Laufschuhtest Saucony Peregrine 10 ST

Der Saucony Peregrine 10 ST ist der 4. Trail- / Geländelaufschuh im Laufschuhkauf.de Laufschuhtest Frühjahr / Sommer 2020.

Saucony Peregrine 10 ST Men Außenseite (c) Saucony   Saucony Peregrine 10 ST Men Innenseite (c) Saucony   Saucony Peregrine 10 ST Men Aussensohle(c) Saucony
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Produktbeschreibung von Saucony zu seinem Trailracer

„Peregrine 10 ST – Griffiger Schutz für schlammiges, schmuddeliges Gelände.

Für diejenigen, die bei schlammigen und nassen Trailbedingungen laufen, ist der Peregrine 10 ST ein griffiger, schützender Trailschuh, der speziell für den Einsatz bei widrigsten Off-Road Bedingungen gebaut wurde.
  • Grip der nicht rutscht: Tiefer ausgerichtete PWRTRAC-Stollen geben den ultimativen Grip, speziell entwickelt um im schlammigen, nassen Untergrund zu bestehen
  • Fühlt sich solide und stabil an: Die neue PWRRUN-Dämpfung sorgt für ein reaktives und dennoch schützendes Gefühl um bergauf zu pushen und bergab mit Vertrauen zu rennen
  • Wasserfester Schutz: Verbesserte Wasserbeständigkeit hilft gegen Schlamm und das trailspezifische FORMFIT-Design bietet die perfekte Lock-Down-Passform in unebenem Gelände.“

Doch schauen wir genauer ins Detail was der Saucony Peregrine 10 ST kann. Was nicht. Wie er sich beim Laufen bewährt und für wen er geeignet ist.

Zahlen, Daten, Fakten zum Saucony Peregrine 10 ST 

  • Artikelnummer: S20568-20
  • Preis: 135,- €
  • Kategorie: Gelände (Trail)
  • Geschlecht: Als Damen- und Herrenmodell erhältlich.
  • erhältliche Größen (US): Damen 5 – 12, Herren 7 – 13, 14
  • verschiedene Weiten erhältlich: nein
  • Gewicht: 332 g (US 9), 392 g (US 13)
  • Sprengung: 4 mm
  • Bauhöhe: 28,5:24,5 mm
  • Leisten: gebogen
  • Zwischensohle: keine separaten Dämpfungskissen im Vor- und Rückfussbereich, PWRRUN Zwischensohle, PWRRUN+ Decksohle
  • Pronationsstütze: nein
  • Passform: normal weit geschnitten
  • Vergleichsmodelle anderer Marken: La Sportiva Bushido II, Mizuno Wave Hayate 6
  • Sonstiges: Das Modell Peregrine 10 hat inzwischen eine ganze Familie. So gibt es neben der Meshvariante Peregrine 10 für 135,- €, den Peregrine 10 GTX mit wind- und wasserdichtem Goretexschaft für 150,- € und den hier getesteten Peregrine 10 ST für tiefes Geläuf mit Matsch und Schlamm. In der 8. Auflage gab es noch die Ice+ Variante, die eine spezielle Sohlenkonstruktion mit Vibram Arctic Grip für das Laufen auf glatten Wegen bei Eis und Schnee hatte. Diese war dann aber so speziell, dass er aufgrund der schwachen Abverkäufe nach nur einem Jahr wieder vom Markt genommen wurde.

Änderungen zum Vorgängermodell

Der Saucony Peregrine 10 ST ist komplett neu auf dem Markt, d.h. es ist kein Vorgängermodell vorhanden. Die ST Variante wurde im Herbst 2019 von Saucony gelauncht und baut auf dem Modell Peregrine 10 auf.

Testbericht und Kommentar

Der Peregrine ist bei Saucony ein alter Bekannter und hat sich in der Trailszene bereits einen Namen gemacht. Seit 10 Jahren am Markt schwankt er je nach Version immer etwas zwischen Dämpfung und Komfort auf der einen Seite und Dynamik und Wettkampftauglichkeit auf der anderen Seite.

