Laufschuhtest Brooks Caldera 4

Der Brooks Caldera 4 ist der nächste Laufschuh im Laufschuhkauf.de Laufschuhtest FS 2020 in der Rubrik Geländelaufschuhe / Trailschuhe.

Brooks Caldera 4 Men Außenseite (c) Brooks Brooks Caldera 4 Men Innenseite (c) Brooks Brooks Caldera 4 Men Außensohle (c) Brooks

HINWEIS: Zum Vergrößern der Bilder auf das jeweilige Bild klicken.

Das schreibt Brooks zu seinem Komforttrailschuh

„Beherrsche den Trail. Dieser überarbeitete Trail-Schuh für Herren bietet ein weiches Tragegefühl mit leichtgewichtiger Dämpfung. Dank Haftung bleiben deine Füße auf dem Boden.

  • Anpassbarer Grip: Eine dickere Mittelsohle wirkt mit den großen Rillen der überarbeiteten Laufsohle zusammen, um sich an wechselndes Gelände anzupassen und gleichzeitig Komfort zu bieten.
  • Dynamische Dämpfung: Die leichte BioMoGo-DNA-Mittelsohle ist hochausgeführt, um einen stabilen Laufstil über große Entfernungen zu fördern und gleichzeitig vor den Gefahren des Trails zu schützen.
  • TrailTack Gummi Laufsohle: Die haftende TrailTack Gummi-Laufsohle und die Stollen mit großer Oberfläche sorgen für ausgezeichneten Grip bergauf und bergab – auch auf nassem Grund.
  • Sonstiges: Beständiges Material: Ein leichtes, betändiges Mesh-Obermaterial sorgt für maximale Belüftung und Feuchtigkeitsabfuhr. Optimal angebrachtes Stretch- und Strukturgewebe gewährleisten eine optimale Passform. Einfache Gamaschenbefestigung: An der integrierten Gamaschenkappe an der Ferse können Gamaschen mit Haken und Schlaufe befestigt werden. Schnürsenkel-Sicherung: Dank der Schnürsenkel-Sicherung bleibst du nicht mehr an Zweigen oder Ästen hängen.
  • Neuerungen: Neu entwickeltes Mesh sorgt für strategisch platzierte Atmungsaktivität. Die überarbeitete Mittelsohle und Laufsohle helfen dem Schuh, sich an den Boden unter ihm anzupassen, und sorgen für einen stabileren Lauf über wechselndes Gelände. Mud Guard und TPU-Zehenkappe sorgen für Schutz.“

Doch schauen wir genauer ins Detail was der Brooks Caldera 4 kann. Was nicht. Wie er sich beim Laufen bewährt und für wen er geeignet ist.

Zahlen, Daten, Fakten zum Brooks Caldera 4

  • Artikelnummer: 110328 1D 664
  • Preis: 140,- €
  • Kategorie: Trail- / Geländelaufschuhe
  • Geschlecht: Als Damen- und Herrenmodell erhältlich.
  • erhältliche Größen (US): Damen 5 – 11, 12; Herren 7 – 13, 14, 15
  • verschiedene Weiten erhältlich: nein
  • Gewicht: 292 g (US 9), 348 g (US 13)
  • Sprengung: 4 mm
  • Bauhöhe: 27:23 mm
  • Leisten: gebogen
  • Zwischensohle: BioMoGo DNA Zwischensohle, keine separaten Dämpfungskissen im Vor- und Rückfußbereich
  • Pronationsstütze: nein
  • Passform: breit geschnitten
  • Vergleichsmodelle anderer Marken: Hoka One One Speed Goat 4
  • Sonstiges: Brooks Antwort auf Altra und Hoka.

Änderungen zum Vorgängermodell

Brooks Caldera 4 (c) Laufschuhkauf.deNachfolger des Brooks Caldera 3. Folgende Neuerungen weist der Brooks Caldera 4 auf:

Nahezu alle Komponenten haben eine Überarbeitung erfahren. Die Aussensohle besteht aus größeren Gummiplatten. Diese sind mit weniger, dafür gröberen und tieferen Stollenelementen ausgestattet. Die Flexkerben sind weniger zahlreich dafür tiefer ausgeprägt. In Summe wurde mehr Kontaktfläche geschaffen. Die Zwischensohle besteht nach wie vor aus BioMogo DNA Schaum ist jetzt aber 3 mm höher gebaut. Statt der textilen Schicht unterhalb der Einlegesohle hat der 4er wieder eine EVA Schicht. So wie bei der 2. Auflage.

