|
Durch die Wiesels Tipps zum Laufschuhkauf soll v. a. den weniger geübten Schuhkäufern geholfen werden sich im immer undurchsichtigeren “Laufschuhdschungel” zurechtzufinden. Aber auch manch altem Hasen mag der ein oder andere Tipp eine gute Hilfe sein und zum besseren Verständnis beitragen. Manchem Laufschuhverkäufer könnte die Lektüre der Tipps zum Laufschuhkauf ebenfalls nicht schaden Der zentrale Punkt der Tipps ist und bleibt bei allem Drumherum die Passform – das wichtigste Kriterium bei der Laufschuhauswahl: “Der Schuh muss passen”.Die wichtigsten Punkte sind dunkelgrau hinterlegt. In der inzwischen elften Auflage wurden die Wiesels Tipps zum Laufschuhkauf nochmals überarbeitet und um neue Punkte ergänzt. Seit 2002 sind die Tipps kontinuierlich verbessert worden und den sich wandelnden Anforderungen und Gegebenheiten angepasst worden. Die Wiesels Tipps zum Laufschuhkauf XI – keine Kopie sondern einfach das Original.
|
| Inhalt | ||
|
I. Vor dem Kauf |
II. Beim Kauf |
|
| 1. Wissen anlesen | 1. Alte Schuhe mitbringen | 13. Wettkampfschuhe |
| 2. Laufbekanntschaften befragen | 2. Körpergewicht | 14. Preis |
| 3. Arztbesuch (eventuell) | 3. Fußfehlstellungen | 15. Größe |
| 4. Gutes Laufgeschäft aussuchen | 4. Achsstellung | 16. Marke |
| 5. Zeit nehmen | 5. Ganglinie | 17. Farbe / Aussehen |
| 6. Laufstil | 18. Anprobe / Passform | |
| 7. Verwendungszweck | 19. Laufbandanalyse | |
| 8. bevorzugter Laufuntergrund | 20. Umtausch | |
| 9. Laufumfang | 21. Haltbarkeit | |
| 10. Anfängerschuhe | 22. Fazit | |
| 11. Frauenmodelle | 23. Links | |
| 12. Fußtrainer / Natural Running Schuhe | ||
| I. Vor dem Kauf |
|
Ein Arztbesuch im Vorfeld ist v. a. dann zu empfehlen, wenn Sie Beschwerden beim Laufen/Sport haben. Eventuell sieht der Arzt die Notwendigkeit von orthopädischen Einlagen oder macht Einschränkungen bezüglich der Ausübung des Laufsports. Bei dieser Gelegenheit können Sie z. B. auch Ihren Fußtyp und Ihre Beinachsstellung bestimmen lassen. |
| II. Beim Kauf |
|
Die alten Laufschuhe mitzubringen ist empfehlenswert (am besten vorher zumindest grob sauber machen So lässt sich z.B. an einem länger getragenen Schuh die eventuell einseitige Abnutzung der Außensohle sehen, die wiederum auf ein bestimmtes Abrollverhalten schließen lässt. Ebenso lassen sich ausgeprägte Fußfehlstellungen daran erkennen, dass der Schuh „schief“ gelaufen (verzogen) ist. Zudem lassen sich Aussagen darüber treffen, ob die Schuhkategorie richtig gewählt war. Hierfür würde ein gleichmäßiges Ablaufen der Außensohle sprechen. Darüber hinaus ist es für den Berater gut zu wissen, mit welchen Schuhen (Marken und Modelle) der Kunde bisher gut bzw. weniger gut zurecht gekommen ist. Den Schuhnamen findest du entweder auf der Lasche (oben innen/außen), auf der Einlegesohle oder auf dem Schaft. Aber aufgepasst bei Nachfolgemodellen, mit denen viele Berater schnell bei der Hand sind. Des öfteren werden diese auch “verschlimmbessert”. Deshalb den Schuh auch in diesem Fall vor dem Kauf unbedingt anprobieren und am besten Alternativen von anderen Herstellern dazu. |
|
Das 2 – 4-fache des Körpergewichtes muss der Fuß und damit auch der Laufschuh bei jedem Schritt tragen (nur ein Bein hat Bodenkontakt nach einer kurzen Flugphase). Bei einem Lauf über 10 km kommen so schnell ein paar Tonnen zusammen. Bei einem leichten Läufer wirken ganz andere Kräfte auf den Schuh als bei einem schwereren Läufer, weshalb der letztgenannte stabilere Schuhe mit festeren Zwischensohlen braucht. Hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass der Schuh nicht nur zum Körpergewicht, sondern auch zum Abrollverhalten passt. Die meisten stabilen