Laufschuhtest Mizuno Wave Shadow 4

Mit dem Update des Lightweighttrainers Mizuno Wave Shadow 4 geht es weiter im Laufschuhkauf.de Laufschuhtest Herbst/Winter 2020.

Mizuno Wave Shadow 4 (c) Mizuno Mizuno Wave Shadow 4 Men Innenseite (c) Mizuno Mizuno Wave Shadow 4 Men Außensohle (c) Mizuno

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Produktbeschreibung von Mizuno zu seinem neuen Komfort-Racer

„Wave Shadow 4 – Komfort und Leistung.

Mit diesem Schuh, der sich auf den Mittelfuß konzentriert, erhältst du die beste Balance aus Komfort und Leistung. Hochwertige Eigenschaften wie Mizuno Enerzy, technisches Mesh und Foam Wave.
  • Mizuno Enerzy bietet Dämpfung und hohe Energierückgabe.
  • Mizuno Wave im Mittelfussbereich bietet Stabilität beim Mittelfusslaufen.
  • Engineered Mesh bietet eine weiche Passform und Atmungsaktivität.
  • Zielgruppe: Für Läufer, die schnell laufen wollen. Ebenso für Mittelfussläufer.“

Doch schauen wir genauer ins Detail was der Mizuno Wave Shadow 4 kann. Was nicht. Wie er sich beim Laufen bewährt und für wen er geeignet ist.

Zahlen, Daten, Fakten zum Mizuno Wave Shadow 4

  • Artikelnummer: J1GC203001
  • Preis: 130,- €
  • Kategorie: Lightweighttrainer
  • Geschlecht: Als Damen- und Herrenmodell erhältlich.
  • erhältliche Größen (US): Damen 6 – 11, Herren 7 – 12, 13
  • verschiedene Weiten erhältlich: nein
  • Gewicht: 250 g (US 9), 326 g (US 13)
  • Sprengung: 8 mm
  • Bauhöhe: 25:17 mm
  • Leisten: gebogen
  • Zwischensohle: Foam Wave, Zwischensohle aus Enerzy und U4ic Schaum, keine separaten Dämpfungskissen im Vor- und Rückfussbereich
  • Pronationsstütze: nein
  • Passform: normal weit geschnitten mit geräumiger Zehenbox
  • Vergleichsmodelle anderer Marken: Brooks Hyperion Tempo, Saucony Endorphin Speed
  • Sonstiges: Vielseitiger Temposchuh, Grenzgänger zwischen Lightweighttrainer und Wettkampfschuh 

Änderungen zum Vorgängermodell

Der Wave Shadow 4 ist der Nachfolger des Mizuno Wave Shadow 3. Folgende Neuerungen weist der Mizuno Wave Shadow 4 auf: Der Schuh wurde von Grund auf überarbeitet und ist ein komplett anderer Schuh.

Laufschuhkauf.de Laufschuhtest Mizuno Wave Shadow 4 (c) Laufschuhkauf.deDie Aussensohle hat jetzt einen durchgehenden Auflagebereich. Dabei liegt in gut der Hälfte der Fläche das neue Dämpfungsmaterial Enerzy frei. Lediglich in der Ferse (in U-Form) und im Vorfuss (in einer Art grobmaschigem Netz) kommt jeweils ein X10 Karbongummipad zum Einsatz. Die bisherige Pebax Wave Platte wurde gegen eine Schaum Wave Platte getauscht. Diese wird jetzt im Mittelfussbereich Richtung Vorfuss eingesetzt. Die Zwischensohle besteht jetzt aus einer Schicht des neuen Enerzy Dämpfungsschaums und einer Schicht U4iC Schaum. Enerzy soll 15 % softer sein und 17 % mehr Energie zurückgeben als U4ic.

Die letzten 2 Ösen der 7 Ösen Schnürung wurden für mehr Stabilität mit Plastikringen eingefasst. Die Schnürsenkel sind nochmals elastischer als beim Wave Shadow 3. Die Zunge wirkt minimal dünner. Der Schaft ist wie bisher nahezu nahtlos. Aufgeklebte Overlays sind nur an der Schnürung und in der Ferse verbaut. Der Schaft ist nach wie vor zweilagig mit einer Bootiekonstrunktion (Strumpfschaft) hat aber in der äußeren, festeren Lage deutlich mehr Struktur.

