobe kritisch betrachtet werden. Falls verfügbar ist, u. U. die breitere Weite eine Option.
Das Elfenohr an der Ferse ist beim Hoka Speedgoat 7 Geschichte und wurde gegen einen herkömmlichen Fersenkragen getauscht. Dem Vorteil des leichten Anziehens stand immer der Schmutzlöffeleffekt entgegen. Für mich ist die Lösung wie umgesetzt gut. Allerdings ist das limefarbene Futter meines Speedgoat 7 auch mit neuer Kragenlösung inzwischen trotz Waschens schon rotbraun. Überhaupt sind viele der angebotenen Farben (3 von 4) nicht wirklich schmutzunempfindlich. Das ist nicht das alles entscheidende Kriterium aber gerade bei Trailschuhen ein in meinen Augen nicht ganz unwichtiger Aspekt.
Das Obermaterial hat mehr Overlays bekommen und wirkt auf den ersten Blick sehr robust. Der Schutz ist top. Allerdings weist mein Speedgoat 7 nach nicht einmal 150 Kilometern v. a. am linken Schuh bereits sichtbare Gebrauchsspuren auf. Am Mesh zeigen sich erste brüchige Stellen. Die Overlays lösen sich an den Rändern bereits leicht ab und die Verklebung des Schafts an der Zwischensohle hat sich an einigen Stellen bereits minimal gelöst. Vielleicht habe ich auch nur Pech und ein Montagsmodell erwischt aber einen neuen Kilometerrekord wird der Hoka Speedgoat 7 sicher nicht schaffen. Ich bin gespannt, wie lange das gut geht …
Einsatzbereich & Untergrund
Wie bisher sind die Heimat des Hoka Trailmonsters Feld- / Wald- / Wiesenwege, Waldautobahnen, Schotterpisten, Singletrails, einfache bis hin zu nicht zu technischen Trails. Die Vielseitigkeit des Arbeitstiers ist dabei eine seiner großen Stärken. Trotz fehlenden Rock Shields schluckt die dicke Zwischensohle des Hoka Speedgoat 7 alle Unebenheiten, Steine, Wurzeln u. ä. Widrigkeiten des Trails. (Kurze) Passagen auf Asphalt lassen sich ebenfalls laufen. Dank der neuen Zwischensohle auch komfortabler als in Auflage 6.
An seine Grenzen kommt er bei sehr technischen, verwinkelten und verblockten Trails. Hier fehlt es ihm an Direktheit, Flexibilität und Agilität.
Eine der zentralen Stärken bleibt die Vibram Megagrip Aussensohle. Die Ziegenhufenform wurde zwar gegen herzförmige, mit Mikrospikes versehene Stollenelemente getauscht. Was bleibt ist der nach wie vor überragende Grip der 5 mm Stollen. Diese vermitteln auf Fels, bei Nässe und in losem Gelände ein sicheres Laufgefühl. Fairerweise haben in diesem Punkt inzwischen aber zahlreiche Marken aufgeholt. Ein Alleinstellungsmerkmal wie vor ein paar Versionen ist das nicht mehr.
Lange Distanz und laufen? Dafür ist der Hoka Speedgoat 7 gemacht. Auf den Trailmarathon- und Ultratraildistanzen ist er zu Hause. Natürlich lässt er sich auch auf kürzeren Strecken gut laufen aber wem Wendigkeit und Schnelligkeit wichtig ist, der findet am Markt für die Short- und Halftraildistanzen geeignetere Alternativen (auch im Sortiment von Hoka). Vom Tempo her macht der Hoka Speedgoat 7 vor allem im lockeren bis zügigen aber nicht maximalen Bereich eine gute Figur.
Fazit
Nach der enttäuschenden 6. Auflage kann der Hoka Speedgoat 7 nahezu vollumfänglich überzeugen. Reaktivere Zwischensohle, bessere Passform und ein optimiertes Laufgefühl, wenn nur die Bedenken bezüglich der Haltbarkeit nicht wären.
Zielgruppe des Hoka Speedgoat 7
Mittelschwere bis nicht zu schwere Läufer*innen mit neutralem Abrollverhalten und Supinierer*innen, die einen Allrounder fürs Gelände und längere (Ultra-)Laufdistanzen suchen, sollten den Hoka Speedgoat 7 in die engere Wahl nehmen. Auch Vor- und Mittelfußläufer werden die durchgängige Auflagefläche und die niedrige Sprengung schätzen.
Trailläufer*innen, die mehr Feedback vom Untergrund haben wollen und / oder schneller laufen, finden bei Hoka mit dem Midcutmodell Tecton X3 und dem Rocket X Trail zwei Trailracer mit Karbonplatte.
Wer es klassischer und ohne Platte aber dennoch direkter mag, der findet mit dem überarbeiteten Zinal 3 (neuer Schaum) oder dem Klassiker Torrent 4 zwei weitere Modelle in der breiten Hoka Trailrange.
| Zielgruppe Gewicht | |
| leichtgewichtig | OO |
| normalgewichtig | OOOO |
| schwergewichtig | OOO |
| Zielgruppe Abrollverhalten | |
| Unterpronierer*innen / Supinierer*innen | OOO |
| Neutralfußläufer*innen | OOOO |
| leichte Überpronierer*innen | O |
| mittelstarke Überpronierer*innen | X |
| starke Überpronierer*innen | X |
| Laufuntergrund | |
| Asphalt / Beton | OO |
| Feld / Wald | OOOO |
| Trail | OOO |
| Legende: OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt geeignet; X = ungeeignet | |
[WERBUNG] Hinweis zum Thema Werbung / Transparenz: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen. Für den Testbericht erhalte ich keine finanzielle Vergütung von den Herstellern. [WERBUNG]