Schuhe für schwerere Läufer sind zugleich auch stark pronationsgestützt und das passt z.B. für ein neutrales Abrollverhalten überhaupt nicht. Des weiteren spielt natürlich die Laufgeschwindigkeit eine Rolle. Je höher diese ist, desto höher die Belastung für Schuh und Fuß. Deshalb kann unter Umständen, langsames Tempo vorausgesetzt, ein schwerer Läufer mit einem etwas weniger stabilen Schuh zurecht kommen. Nach dem Gewicht werden leichte Läufer (bis 70 kg), mittelschwere Läufer (70 – 85/90 kg) und schwere Läufer (größer 85/90 kg) unterschieden. Bei den Läuferinnen wird grob von 10 – 15 kg weniger ausgegangen, d.h. die leichte Läuferin wiegt bis 55 kg, die mittelschwere Läuferin 55 – 70/75 kg und die schwere Läuferin über 70/75 kg. |
|
|
Normalfuß, Hohlfuß oder Senkfuß bedingen ein unterschiedliches Abrollverhalten und brauchen unterschiedliche Schuhkonstruktionen. Deshalb ist die Auswahl des Einzelnen aus dem jeweiligen Sortiment im voraus eingeschränkt. Von der Tendenz her brauchen Hohlfüßler eher gut gedämpfte Schuhe, da bei diesem Fußtyp dem Fuß der natürliche Aufprallschutz fehlt. Hohlfüßler knicken nach dem Aufsetzen häufig mehr oder weniger stark nach außen ab (Supination). Mit anderen Worten: Es fehlt die natürliche Pronation. Hier sollten Neutrallaufschuhe mit Eignung für Supinierer zum Einsatz kommen. Ein leichtes nach-innen-knicken, wie es beim Normal-/Neutralfuß der Fall ist, ist als normal anzusehen und nicht problematisch, ja sogar erwünscht (natürliche Dämpfungsbewegung des Fußes). In diesem Fall sollten Neutrallaufschuhe zum Einsatz kommen. Leider wird das in vielen Geschäften übersehen und mit gestützten Schuhen diese natürliche Fußbewegung wegkorrigiert! Anders verhält sich das ganze bei (Knick-)Senk-Spreizfüßlern, die überwiegend mehr oder weniger stark nach innen abknicken (Überpronation). Hier sollten Schuhe mit einer Pronationsstütze auf der Innenseite zum Einsatz kommen. Je nach Stärke der Überpronation und dem Gewicht des Läufers passen Stabilschuhe bzw. Bewegungskontrollschuhe besser. Unter Umständen lässt sich eine Fehlstellung nicht ausreichend durch die Schuhe korrigieren. Dann sind zusätzlich orthopädische Einlagen zu empfehlen. Diese können dann auch dem unter Umständen unterschiedlichem Abrollverhalten der beiden Füße angepasst werden, was mit dem Schuh alleine nicht möglich wäre. Der Platz für die orthopädische Einlage wird durch die Herausnahme der Herstellereinlage geschaffen. Oft reicht bei der Verwendung von orthopädischen Einlagen für Überpronierer aber auch ein stabiler Neutrallaufschuh aus. Das sollte auf jeden Fall geprüft werden. Ansonsten besteht die Gefahr der Überkorrektur. |
|
|
|
Die Beinstellung (X-/O-Bein) sollte ebenfalls Beachtung finden. Denn auch sie beeinflusst das Abrollverhalten. Die statische Achsstellung lässt sich sehr einfach überprüfen: Stell beide Beine zusammen und drück die Knie durch. Bei einer geraden Beinachse berühren sich deine Knie (fast). Passen mehr als zwei Finger quer dazwischen, wird dies als O-Bein bezeichnet. Bei X-Beinen lassen sich die Knöchel bei geschlossenen Knien nicht mehr zusammenstellen und es passen mehr als zwei Finger quer dazwischen. Zur Untersuchung der dynamischen Beinachse machst du einfach eine einbeinige Kniebeuge. Tendiert dabei das Knie nach innen, so ist mit einer stärkeren Pronation zu rechnen. Tendiert es nach außen, ist die Belastung auf dem Fußaußenrand höher und eine Supination wahrscheinlicher. Bleibt das Knie gerade (keine Abweichung), liegt eine gerade Beinachse vor. Supinierer haben häufig O-Beine, während bei X-Beinen meist eine Überpronation zu finden ist. Wie überall gibt es hier zahlreiche Ausnahmen. Männer haben häufiger O-Beine. Frauen hingegen eher X-Beine. (Starke) O-Beine und pronationsgestützte Schuhe vertragen sich übrigens selten gut. |
