Laufschuhtest Brooks Caldera 5

Zurück von der Straße auf den Trail geht es mit dem Geländelaufschuh / Trailschuh Brooks Caldera 5 im Laufschuhkauf.de Laufschuhtest FS 2021.

Brooks Caldera 5 Außenseite (c) Brooks Brooks Caldera 5 Innenseite (c) Brooks Brooks Caldera 5 Außensohle (c) Brooks

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Das schreibt Brooks zu seinem Komforttrailschuh

„Höchster Komfort mit adaptiver Dämpfung für den Trail.

  • Anpassbarer Halt: Die BioMoGo DNA-Dämpfung in der Zwischensohle arbeitet mit den großen Flexkerben der Außensohle zusammen und passt sich an das wechselnde Gelände an.
  • 360° Komfort: Das Monoloop-Obermaterial aus technischem Mesh bietet einen sicheren und atmungsaktiven Halt.
  • Robuste Traktion: Die haftende TrailTack-Gummi-Laufsohle und Stollen mit großer Oberfläche sorgen für einen hervorragenden Grip bergauf und bergab – auch auf nassem, rutschigem Untergrund.
  • Das ist neu: Die neue Mittelfußschnürung bietet ein flexibles und dennoch festes Gefühl.

Doch schauen wir genauer ins Detail was der Brooks Caldera 5 kann. Was nicht. Wie er sich beim Laufen bewährt und für wen er geeignet ist.

Zahlen, Daten, Fakten zum Brooks Caldera 5

  • Artikelnummer: 110354 1D 041
  • Preis: 140,- €
  • Kategorie: Trail- / Geländelaufschuhe
  • Geschlecht: Als Damen- und Herrenmodell erhältlich.
  • erhältliche Größen (US): Damen 5 – 11, 12; Herren 7 – 13, 14, 15
  • verschiedene Weiten erhältlich: nein
  • Gewicht: 301 g (US 9), 364 g (US 13)
  • Sprengung: 4 mm
  • Bauhöhe: 32:28 mm (inkl. 5 mm Außensohle)
  • Leisten: gebogen
  • Zwischensohle: BioMoGo DNA Zwischensohle, keine separaten Dämpfungskissen im Vor- und Rückfußbereich
  • Pronationsstütze: nein
  • Passform: breit geschnitten
  • Vergleichsmodelle anderer Marken: Asics Gel Trabuco Max, Hoka One One Speed Goat 4
  • Sonstiges: Der Maximalschuh im Trailsortiment von Brooks. Für Damen und Herren jeweils in 2 Farben erhältlich.

Änderungen zum Vorgängermodell

Brooks Caldera 5 (c) Laufschuhkauf.deNachfolger des Brooks Caldera 4. Folgende Neuerungen weist der Brooks Caldera 5 auf:

Das Update ist eines der kosmetischen Sorte, d.h. die Veränderungen sind v. a. optischer und weniger technischer Natur. So wurde bspw. die Außen- und Zwischensohleneinheit 1:1 aus dem Caldera 4 übernommen. Neuerungen gibt es nur am Schaft. Am auffälligsten ist die neue Schnürung. Anstatt der 7 Ösenschnürung kommt jetzt eine Kombination aus 2 Ösen und 4 Schlaufen zum Einsatz. Auf der Innenseite setzen 2, auf der Außenseite alle 4 Schlaufen direkt an der Topsohle, hinter dem Mesh, dass die Zunge hält, an. Die Halteschlaufe für die Schnürsenkel ist etwas lockerer und elastischer.

Ebenfalls gut sichtbar ist die Neupositionierung der Fit Print Overlays. Zwar wurde der Großzehenriegel wieder entfernt, dafür hat der Brooks Caldera 5 wieder eine umlaufende Overlay-Wanne, die den Vor- und Mittelfußbereich umfasst. Statt mehrerer einzelner Stücke kommt in der Fersenpartie in der 5. Auflage nur noch ein Overlay zum Einsatz. Ferner ist die geringere Breite bzw. das reduzierte Volumen des Vorfußbereichs auffällig. Dagegen sind die folgenden 2 Veränderungen erst auf den 2. Blick sichtbar. Einerseits wurde die Fersenpartie minimal stärker gepolstert. Andererseits ist die Auskleidung im Vorfußbereich mit einem samtigen Stoff sauberer gelöst. Ausserdem ist das Gewicht etwas höher.