Dieses Mal schlägt das Pendel wieder mehr Richtung der Raceeigenschaften aus. Zu seinem Jubiläum gibt es ihn gleich in 3 Varianten: Als Trailschuh mit Meshschaft, als Trailschuh mit wind- und wassserdichtem Goretexschaft und als den hier getesteten Trailschuh für nassen, schlammigen, tiefen und grundsätzlich losen Untergrund.

Bauweise, Ausstattung & Laufgefühl

Der Peregrine 10 ST ist deutlich bodennäher als es rein optisch scheint. Dies liegt vor allem daran, dass der Fuss im Schuh tiefer, in einer Art Schale steht, was zusätzlich für Stabilität sorgt. Des weiteren ist die Bauhöhe mit 28,5:24,5 mm nicht ultrahoch da hier die 6,5 mm hohen Stollen schon eingerechnet sind. Zudem ist die Sprengung mit 4 mm sehr niedrig. Das sollten Neulinge im Niedrigsprengungsbereich beachten und ausreichend Gewöhnungszeit einplanen um Probleme im Unterschenkelbereich und an der Achillessehne zu vermeiden.

Trotz der robusten Bauweise sind die Flexibilitätswerte überraschend gut und die Torsionsfähigkeit ist auf hohem Niveau. Der Saucony Peregrine 10 ST läuft sich sehr agil, direkt und dynamisch. Er vermittelt durch seine Bodennähe ein perfektes Gefühl für den Untergrund. Dank dem Verzicht auf zusätzliche Dämpfungskissen in der einheitlich festen Zwischensohle und der durchgängigen Auflagefläche  rollt der Peregrine gleichmässig ab. Durch die weiche Gummimischung in der Aussensohle, die PWRRUN Zwischensohle und die PWRRUN+ Decksohle unterhalb der Einlegesohle vermittelt er ein tolles „first fit“ und bietet auch in steinigem, rauhen Gelände angenehmen Dämpfungskomfort.

Alle erdenklichen Trailfeatures sind im Saucony Peregrine 10 ST verbaut. Angefangen bei der griffigen, grobstolligen Aussensohle, über das im Vorfuss eingebaute Rockshield bis hin zur Öse zum Einhängen der Gamasche an der Aufhängung der Schnürung im Vorfussbereich.

Auch dem Thema Schutz wurde im Obermaterial viel Aufmerksamkeit gewidmet. Die hochgezogene Aussensohle im Vorfussbereich schützt zusammen mit der verstärkten Zehenbox mit Großzehenriegel und der umlaufenden Overlaywanne Zehen und Fuß vor den Widrigkeiten des Trails. Das Meshmaterial ist sehr robust, fest und an vielen Stellen mit Overlays verstärkt. Es ist wasserabweisend und bietet einen gewissen Nässeschutz. Zu viel Wasser sollte allerdings nicht auf den Schuh kommen sonst weicht er irgendwann durch. Der Schutz gilt zudem nur für den Vorfussbereich. An der Meshzunge läuft das Wasser relativ schnell in den Schuh.

Die Trailkomplettausstattung hat gewichtstechnisch natürlich ihren Preis. Mit 332 g in Referenzgröße US 9 ist der Peregrine 10 ST kein Leichtgewicht und reiht sich im breiten Mittelfeld ein. Selbst die Goretex-Version des Peregrine wiegt mit 318 g 14 g weniger.