|
|
|
|
|
|
|
Neben dem Fußtyp und der Beinachse ist auch die Ganglinie interessant. Dabei wird untersucht, ob der Fuß gerade (Bild links), außen- (Bild Mitte) oder innenrotiert (Bild rechts) aufgesetzt wird. Je stärker der Fuß außenrotiert aufgesetzt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Überpronation. Bei einem stark innenrotierten Aufsetzen ist hingegen eine Supination wahrscheinlicher. Auch beim bequemen Stehen ist eine Tendenz für die Ganglinie zumeist schon erkennbar. Die außenrotierte Ganglinie ist häufiger zu finden. |
|
Hier ist entscheidend ob du über den Rückfuß abrollst (ist häufiger zu finden) oder über den Vorfuß bzw. Mittelfuß läufst. Läufer/innen die über den Rückfuß abrollen laufen ihre Schuhe hinten außen schneller ab da dort mit dem Fußaufsatz die höchste Krafteinwirkung erfolgt. Den perfekten Laufstil für alle gibt es nicht. Pro- und Contra-Argumente gibt es für alle Laufstile. Aber die verschiedenen Stilarten sollten unterschiedlich bezüglich des Schuhwerkes versorgt werden. Beim Vor-/Mittelfußläufer sollte das Augenmerk v. a. auf einem flexiblen, flacher gebauten Schuh liegen. Übermäßige Pronationsstützen sind hier in der Regel fehl am Platz, da die Stützfunktion in diesem Fall teilweise von der Muskulatur übernommen wird und der Rückfuß weniger Bodenkontakt bekommt. Beim Vor-/Mittelfußlaufstil muss zudem der Schuhgröße noch mehr Augenmerk geschenkt werden, da hier das “Nach-Vorne-Rutschen” in der Regel stärker ist. Die Wirkung von Dämpfungselementen im Vorfuß ist bei diesen Laufstil wegen des möglichen “Hängematteneffekts” des Quergewölbes besonders umstritten (zumindest wenn sie nicht die gleiche Härte wie der restliche Vorfußbereich haben). Während für den Rückfußläufer zahlreiche Modelle zur Wahl stehen (fast alle Modelle sind für diesen Laufstil gemacht), ist es für Vor- und Mittelfußläufer etwas schwieriger an geeignete Modelle zu kommen. Am ehesten werden sie bei den Lightweighttrainern und Wettkampfschuhen fündig. Auch die neu entstehende Kategorie der Fußtrainer eignet sich. |
|
Soll es ein Trainingsschuh oder ein Wettkampfschuh sein? Soll es ein Schuh für Straße oder Gelände oder beides sein? Stimme möglichst objektiv deine Ansprüche mit dem vorgesehenen Verwendungszweck ab. So macht es sicherlich keinen Sinn, wenn du vorwiegend Asphalt läufst und eigentlich nur bei gutem Wetter unterwegs bist, einen wasserdichten Geländelaufschuh mit grobem Profil und wasserdichtem Schaft zu kaufen. Jemand der keine Wettkämpfe läufst, braucht demnach auch nicht unbedingt einen Wettkampfschuh, sondern ist mit Trainingsschuhen zumeist besser bedient. |
|
Wer lieber auf festem Untergrund (z.B. Asphalt) läuft braucht weniger griffigere Sohlen, als jemand, der auf losem Untergrund (z.B. Wald) unterwegs ist. Die Dämpfung sollte natürlich auf den jeweiligen Untergrund angepasst sein. Wenn du vorwiegend auf festerem Untergrund läufst, dann solltest du auf eine gute Dämpfung achten. Wer sowohl auf losem als auch auf festem Untergrund läuft und nur einen Schuh besitzt, kommt im Normalfall am besten mit Straßenlaufschuhen zurecht. Geländelaufschuhe spielen ihre Stärken v. a. auf losem Untergrund aus. Bei den oft angebotenen Goretex-Varianten sollte bedacht werden, dass der Fuß darin stärker schwitzt v. a. wenn der Schuh nicht nur in der kalten Jahreszeit zum Einsatz kommt. Alles rund um das Thema Geländelaufschuhe findest du im Ratgeber Trail-/Geländelaufschuhe. |
|