Neues Design. Der Reflektor an der Ferse wurde verkleinert und neu positioniert. Die unverbindliche Verkaufspreisempfehlung von Mizuno bleibt bei 130,- € und damit im mittleren Preissegment.

Testbericht und Kommentar

Normalerweise folgen die Updates von Mizuno dem japanischen Kaizen Prinzip, d.h. dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung. Dabei werden in vielen kleineren Schritten Produkte dem Optimum angenähert. Doch beim Update des Mizuno Wave Shadow 4 ist dieses Mal überraschenderweise alles anders. Wer es nicht weiß würde beim Anblick des aktuellen Shadow einen komplett neuen Schuh und nicht den Nachfolger der 3. Version vermuten. Abgesehen vom Namen ist der Mizuno Wave Shadow 4 nämlich ein komplett neuer Schuh.

Bauweise, Ausstattung & Laufgefühl

Mizuno Wave Shadow 4 im Test (c) Laufschuhkauf.deDer Hauptunterschied zum bisherigen Shadow ist die neu gestaltete Aussen- und Zwischensohle. Einerseits wurde die Pebax Wave Platte rausgenommen. Andererseits wurde die aus den Modellen Wave Skyrise bzw. Wave Sky bekannte Foam Wave in abgewandelter Form eingebaut. Zum einen sitzt die neue Wave im Mittelfussbereich auf der Aussenseite und zieht sich auf der Innenseite in den Vorfussbereich. Zum anderen entsteht dadurch ein durchgängiger Auflagebereich ohne „Kerbe“ bzw. Mittelfussbrücke wie bisher.

Die beiden Punkte und die Platzierung der X10 Karbongummis in der Aussensohle unterstreichen seine besondere Eignung für Mittelfussläufer. Profitieren diese doch am meisten von den Umbauten. Das sollte beim Kauf unbedingt Beachtung finden. Die Zielgruppe des Mizuno Wave Shadow 4 ist eine andere. Bisherige Shadow Läufer, v. a. wenn sie die Stabilität der herkömmlichen Wave Konstruktion mit der zur Innenseite hin stabileren und auf der Innenseite länger gezogenen Platte benötigt haben, sollten die weitere Eignung besonders kritisch prüfen. In den meisten Fällen wird der Schuh für diese Zielgruppe nicht mehr optimal funktionieren.

Die Zwischensohle besteht jetzt aus einer Schicht des neuen Enerzy Dämpfungsmaterials und einer Schicht des bewährten U4ic Schaums. Enerzy soll 17 % softer als U4ic sein und einen um 15 % höheren Energiereturn haben. Ob sich das beim Laufen bemerkbar macht? Auf jeden Fall ist die Zwischensohle spürbar softer als zuvor ohne aber schwammig oder undefiniert zu wirken. Der neue Shadow läuft sich deutlich dynamischer. Dabei schafft er einen perfekten Spagat zwischen direktem, bodennahem Laufgefühl einerseits und federndem, reaktivem Komfort andererseits. 

Die Torsions- und Flexibilitätswerte sind durch die Herausnahme der Pebax Wave Platte auf herausragendem Niveau. Seitdem ist der Shadow auch weniger Schuh als zuvor. Dass niedrige Sprengung nicht alles ist beweist auch der aktuelle Wave Shadow. Mit 8 mm Sprengung und einer Bauhöhe von 25:17 mm ist er komfortabel aufgebaut, wirkt aber flacher und sportlicher als zu vermuten wäre. Mit dem Update rückt der Wave Shadow in die Riege der Komfort Racer vor und besetzt jetzt die Grenze vom Lightweighttrainer hin zu den Wettkampfschuhen.

Schaft, Passform & Schnürung

leichtgewichtige Strassenlaufschuhe (c) Laufschuhkauf.deDie Überarbeitung des Schafts ist stark optischer Natur. Der Schaft des Mizuno Wave Shadow 4 hat eine deutliche „Riffelstruktur“. In der äußeren Lage des zweilagigen Schafts sind Rillen die sich auch nicht ganz so stark ausgeprägt über die Zunge und bis in den Rückfussbereich ziehen. Die äußere Schicht ist etwas fester und dichter als beim Vorgänger. Auf die Atmungsaktivität hat das aber keinen nennenswerten Einfluss. Ein kleines Manko hat die neue Struktur des Schafts allerdings: Er lässt sich nicht mehr so gut reinigen wie zuvor.