Überarbeitetes Design. Mit 140,- €  bleibt die unverbindliche Verkaufspreisempfehlung im mittleren Preissegment.

Testbericht und Kommentar

Ein brookstypisches Update kommt mit dem Caldera 5 diesen Februar auf den Markt. Die Plattform bleibt identisch. Nur der Schaft wurde verändert. Nach den umfangreichen Umbauten für die 4. Auflage ist das aber vollkommen in Ordnung so. Weiterhin positioniert sich der Caldera als Antwort auf das Hoka Erfolgsmodell Speedgoat 4.

Bauweise, Ausstattung & Laufgefühl

Geländelaufschuhe im Schnee (c) Laufschuhkauf.deAuf den ersten Blick wirkt der neue Caldera viel höher als sein Vorgänger. Beim Blick in die Daten zeigt sich aber, dass das täuscht und die Zwischensohle nicht verändert wurde. Damit bleibt die Bauhöhe bei 32:28 mm mit 4 mm Sprengung. Ausschlaggebend für den optisch höheren Aufbau ist lediglich der Verzicht auf die zweifarbige Gestaltung der Mittelsohle. Beim Caldera 4 war die obere Hälfte noch rot eingefärbt und hat sich so von der hellgrauen unteren Hälfte abgesetzt. Jetzt ist sie komplett grau. 

Auf ein Rock Shield wird weiterhin verzichtet. Aufgrund der hohen Bauweise ist das aber auch nicht zwingend nötig. Schirmt die dicke Zwischensohle doch nahezu alle Widrigkeiten des Trails ab. Der Fokus liegt nach wie vor auf maximaler Dämpfung und viel Komfort. Torsionsfähigkeit und Flexibilität sind aufgrund des Aufbaus eingeschränkt.

Trotz allem rollt der Brooks Caldera 5 gleichmäßig und gut ab. Verbessert werden könnte das Abrollverhalten ggf. noch durch eine stärkere Rockerkonstruktion. Die hohe Bauweise mit flacher Sprengung erfordert etwas Gewöhnung. An den Drop von 4 mm sollten der Unterschenkel und insbesondere die Waden langsam herangeführt werden um unnötige Verletzungen zu vermeiden. Des weiteren sollten die Sprunggelenke an das viele Material unter dem Fuß gewöhnt werden. Nimmt der Caldera doch einiges an Rückmeldung vom Untergrund und erzeugt einen größeren Kipphebel unter dem Fuß.

Passform & Schnürung

Traillaufschuhe im Einsatz (c) Laufschuhkauf.deFür diese Saison hat nur der Schaft des Caldera Neuerungen erhalten. Die Schnürung mit dem Mittelfußsattel wurde am auffälligsten überarbeitet. Der Mittelfußsitz war bei den Vorgängern immer in Ordnung aber nicht übermäßig universell und zudem nur für Läufer mit breiteren Füßen geeignet. Zwar bleibt der Caldera auch in der 5. Auflage ein breiter Schuh aber er sitzt dank der neuen Schnürung besser, weil satter am Fuß. Von den neu eingesetzten 4 Schlaufen ziehen auf der Innenseite 2 und auf der Außenseite 4 direkt runter zur Topsohle und sorgen so für einen spürbar festeren Halt.

Nicht bzw. kaum sichtbar ist das Innere des Caldera. Etwas mehr Polster im Rückfußbereich und eine samtigere Auskleidung im Vorfußbereich unterstützen die tolle Passform. Während der Caldera 4 passformtechnisch fast ein Hoka war, ist die aktuelle Passform wieder schmaler. Die Zehenbox läuft nicht nur etwas spitzer zu sondern hat auch weniger Volumen. Schmaler heißt jetzt aber eher wie in der 3. Auflage, d.h. die Zehenbox ist nach wie vor geräumig. Der Fuß wird aber mehr umschlossen und hat etwas mehr Halt. Wer die sehr volumige Zehenbox der 4. Auflage geliebt hat sollte das bei der Anprobe kritisch prüfen. Platz für orthopädische Einlagen ist nach wie vor ausreichend vorhanden.