Wer mehr als 20 Kilometer in der Woche läuft, sollte mindestens zwei Modelle, am besten unterschiedlicher Hersteller (aber funktional entsprechend bzw. ähnlich) im Schrank haben. Kaufe die Schuhe mit ein paar Wochen Abstand und trage diese im Wechsel, damit dein Fuß immer wieder einen neuen Reiz bekommt. Jeder Schuh ist anders aufgebaut, hat eine andere Passform, ein anderes Dämpfungssystem, einen anderen Leisten, usw. Dadurch verhinderst du, dass sich dein Fuß zu sehr an einen Schuh gewöhnt und sich Beschwerden einlaufen. So wie du Tempo, Streckenlänge und Art der Strecke (Profil und Untergrund) variierst, solltest du auch die Schuhe wechseln. Natürlich kann der zweite Schuh ein Geländelaufschuh, ein Wettkampfschuh oder aber auch ein Fußtrainer sein. Wichtig ist dabei immer, dass der Schuh funktional entsprechend bzw. ähnlich ist. Du solltest also für das normale Training nicht einen absolut superstabilen pronationsgestützten Schuh und gleichzeitig einen superleichten, neutralen Wettkampfschuh laufen. Das würde die Verletzungsgefahr nur unnötig erhöhen. Die “Optimistenregel” besagt: Für jeden Tag, den du in der Woche läufst, solltest du ein Paar Laufschuhe besitzen. Das macht natürlich nur bei entsprechend hohen km-Umfängen Sinn. Für den Anfänger, der 4 x 20 min. die Woche läuft wären 4 Paar Schuhe sicherlich etwas übertrieben. |
|
Gibt es meiner Auffassung nach nicht. Es gibt günstige Schuhe und teurere Schuhe und geeignete und weniger geeignete Schuhe. Natürlich braucht der Anfänger nicht gleich den 170,- € Schuh, aber von der Funktionalität sollte der Schuh schon passen. Trotzdem gilt: Lieber irgendeinen günstigen (am besten Auslaufmodelle, da du damit “mehr” für dein Geld bekommst) nur bedingt geeigneten Laufschuh für den Einstieg (Wer weiß ob du dabeibleibst?), als einen Tennisschuh zum Laufen. Sollte dir das Laufen Spaß machen und das ganze eine gewisse Regelmäßigkeit und Intensität annehmen, dann sollte der Schuh unbedingt den neuen Ambitionen angepasst werden. |
|
Frauen brauchen andere Laufschuhe als Männer. Der Unterschied zu den Männern liegt meistens in der Breite des (zierlicheren) Fußes und dem meist niedrigeren Körpergewicht. Zudem neigen Frauen eher zu X-Beinen und stärkerer Pronation, was v. a. durch die breitere Hüft-/Beckenstellung bedingt ist. Deshalb sind Frauenmodelle, abgesehen von den Farben, hinsichtlich des Aufbaues nicht immer gleich den Herrenmodellen. Der typische Damenleisten ist in der Ferse schmaler geschnitten und hat einen breiteren Vorfußbereich. Inzwischen setzen sich bei den Herstellern zunehmend eine geschlechterspezifische Unterscheidung der Modelle im Aufbau durch. |
|
|
|
Zwischen 100 – 130 € treffen sich Preis und Leistung am besten. In diesem Preisspektrum bekommst du alle wichtigen Funktionen, die ein Laufschuh braucht. Lediglich die Bewegungskontrollschuhe sind zumeist teurer (125,- bis 145,- €). Der Preis sagt aber nichts über die Tauglichkeit des Schuhes aus. Teuer muss nicht automatisch gut sein. Hier müssen die zuvor genannten Faktoren (Fußtyp, Achsstellung, usw.) berücksichtigt werden. Auslaufmodelle fallen dabei nicht aus dem Rahmen, da dabei der vorher zu zahlende Preis zu berücksichtigen ist. Ein Schuh, der 110,- € gekostet hat und nun nur noch 79,- € kostet, ist eben von der Leistung ein 110,- € Schuh und kein 79,- € Schuh. Zumal oft genug nur die Farbe geändert wird (v. a. im Wechsel Frühjahr/Herbst). Auslaufmodelle sind eine günstige Möglichkeit um Laufschuhe zu kaufen. Dabei sollte aber nie die benötigte Funktionalität aus den Augen verloren werden. Wenn es eben in der gesuchten Größe und für die jeweiligen Bedürfnisse keinen Schuh gibt, dann solltest du dich nicht mit einer Lösung zweiter Wahl zufrieden geben. Für einen nicht passenden Schuh ist jeder Euro zuviel. |