An der gelungenen Passform ändert das nichts. Auch die 4. Auflage des Wave Shadow sitzt wie ein Handschuh perfekt am Fuss. Nicht einengend auf der einen Seite aber trotzdem mit ausreichend Halt auf der anderen Seite. Gut so! War doch die Passform das Highlight des letzten Updates. Damit bleibt auch die barfusstaugliche Auskleidung erhalten. Ausreichend Platz für die Aufnahme von orthopädischen Einlagen im Austausch gegen die Ortholite Einlegesohle ist ebenfalls gegeben. Vom Ausfall der Größe bleibt alles wie gewohnt. Die bisherige Laufschuhgröße kann demnach beibehalten werden.

Einsatzbereich & Untergrund

Konzentration vor dem Start (c) Laufschuhkauf.deVom Untergrund her fühlt sich der Mizuno Wave Shadow 4 am wohlsten auf festem und befestigtem Untergrund.  Hierfür wurde er gebaut und dort spielt er seine Stärken am besten aus. Loser Untergrund ist nicht sein Fall. V. a. nicht wenn dieser geschottert ist oder mit Wurzeln durchzogen ist. Dabei drückt sich einfach zu viel durch die Sohle durch. Der Grip bei Nässe ist ok. Mehr aber nicht.

Der Shadow 4 ist ein vielseitiger, komfortabler Temposchuh. Seine Message: Lass uns rennen gehen! Wenig überraschend erstreckt sich sein Einsatzbereich bezüglich des Tempos dadurch vom Tempodauerlauf, über Fahrtspiele bis hin zu Tempowechselläufen. Auch längere Intervalle lassen sich damit prima absolvieren. Am besten ebenfalls auf festem Untergrund. Hier macht der Wave Shadow einfach Spass. Für kürzere Intervalle v. a. wenn diese sehr zügig gelaufen werden gibt es geeignetere Laufschuhe. Bei Mizuno bspw. den Duel Sonic oder den Wave Duel 2. Auch für das Bahntraining bevorzuge ich die beiden letztgenannten weil diese direkter und leichter sind. Im Wettkampf kann der Mizuno Wave Shadow 4 ohne Probleme auf Distanzen von 10 km bis hin zum Marathon eingesetzt werden. V. a. dann wenn ein gewisses Maß an Komfort gewünscht wird.

Fazit

Mit dem Update des Wave Shadow 4 haben die Japaner viel Mut bewiesen weil sie den Schuh komplett auf links gedreht haben. Für mich als Mittelfussläufer mit Hang zur Supination ist es der beste Wave Shadow den es je gab. Perfekt! Ein tolles Update! Bisherige Fans sollten allerdings kritisch prüfen ob der Schuh für sie noch passt.

Zielgruppe des Mizuno Wave Shadow 4

Leichte bis mittelschwere Läufer, die neutral abrollen oder supinieren und auf der Suche nach einem vielseitigem Temposchuh sind, sollten den Mizuno Wave Shadow 4 in die engere Wahl nehmen. Für Mittelfussläufer ist er nach dem aktuellen Update besonders geeignet. Läufer, die es noch direkter und dynamischer haben wollen, sollten sich die Racer Duel Sonic und den überarbeiteten Wave Duel 2 anschauen.

Zielgruppe Gewicht
leichtgewichtig OOOO
normalgewichtig OOOO
schwergewichtig O
Zielgruppe Abrollverhalten
Unterpronierer / Supinierer OOO
Neutralfußläufer OOOO
leichte Überpronierer X
mittelstarke Überpronierer X
starke Überpronierer X
Laufuntergrund
Asphalt / Beton OOOO
Feld / Wald O
Trail X
Legende: OOOO = sehr gut geeignet; OOO = gut geeignet; OO = geeignet; O = bedingt geeignet; X = ungeeignet

[WERBUNG] Hinweis zum Thema Werbung: Die Laufschuhe des Tests habe ich bei den jeweiligen Laufschuhherstellern angefordert. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Urteil wurde seitens der Hersteller keinerlei Einfluss genommen. Für den Testbericht erhalte ich keine finanzielle Vergütung von den Herstellern.


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