Passform & Schnürung

Das wasserabweisende, feste Obermaterial hat allerdings zwei Nachteile. Zum einen schwitzt der Fuss aufgrund der eingeschränkten Atmungsaktivität stärker im Schuh und zum anderen leidet die Passform etwas unter dem steifen, nicht so anschmiegsamen Mesh. In Summe sitzt der Saucony Peregrine 10 ST aber gut am Fuss, lässt sich durch die normale Schnürung perfekt am Fuss fixieren und bietet den Füßen zudem angenehm viel Platz. Vor allem die sowohl in der Höhe als auch in der Breite geräumige Zehenbox ist sehr gelungen und lässt den Zehen viel Platz zum Arbeiten. Auch für die Aufnahme von orthopädischen Einlagen ist ausreichend Platz im Schuh. Die flachen Schnürsenkel könnten etwas länger sein um Schnürvarianten wie bspw. die Marathonschnürung zu ermöglichen. Abzüge in der B-Note gibt es zudem für die Schnürsenkelschlaufe die an Stelle einer Schnürsenkelgarage zum Einsatz kommt. Diese könnte etwas fester bzw. kürzer sein um die Schnürsenkelenden besser zu halten.

Einsatzbereich & Untergrund

Das ST im Namen des Testschuhs steht für „sloopy terrain“ was so viel heißt wie matschiges, schlampiges Gelände. Genau dafür ist er gemacht und dort spielt er seine Stärken aus. Abseits von Asphalt und befestigten Wegen ist der Saucony Peregrine 10 ST zu Hause. Auf Strasse und sonstigen, befestigten Untergrund fühlt er sich trotz des weichen Gummis nicht so komfortabel an und läuft sich etwas seltsam. Die 6,5 mm Stollen sind hierfür einfach zu hoch und zu weit auseinander. Nebenbei verschleißt die Aussensohle auf dem nicht vorgesehenen Untergrund überproportional schnell. Das Zuhause der hauseigenen, grobstolligen, griffigen PWRTRAC-Aussensohle sind unbefestigte Wege, felsige Passagen, technische und anspruchsvollere (Single-)Trails gerne bei Nässe und im tieferen Geläuf. Gerade da beweist er zuverlässigen Grip und vermittelt das nötige Gefühl an Sicherheit.

Fazit

Mit dem Peregrine 10 ST ist es Saucony geglückt eine durchdachte,  durchaus gelungene Variante des Erfolgsmodells Peregrine auf den Markt zu bringen. Die kleinen Schwächen im Detail sind da vernachlässigbar. Wünschenswert für die Zukunft wäre neben etwas weniger Gewicht, einer festeren Schnürsenkelschlaufe und etwas längeren Schnürsenkeln vor allem eine höhere Atmungsaktivität. 

Zielgruppe des Saucony Peregrine 10 ST

Leichte bis mittelschwere Läufer mit neutralem Abrollverhalten sowie Supinierer, die einen vielseitigen, agilen, eher fest gedämpften Geländelaufschuh für (schnelles) Laufen abseits befestigter Wege suchen, sollten den Saucony Peregrine 10 ST in die engere Wahl nehmen. Wer für das Laufen auf der Straße den Kinvara 11 von Saucony einsetzt findet im Peregrine 10 ST das passende Äquivalent fürs gröbere Gelände. Neben flotteren, kürzeren bis mittellangen Trainingsläufen im Gelände bewährt er sich am besten bei Trailwettkämpfen bis hin zur Marathondistanz. Wer es komfortabler schätzt oder länger und langsamer unterwegs ist sollte sich beim Laufschuhbauer aus dem amerikanischen Lexington das Modell Xodus 10 näher anschauen.

Zielgruppe Gewicht
leichtgewichtig OOOO
normalgewichtig OOOO
schwergewichtig O
Zielgruppe Abrollverhalten
Unterpronierer / Supinierer OOO
Neutralfußläufer OOOO
leichte Überpronierer O
mittelstarke Überpronierer X
starke Überpronierer X
Laufuntergrund
Asphalt / Beton O
Feld / Wald OOO
Trail OOOO
Legende: OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt geeignet; X = ungeeignet

[WERBUNG] Hinweis zum Thema Werbung: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen. Für den Testbericht erhalte ich keine finanzielle Vergütung von den Herstellern.


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