|
Laufschuhe haben die richtige Größe, wenn bei gutem Fersensitz in der Länge, von den Zehenspitzen bis hin zur Schuhkante, eine Daumenbreite Platz zu fühlen ist. Dies entspricht in den meisten Fällen 1 – 2 Größen größer als die normale Straßenschuhgröße. Beim Abdrücken des Fußes vom Boden rutscht der Fuß nach vorne. Dafür wird der Platz benötigt. Natürlich schwillt der Fuß beim Laufen an, du hast eventuell einen dickeren Socken an, usw. das ist bei der “Daumenbreite” aber bereits mit eingerechnet. Gehe möglichst nachmittags oder abends zum Laufschuhkauf, weil sich der Fuß (v. a. in der Breite durch Blutstauung und Wärme) über den Tag ausdehnt (v. a. Frauen sollten hierauf achten!). Männerschuhe sind in den europäischen Größen Euro 42 bis 48 problemlos zu erhalten. Viele Modelle gibt es sogar bis 51. Ab Größe 48 zählt der Schuh allerdings zu den Übergrößen, die zumeist schwerer zu erhalten sind. Frauenschuhe gibt es in den Größen Euro 37 – 43,5 in den meisten Geschäften. Fast alle Hersteller bieten Frauen“über“größen an, die frau aber i. d. R. bestellen muss (zumeist unverbindlich möglich). Problematisch bei den Größen ist nur, dass leider fast jeder Hersteller eine andere Größenstaffelung besitzt und die Schuhe auch unterschiedlich ausfallen. So sind die Schuhe in der angegebenen Eurogröße nicht immer vergleichbar. Am besten orientieren Sie sich an der US-Größe. Eine Größenübersicht bietet die hier verlinkte Tabelle. |
|
Die Marke sollte eigentlich keine Rolle spielen. Der Hauptunterschied zwischen den führenden Herstellern ist die Passform. So sind Adidas-Modelle zumeist eher schmal, während Saucony eher breite Schuhe fertigt. Von jedem Hersteller gibt es vergleichbare Modelle. Wähle den deinen Bedürfnissen entsprechenden und von der Passform am besten sitzenden Schuh aus. Hast du bereits gute bzw. schlechte Erfahrungen mit einer Marke gemacht, ist es natürlich sinnvoll auf die Marke mit der du bisher zurecht gekommen bist zurückzugreifen. Trotzdem solltest du immer offen für Neues bleiben und regelmäßig auch Schuhe von anderen Herstellern probieren. Schuhe und Passformen ändern sich! Was einmal nicht gepasst hat, kann beim nächsten Mal eine gute Lösung darstellen. Die Linkliste der Laufschuhhersteller gibt dir einen Eindruck der Vielzahl an Marken im Segment der Laufschuhe. |
|
Die Farbe, das Design kurz das Aussehen des Laufschuhs spielt leider allzu oft eine entscheidende Rolle beim Kauf. Der Schuh muss nicht “trendy” aussehen sondern gut sitzen. Deinen Bewegungsapparat interessiert die Farbe nicht, sondern lediglich, dass der Schuh funktioniert und zu deinem Abrollverhalten passt. Wie heißt es so schön: Füße haben keine Augen! Bei vielen Modellen, die an der Grenze zum Trendschuh sind, ist zudem die Tauglichkeit für viele Läufer in Frage zu stellen z.B. Nike Shox, Adidas Clima Cool, …. Aber zum Glück gibt es inzwischen auch “richtige” Laufschuhe in “schöneren” Farben. Wobei Schönheit auch immer im Auge des Betrachtes liegt. Problem mit den häufig sehr hellen Farben ist u. a. das für den Riesenlaufschuhmarkt in den USA die hellen Farben gewünscht werden. Sollte der Verkäufer Schuhe nur nach dem Kriterium Aussehen zum Laufen verkaufen wollen, solltest du am besten gleich das Geschäft verlassen. |
|