Der Schaft ist komplett neu. Die umlaufende Wanne wurde durch neu platzierte Fit Print Overlays ersetzt. Der Großzehenriegel und Zehenschutz wurde vergrößert. Zum einen durch mehr Fläche der Synthetikoverlays und zum anderen durch eine weiter und stärker hochgezogene Aussensohle. Das Ariaprene Mesh ist gegen „normales“ Mesh getauscht worden. Beim Brooks Caldera 4 wurde die Strumpfschaftkonstruktion optimiert und im Rückfussbereich mit dem Futter fest vernäht. In der 3. Auflage war die Zunge nur mit einem elastischen, breiten Band an der Zwischensohle fixiert.

Die etwas dünnere Zunge besteht aus schnell trocknendem Ariaprene. Zudem ist die Zunge wieder länger. Die Schnürsenkel sind etwas weniger breit als beim Brooks Caldera 3. Die Schnürung hat im Vorfussbereich wieder eine Halteschlaufe am Schaft. Die Anziehschlaufe an der Ferse wurde etwas verkleinert. Das Futter im Rückfussbereich ist etwas feiner. Der Caldera hat in der 4. Auflage durch die neue Bauweise ein paar Gramm zugelegt. In Größe US 13 (47,5) macht es aber nur 12 Gramm aus (6 g in US 9).

Die Reflektoren an der Gamaschenbefestigung an der Ferse und der Schuhspitze wurden ersatzlos gestrichen. Damit hat der Caldera 4 keine Reflektoren mehr. Neues Design. Die unverbindliche Verkaufspreisempfehlung bleibt bei 140,- €  und damit im mittleren Preissegment.

Testbericht und Kommentar

Laufschuhtest Brooks Caldera 4 Men (c) Laufschuhkauf.deDer Caldera wurde für sein 4. Jahr aufwändig überarbeitet. Komplettupdates bergen immer die Gefahr von Verschlimmbesserungen. Im Falle des Caldera 4 hat der Laufschuhbauer aus Seattle diese Klippe aber gut umschifft. Zudem wurde der Caldera noch stärker als Maximalschuh positioniert. Der Brooks Caldera 4 ist meiner Meinung nach der beste Caldera den es bisher gab! Respekt Brooks – Die Hausaufgaben habt ihr gemacht.

Die Assensohle besteht jetzt nur noch aus 4 einzelnen Gummiplatten und nicht mehr aus 8 sehr verschachtelten. Die Stollenelemente sind länger, dafür aber weniger zahlreich. Zudem wurde die Auflagefläche durch diese Maßnahme vergrößert. Das trägt nicht nur zu besserem Grip sondern auch zu mehr Schutz gegen Steine, Wurzeln und dergleichen bei. Schutz gegen die Unwegsamkeiten des Trails bietet zusätzlich die 3 mm höhere Zwischensohle. Einziger Nachteil beider Maßnahmen: Trotz der tiefen Kerbe im Mittelfussbereich leidet darunter die Torsionsfähigkeit. Apropos Komfort: Dieser wurde weiter erhöht. Zum einen durch die zuvor genannte 3 mm höhere Bauweise, die jetzt bei 27:24 mm liegt  und zum anderen durch das EVA Board (wie es aus der 2. Auflage bekannt ist) unterhalb der Einlegesohle. Die Sprengung bleibt mit 4 mm flach. Etwas Gewöhnung daran Laufschuhtest Brooks Caldera 4 (c) Laufschuhkauf.deund eine gewisse „Einlaufzeit“ sollte eingeplant werden um unnötigen Problemen an Achillessehne, Knochenhaut und Unterschenkel vorzubeugen.