Einsatzbereich & Untergrund

Laufschuhtest Brooks Caldera 5 (c) Laufschuhkauf.deMit dem Brooks Caldera 5 lässt sich im Gelände an vielen Stellen rollen. Schafft doch sein voluminöser Aufbau auf vielen Trails Idealspur. Von befestigten (besser nicht asphaltierten!) Feld- und Waldwegen über normale Feld-/Wald- und Wiesenwege bis hin zu nicht zu technischen Trails macht der Brooks Maximalschuh alles mit. Wird der Trail schwieriger zu laufen kommt er mangels Agilität und Bodennhähe deutlich an seine Grenzen.

Genauso verhält es sich in tiefem Geläuf. Hierfür reicht sein lediglich 4 mm tiefes Stollenprofil nicht aus. Dafür lässt er sich auf Asphalt noch komfortabel laufen. Das sollte jedoch nicht der überwiegende Untergrund sein, da sich die weiche Gummimischung dort schneller runter radiert. Auf feuchtem / naßem Stein und Fels greift die TrailTrack Außensohle gut und bietet ausreichend Sicherheit. Im Schnee vermittelte er tollen Grip.

Auf langen Strecken spielt der Brooks Caldera 5 seine Stärken, Dämpfung und Komfort, am besten aus. Lange Trainingseinheiten und / oder (Ultra-)Wettkämpfe, bei denen das Tempo nicht an erster Stelle steht, sind sein bevorzugter Einsatzbereich. In einer markenreinen Rotation ist der Caldera der Schuh fürs gemütliche Laufen auf langen aber einfacheren Trails. Wohingegen der Cascadia als Allrounder auch die technischeren Ansprüche auf Strecken jeglicher Länge bis zu submaximalem Tempo abdeckt. Das Trio komplettiert der Catamount, der als Schuh für flottere Läufe im nicht zu technischen Gelände seinen Auftritt hat.

Fazit

Nach dem großen aber sehr gelungenen Update im letzten Jahr lässt es die Laufschuhschmiede aus Seattle 2021 beim Caldera 5 etwas ruhiger angehen. Für Frühjahr / Sommer 2021 gibt es lediglich ein kosmetisches Passform Update. Aber das passt einfach. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Zielgruppe des Brooks Caldera 5

Vor allem mittelschwere bis nicht zu schwere Läufer mit neutralem Abrollverhalten, die einen Maximalschuh fürs Gelände  suchen, sollten den Brooks Caldera 5 ins Auge fassen. Für Supinierer ist er ebenfalls sehr gut geeignet. Ein wenig Gewöhnung, insbesondere an die flache Sprengung und die hohe Bauweise, sollte unbedingt eingeplant werden.

Wer sich mehr Rückmeldung vom Untergrund wünscht oder auch schneller und ggf. in technischerem Terrain läuft, sollte sich bei Brooks die Modelle Catamount oder Cascadia 15 anschauen. Leider wurde der richtig flache und sehr dynamische Pure Grit 8, ersatzlos aus dem Sortiment genommen. Für den Natural Runner fürs Gelände hatten sich nicht genügend Fans gefunden.

Zielgruppe Gewicht
leichtgewichtig OO
normalgewichtig OOOO
schwergewichtig OOO
Zielgruppe Abrollverhalten
Unterpronierer / Supinierer OOOO
Neutralfußläufer OOOO
leichte Überpronierer O
mittelstarke Überpronierer X
starke Überpronierer X
Laufuntergrund
Asphalt / Beton O
Feld / Wald OOOO
Trail OOO
Legende: OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt geeignet; X = ungeeignet

[WERBUNG] Hinweis zum Thema Werbung / Transparenz: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen. Für den Testbericht erhalte ich keine finanzielle Vergütung von den Herstellern.


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