Die Schuhe solltest du mit Laufsocken (Socken, die du üblicherweise beim Laufen trägst) probieren. Das kann auch der Baumwollsocken sein, wobei sicherlich funktionelle Laufsocken vorzuziehen sind. Lass die Schuhe über einen längeren Zeitraum im Geschäft an und bewege dich darin. Alle Möglichkeiten zum Laufen mit dem Schuh solltest du nutzen (im Geschäft, vor dem Geschäft). Schließlich willst du mit dem Schuh später laufen und nicht stehen. Besonderes Augenmerk sollte darauf liegen, dass der Schuh nirgendwo drückt (Seite, vorne, hinten), dass der Knöchel nicht auf dem Schuhrand aufliegt, der Fuß wirklich komplett auf dem Leisten des Schuhs steht (nicht über-steht), d.h. der Schuh breit genug ist, der Schuh nicht an der Achillessehne drückt, du die Zehen gut bewegen kannst aber im Vorfuß nicht schwimmst, der Schuh gut und gleichmäßig abrollt, Synthetikoverlays und Schnürung nirgends drücken, die Ferse fest im Schuh sitzt und nicht rutscht (weder seitlich noch nach oben) usw. Einfach gesagt: Der Schuh muss passen. Du musst dich rundum wohl fühlen. Vorausgesetzt die Schuhkategorie wurde richtig gewählt und alle vorgelegten Schuhe sind der gleichen bzw. ähnlichen Kategorie zuzuordnen, dann kannst du wirklich rein subjektiv entscheiden, in welchem Schuh du dich am wohlsten fühlst. Dabei sollte weder die Farbe, noch der Preis den letzten Ausschlag geben, sondern einfach das Wohlbefinden in dem jeweiligem Schuh. Das ist der mit Abstand wichtigste Punkt der Tipps!!! |
|
Eine Videolaufanalyse auf dem Laufband ist meines Erachtens eine sehr gute Möglichkeit die Eignung des Schuhs und dessen Einflüsse auf den Bewegungsapparat zu überprüfen (entsprechend sicheres Laufen auf dem Band vorausgesetzt Leider wird die Laufbandanalyse zu häufig als reine Verkaufsshow missbraucht. Fachlich geschultes Personal kann nie durch eine Laufbandanalyse ersetzt werden, auch wenn dieser günstige Weg des öfteren gewählt wird. Allerdings wird einer Maschine leider oft mehr Glauben geschenkt als einem noch so kompetenten Menschen. Egal wie du letztlich dazu stehst, eine Laufbandanalyse in den Händen eines Fachmannes ist mehr als ein Promotioninstrument. |
|
Ob ein Schuh wirklich der richtige ist/passt lässt sich weder nach einer Laufbandanalyse, noch nach minutenlangem Anprobieren sagen. Die ersten Trainingseinheiten (20 – 50 km) entscheiden. Frage deshalb unbedingt am Ende des Einkaufs nach, wie lange du den Schuh nach Gebrauch noch umtauschen kannst. In guten Läden ist dies in der Regel auch nach 2 – 4 Wochen noch ohne Probleme möglich. Dies ist allerdings eine freiwillige Kulanzleistung des Geschäftes. Ein Anspruch darauf besteht nicht. Einen Teil der Schuhe nimmt der Hersteller zurück, so dass dem Geschäft dadurch kein Nachteil entsteht. |
|
Im Normalfall ist die Dämpfung vor der Außensohle hinüber, d.h. ist die Außensohle abgelaufen ist der Schuh zumeist reif für die Tonne. Die Lebensdauer würde ich mit 800 – 1200 km angeben. Natürlich soll es auch möglich sein bei entsprechender “Pflege” des Schuhs, als 60 kg Läufer ohne Fußfehlstellungen mit bevorzugt weichem Untergrund, den Schuh länger zu laufen. Das ist aber nicht die Regel und die Erfahrung zeigt, dass leider allzu viele Probleme auf die zu lange getragenen (falschen) Schuhe zurück zu führen sind. Wer mehrere Paare parallel läuft, reduziert nicht nur die Verletzungsgefahr, sondern erhöht zudem die Lebensdauer seiner Schuhe. |
|
Zusammenfassend lässt sich sagen: Jeder muss für sich den passenden Laufschuh finden. Wichtigstes Kriterium ist die Passform. Der Laufschuh bewährt sich nicht im Geschäft, sondern erst im Training. Kompetente Berater können bei der Auswahl erheblich weiterhelfen. Ein wenig Selbstinformation kann trotzdem nie schaden, da wirklich kompetente Beratung nicht überall zu finden ist und du so die Qualität besser einschätzen kannst. |
|
Mit Hilfe der folgenden Links kannst du bei Interesse dein Wissen weiter vertiefen.