Der Leisten ist von der Breite her gleich der 3. Auflage. Was aber weiter verbessert wurde ist der Fit. Das Passformthema wurde bereits mit der 3. Auflage und dem besseren Sitz im Mittelfuss gut angegangen. So sitzt auch der Brooks  Caldera 4 bis in den Mittelfuss eher fest am Fuß um dann den Zehen viel Spielraum zu geben. Der Mittelfussfit ist aber nur bei breiteren Füssen fest. Das sollte bei der Anprobe gerade von Läufern mit schmaleren Füssen Beachtung finden. Durch die weniger spitze und dafür rundere Zehenbox haben die Zehen in der 4. Auflage mehr Bewegungsfreiheit. Ein Gefühl des „Schwimmens“ kommt trotzdem nicht auf, da die Leistenbreite gleich geblieben ist und das Volumen in der Höhe gut bemessen ist. Positiv ist auch die längere Zunge. Diese war beim Vorgänger etwas kurz geraten. Falls nötig finden orthopädische Einlagen an Stelle der Herstellereinlegesohle ohne Probleme Platz im Schuh.

Laufschuhkauf.de Laufschuhtest Brooks Caldera 4 Men (c) Laufschuhkauf.deSein Einsatzbereich erstreckt sich von Feld-/Wald- und Wiesenwegen bis hin zu „normalen“, nicht zu technischen Trails. Hier schafft er immer Idealspur. Wenn der Trail sehr anspruchsvoll wird fehlt dem Caldera Agilität und Bodennähe. Der Grip, insbesondere bei Nässe (und Steinen) ist ok aber nicht unbedingt Benchmark. Das Profil lässt problemlos Asphaltpassagen zu. Wie bei allen Trailschuhen sollte das aber nicht der überwiegende Untergrund sein. Von der Streckenlänge bietet sich der Brooks Caldera 4 vor allem für längere Trainingseinheiten und / oder (Ultra-)Wettkämpfe an. Gerade hier ist das Tempo oft nicht entscheidend. Der Komfort und die Dämpfung hingegen schon und dort punktet der Caldera. Mit 348 g in Grösse US 13 gehört der Caldera trotz des massiv wirkenden Aufbaus zu den leichteren Schuhen. Ungeachtet des eher niedrigen Gewichts ist der Caldera aber nicht der Laufschuh fürs schnelle Laufen. Dafür ist er zu viel Schuh und die hohe Bauweise nimmt Rückmeldung vom Untergrund.

In Summe positioniert Brooks den Caldera 4 noch stärker bei den vergleichbaren Maximalschuhen von Altra und Hoka und grenzt ihn intern noch stärker vom Cascadia ab. Das macht insofern Sinn, da der unauffällige Caldera bisher immer im Schatten des Cascadia stand. Cascadia für schnelleres, kürzeres Traillaufen und Caldera für langsamere, längere Läufe im Gelände ist die neue Formel.

Zielgruppe des Brooks Caldera 4

Mittelschwere bis schwere Läufer mit neutralem Abrollverhalten auf der Suche nach einem stark gedämpften Geländelaufschuh für längere Laufdistanzen bis hin zu Ultradistanzen sollten den Brooks Caldera 4 in die engere Wahl nehmen. Für Supinierer funktioniert er ebenfalls sehr gut. Läufer, die sich mehr Gefühl für den Untergrund wünschen, schneller und ggf. auf technischeren Wegen unterwegs sind, sollten sich bei Brooks die Modelle Cascadia 14 oder den im Sommer auslaufenden Pure Grit 8 anschauen.

Zielgruppe Gewicht
leichtgewichtig OO
normalgewichtig OOOO
schwergewichtig OOO
Zielgruppe Abrollverhalten
Unterpronierer / Supinierer OOOO
Neutralfußläufer OOOO
leichte Überpronierer O
mittelstarke Überpronierer X
starke Überpronierer X
Laufuntergrund
Asphalt / Beton OO
Feld / Wald OOOO
Trail OO
Legende: OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt geeignet; X = ungeeignet

[WERBUNG] Hinweis zum Thema Werbung: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen. Für den Testbericht erhalte ich keine finanzielle Vergütung von den Herstellern.


Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.laufschuhkauf.de/2020/03/laufschuhtest-brooks-caldera-4/