© wiesel 06.12.2011 |
|
VIEL SPASS UND ERFOLG BEIM LAUFSCHUHKAUF! Fragen, Anregungen, Kommentare, Kritik, Lob, usw. sind in meinem Forum immer willkommen. |
|
Auch ist die Gruppengröße beim Laufen entscheidend. Viele Läufer mögen es zwar allein zu laufen, da man dann sein eigenes Tempo durchziehen kann, aber läuft man mit dem Partner (oder einer Gruppe) kann dies viele Vorteile bieten. Man motiviert sich gegenseitig durchzuhalten, man kann gegenseitig den Laufstil beobachten und es ist sicherer. Gerade im Dunkeln gibt es verschiedene Gefahren beim Laufen. Neben der Gefahr eines Überfalls auf einsamen Waldstrecken ist auch die Gefahr von Stürzen und des Umknickens auf unbekannten Terrain recht groß. Im dunkeln kann eine helle Stirnleuchte (meist LED) Abhilfe schaffen. Als Single sollte man sich daher gegebenenfalls überlegen, sich einer Laufgruppe anzuschließen. Auch sollte das Handy als Single-Läufer immer dabei sein, denn wenn man stürzt und nicht mehr gehen kann, kann man Hilfe herbeirufen. Nebenbei bemerkt: Aus Laufpartnerschaften sind auch schon Ehepartnerschaften hervorgegangen. |

1.














Ist die jüngste Laufschuhkategorie deren bekanntester Vertreter das Modell Nike Free ist. Diese Laufschuhklasse richtet sich an alle Läufer/innen. Während allerdings der größere Teil der Läufer/innen in diesen Schuhen eine sinnvolle Ergänzung zu den herkömmlichen Schuhen findet wird nur ein kleiner Teil ausschließlich oder überwiegend in diesen Schuhen laufen können und wollen. Der Schwerpunkt dieser Schuhe liegt ähnlich wie bei den Lightweighttrainern und Wettkampfschuhen auf niedrigem Gewicht, hoher Flexibilität, Dynamik, guten Abrolleigenschaften und flacherer Bauweise mit weniger Sprengung. Auch hier sind Dämpfung und Stabilität eher eine Begleiterscheinung als der Schuhschwerpunkt. Ziel des Trainings mit den Schuhen (in denen die Muskulatur mehr arbeiten muss) ist eine Stärkung der (Fuß-)Muskulatur, eine Verbesserung der Koordination und ein “natürlicheres” Laufen. Das natürliche Abrollverhalten des Fußes ohne Schuhe dient als Vorbild.



1 Ping
Pflege von Laufschuhen | Laufschuhkauf.de
8. Dezember 2011 von 10:07 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
[...] nochmals auf die Bedeutung einer ausreichenden Anzahl an Laufschuhen hingewiesen werden. Die Optimistenregel besagt: Wer mehr als 20 km pro Woche läuft sollte mindestens zwei Paar Laufschuhe besitzen. Neben [...]